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„Einsamkeit macht Menschen krank“

Gemeindeschwesternstation „Einsamkeit macht Menschen krank“

„Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin.“ – Dieser Text aus dem Gemeindelied von Gustav Lohmann ist quasi zum Wahlspruch für das Leben von Elisabeth Behrens geworden. Vor 20 Jahren hat Behrens die Leitung der Schwesternstation Hardegsen übernommen.

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Engagiert für die Belange älterer Menschen: Elisabeth Behrens (rechts) erlernt den Seniorentanz.

Quelle: Heller

Seit 1984 ist Elisabeth Behrens in der Schwesternstation beschäftigt. Die Northeimerin hat ihre Ausbildung im Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Northeim absolviert. Nach einer beruflichen Pause für die Familie hat sie 1984 ihren Dienst als dritte Kraft in der Gemeindeschwesternstation aufgenommen. 1989 trat sie die Nachfolge von Johanna Gottfriedsen in der Pflegedienstleitung an. Bis zu 50 Patienten wurden laut Behrens vor 25 Jahren von den Krankenschwestern der Hardegser Station täglich aufgesucht und fachgerecht versorgt. Heute sind es 120 Menschen.

Welche Ansprüche früher an eine Gemeindeschwester gestellt wurden, wird aus einem Amtsbrief von 1954 deutlich: „Dadurch, dass wir unserer bisherigen Gemeindeschwester plötzlich kündigen mussten, sind wir wegen der Besetzung unseres Gemeindeschwesterpostens in schwerer Bedrängnis. Ich erlaube mir hiermit die Anfrage, ob das Friederikenstift uns eine geeignete tüchtige Schwester in mittleren Jahren schicken kann zwecks Versehung des Gemeindeschwesterpostens hier in Hardegsen. Da wir hier bergiges Gelände haben, muss die Schwester gesund und widerstandsfähig sein. Wenn sie darüber hinaus noch geistliche Qualitäten hat zur gelegentlichen Mitarbeit im Frauen- beziehungsweise Jugendkreis und Kindergottesdienst, wäre es sehr schön.“

Geringer sind die Aufgaben nicht geworden. Fünf Schwestern schafften die Arbeit bei Behrens Start vor 25 Jahren. Heute arbeiten in der Gemeindeschwesternstation etwa 25 Schwestern und etwa zehn Laienhelferinnen. „Die Einsamkeit, die macht die Menschen krank“, hat Behrens immer wieder in ihrem beruflichen Alltag erfahren. In Hardegsen gibt es auch dank ihrer Initiative eine Selbsthilfegruppe für Trauernde. Behrens hat sie die Gelben Damen und BeiDeA (Hilfe für beide: Demenzerkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen) eingerichtet. 22 Teilnehmerinnen kommen zum Gedächtnistraining zu Behrens. Nun möchte sie noch Seniorentanz anbieten und hat sich dafür fortgebildet.
Beim Kampf um die Pflegestufen gibt Behrens Hilfestellung. Sie gibt Kurse zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht bei der VHS Northeim. Sie schult andere Menschen in der Pflege. Die Patienten haben sich nicht verändert, meint sie. Mit wachsendem Alter benötigten sie immer mehr Hilfe und könnten diese heute oft nicht bezahlen. Wie sie früher als Kinder betreut wurden, so betreuten Menschen später ihre Eltern, meint Behrens. „Es gibt Familien, da ist das gar keine Frage.“ Bei anderen ginge es nur um das Erbe.

Von Ute Lawrenz

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