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Entscheidung über Sonderpostenmarkt vertagt

Projekt in Warteschleife Entscheidung über Sonderpostenmarkt vertagt

Die Diskussion über die Einzelhandelsentwicklung in Duderstadt hält an. Über die Nachnutzung des Penny-Marktes in der Brandenburger Straße durch einen Thomas-Philipps-Sonderpostenmarkt sind sich die Kommunalpolitiker nach wie vor nicht einig.

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Von Thomas Philipps als Standort ins Auge gefasst: der ehemalige Penny-Markt mit Parkplatz in der Brandenburger Straße.

Quelle: OT

Einstimmig und ohne Wortmeldung hat der Duderstädter Bauausschuss hingegen der Ansiedlung von zwei Filialisten – American Diner und Easy-Apotheke – im Bereich der Feilenfabrik eine Absage erteilt.

Auch nach Vorlage kritischer Stellungnahmen von Treffpunkt Stadtmarketing, Landkreis und Handelskammer fand der Sonderpostenmarkt erneut Fürsprecher in allen Fraktionen. Auf Antrag von Lothar Koch (CDU), der im Fachausschuss Josef Nolte vertrat, ist eine Entscheidung allerdings von der CDU-Mehrheit auf die Ratssitzung am 31. März vertagt worden. Das Thema solle noch einmal in der CDU-Fraktion beraten werden, meinte Koch.

Kein Verständnis für die erneute Verzögerung haben Hildegard und Werner Otto. Das Brochthäuser Ehepaar, dem das Areal in der Brandenburger Straße gehört, hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Penny hatte nach dem Neubau im Bereich der Feilenfabrik das Mietverhältnis im Juni 2010 gekündigt. Als das Unternehmen Thomas Philipps Interesse an einer Pacht des alten Gebäudes zeigte, traten die Eigentümer im August an die Stadt heran. „Seitdem wurde eine Entscheidung immer wieder aufgeschoben“, beklagt Hildegard Otto und verweist auf Bestandsschutz für den Lebensmittelbereich, der vom Investor mit abgedeckt werde. Der Sonderpostenmarkt werde auch von der Bevölkerung gewünscht, die CDU habe genug Zeit gehabt, sich mit dem Thema zu befassen. Für besonders unverständlich hält es Otto, dass ein angeblich innenstadtrelevantes Angebot in Innenstadtnähe möglich sein sollte, nicht aber an der Brandenburger Straße.

Dieses Argument ist in die Stellungnahme von Treffpunkt Stadtmarketing eingeflossen, die davon ausgeht, dass überwiegend innenstadtrelevante Waren angeboten würden. Dort wird ein Sonderpostenmarkt in Duderstadt zwar grundsätzlich befürwortet, da die Angebotserweiterung für Kaufkraftbindung sorge. Weiter heißt es aber: „Allerdings muss die Verkaufsfläche dichter an der Gesamtmarktfläche sein. Ein isolierter Standort würde nicht den Effekt bringen, der für Duderstadt sehr wichtig wäre.“ Der Landkreis weist darauf hin, dass ein Sonderpostenmarkt nicht vom geltenden Bebauungsplan abgedeckt sei und geht von negativen Auswirkungen auf die Innenstadt aus.

Während sich die Vertreter von SPD, WDB und FDP im Bauausschuss für Thomas Philipps in der Brandenburger Straße und gegen den ablehnenden Beschlussvorschlag der Verwaltung aussprachen, ist das Meinungsbild in der CDU weiterhin uneinheitlich. „Wir können bereits gefasste Beschlüsse nicht aufweichen – und die sehen einen Rückbau des Areals vor“, sagt Hubertus Werner (CDU), der auch Treffpunkt-Vorsitzender ist: „Thomas Philipps auf der grünen Wiese hat nichts mit Kaufkraftbindung zu tun.“

„Die Geschäftswelt würde unter dem Sortiment nicht leiden“, meint hingegen Wolfgang Feike (FDP). Zugleich gibt er zu bedenken, dass der Investor durch ein weiteres Verschieben der Entscheidung verprellt werden könnte. „Wenn nicht hier, dann würde der Gewerbesteuer und Kaufkraft bringende Markt anderswo gebaut“, sagt Gerardo Pizzano (CDU): „Wir haben Lidl zugelassen. Warum sollen wir jetzt Nein zu Thomas Philipps sagen, den es in Göttingen und Herzberg bereits gibt?“. „Wir müssen jeden Investor in Duderstadt begrüßen“, findet auch Dieter Roemgens (CDU): „Sonst geht er nach Heiligenstadt oder Worbis.“ „Wir haben gerade eine Discount-Apotheke und einen gastronomischen Betrieb für die Feilenfabrik abgelehnt“, meint Lothar Dinges (WDB): „Ein Sonderpostenmarkt, dessen Käuferschicht mit dem Auto vorfährt, ist aber trotz Innenstadtrelevanz ein Sonderfall.“ Auch Dinges merkt an, dass „wir das Thema schon lange vor uns herschieben.“ Und Thomas Gerlach (SPD) meint kurz und bündig: „Thomas Philipps passt gut in die Stadt. Ansonsten fahren die Eichsfelder weiter nach Göttingen.“

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