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Erster Jahrgang lernt an den BBS Duderstadt Pflege und Betreuung

Zukunft Erster Jahrgang lernt an den BBS Duderstadt Pflege und Betreuung

Jörn Hunger zieht sich die Einweghandschuhe an und piekst seiner Lehrerin Katharina Peselmann in den Finger. Ein winziger Blutstropfen zeigt sich. Zu wenig. „Nicht drücken!“ rufen die übrigen Schüler der Fachschule Altenpflege der Berufsbildenden Schulen (BBS).

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Moderne Einrichtung: Mit dem Kran üben die Altenpflegeschüler unter Anleitung von Lydia Böning (3. v. r.) rückenschonendes Heben von Personen.

Quelle: Blank

Duderstadt. Gerade haben sie doch in der Theorie gelernt, dass herausgedrückte Blutstropfen das Ergebnis manipulieren könnten. Also wird noch eine Probe im Ohrläppchen der Lehrerin genommen. Das Messgerät zeigt einen Blutzuckergehalt von 109 Milligramm pro Deziliter an. „Das ist o.k.“, sind sich die Schüler einig.

Die BBS Duderstadt haben ihr  Angebot aufgestockt. „Pflegeassistenten bilden wir schon seit einigen Jahren hier aus, aber dies ist die erste Klasse der neuen Berufsfachschule Altenpflege“, erklärt Peselmann, die Pflegewissenschaften und Sport studiert hat und hier als Koordinatorin der Altenpflege auch für das theoretische Wissen der Schüler verantwortlich ist.

Unterstützt wird sie von der Praxisanleiterin Lydia Böning, die mit den Jugendlichen unter anderem in die jeweiligen Ausbildungsbetriebe geht, um vor Ort zu unterrichten, was bereits an Dummys in der Schule geübt wurde: Waschen, Essen anreichen, Blutdruck oder Blutzuckergehalt messen, aber auch Katheder legen.

Die dreijährige Pfleger-Ausbildung läuft dual, das heißt, nach zwei Tagen Berufsschule arbeiten die Jugendlichen den Rest der Woche in Pflegeeinrichtungen im Eichsfeld oder in Göttingen.

Spaß an der Arbeit im Pflegebereich

„Der enge Kontakt zu Alten und Kranken war die ersten Male sehr ungewohnt“, erinnert sich Jörn. Er hatte zusammen mit  Sissy Steinbach und den Zwillingen Larissa und Janina Strebe bereits Pflegeassistenz an den BBS gelernt. Chris Logies hat erste Erfahrungen in diesem Bereich beim Zivildienst erworben, Swetlana Dulin hat schon eine Altenpflegerhelferausbildung und Phil Armbrecht hat Praktika absolviert.

Alle wussten ungefähr, was auf sie zukommt, und alle haben Spaß an der Arbeit im Pflegebereich.

Dass im Arbeitsalltag manches zunächst fremd ist, wissen die Lehrer und geben den Berufsschülern Möglichkeiten zum Austausch. Es komme beispielsweise vor, dass Pfleger körperlich angegriffen werden. Um mit den eigenen Gefühlen oder auch mit Ekel besser umgehen zu können, bietet Ausbilderin Sandra Beitze Rollenspiele für die Auszubildenden an, in denen Probleme erörtert werden.

„Neben der Pflege sind außerdem diagnostische Maßnahmen Teil der Ausbildung“, erklärt Peselmann. Die Jugendlichen sollen lernen, nicht nur den Blutzuckergehalt zu messen, sondern auch Kranke oder Angehörige entsprechend zu beraten und Bewegungsübungen oder Beschäftigung anzubieten.

Und sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen. „Das Berufsfeld hat wegen der schlechten Bezahlung in Verbindung mit großer Verantwortung und wegen der Arbeitszeiten einen negativen Touch. Wir wollen die Auszubildenden darin schulen, sich gegen Ausnutzung zu wehren und Arbeitsverträge richtig zu lesen“, sagt die Lehrerin.

Wer bereits eine Ausbildung zum Pflegeassistenten absolviert hat, kann diese als erstes Lehrjahr anrechnen lassen. Für das neue Berufsschuljahr im kommenden August können sich Interessierte bis zum 31. März an den BBS Duderstadt anmelden. Infos bei bbs-duderstadt.de.

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