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Erstmals „Notzeit“ für Wild ausgerufen

Kein Futter Erstmals „Notzeit“ für Wild ausgerufen

Der lange Winter bedroht jetzt die Tiere in Wäldern und auf Feldern: Sie finden kein Futter und drohen zu verhungern. Erstmals seit es dieses Instrument gibt, hat der Kreisjägermeister gestern für den gesamten Landkreis und die Stadt Göttingen eine „Notzeit für Wild“ ausgerufen. Das heißt: Jäger müssen je nach Lage in ihrem Revier füttern, und es gilt absolutes Jagdverbot. Zugleich appellieren Jäger an Hundehalter, ihre Tiere unbedingt an der Leine zu halten. Gehetztes Wild könne sich beim Laufen an der messerscharfen Eisschicht auf dem Schnee verletzen.

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In Not und gefährdet: Aufgescheuchte Rehe fliehen über ein vereistes Feld in der Nähe der Ortschaft Diemarden.

Quelle: Pieper

Dieses Instrument „haben wir seit Jahrzehnten nicht gebraucht“, sagt Göttingens Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille. Jetzt aber sei der „äußerste Notfall“ eingetreten: Durch das kurzzeitige Tauwetter in den vergangenen Tagen habe sich auf dem Schnee eine verharschte Schicht gebildet. Die Tiere könnten den Schnee nicht mehr wegkratzen oder aufwühlen, um an Raps und andere Futterpflanzen am Boden zu kommen. Besonders problematisch sei die Situation in Höhenlagen und Wäldern, wo noch viel Schnee liege.
Für diesen Extremfall gibt Paragraf 32 des Landesjagdgesetz seit 2001 den Kreislandwirten ausdrücklich die Befugnis, die Notzeit auszurufen. Per Rundschreiben haben Wille und die untere Jagdbehörde gestern alle 283 Jagdpächter im Kreis Göttingen darüber informiert. Die Notzeit gilt bis einschließlich 28. Februar. Füttern dürfen Jäger im Notfall von Januar bis April zwar auch ohne hoheitliche Ansage – jetzt aber sind sie bei Futtermangel dazu verpflichtet und es gilt zusätzlich absolutes Jagdverbot.

Zugefüttert werden dürfen ausschließlich heimische Feld-, Baum- und sonstige Waldfrüchte sowie Heu und Silagen. „Rüben, Rübenschnitzel und Getreide wie Hafer sind gut geeignet und auch gut zu kriegen“, ergänzt der Diemardener Jagdpächter Hubert Pieper. Das Jagdverbot solle den Tieren vor allem Ruhe sichern. Ihr Energieverlust sei bei der anhaltenden Kälte generell hoch. Werden sie aufgeschreckt und laufen panisch davon, würden sie noch mehr Energie verbrennen. Durch den vereisten Schnee aber würden sie zurzeit nicht genügend Futter als Energiespender finden. Hinzu komme ein weiteres Problem, so Pieper: Laufen die Tiere panisch durch den vereisten Schnee, „schneiden sie sich an der messerscharfen Oberschicht die Läufe kaputt oder rutschen aus“. Auch aus diesem Grund sei es jetzt besonders wichtig, sich außerhalb der Ortschaften ruhig zu verhalten und Hunde nicht frei laufen zu lassen. Er habe bei Diemarden schon mehrfach Blutspuren verletzter Wildtiere gefunden, so Pieper, oft gefolgt von Hundespuren.

Im Landkreis Northeim wird nach Angaben der unteren Jagdbehörde voraussichtlich heute die Notzeit bekannt gegeben – allerdings nur für ausgewählte Reviere mit hohen Schneelagen. Bereits umgesetzt ist die Notzeit-Verordnung laut Kreisjägermeister Wille im thüringischen Eichsfeldkreis und in Holzminden.

Von Ulrich Schubert

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