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Expeditionen ins Tierreich mit Spektiv und Fernglas

Heinz-Sielmann-Stiftung Expeditionen ins Tierreich mit Spektiv und Fernglas

„Um Natur zu erleben, muss man keinen Zoo besuchen“, sagt Rómulo Aramayo Schenk von der Heinz-Sielmann-Stiftung. Auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt ist der Biologe und Umweltbildner in diesen Tagen häufig mit seinem Spektiv und einem Fernglas unterwegs. Er beobachtet Vögel und ihre Nester oder untersucht die Artenvielfalt im Teich.

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Biologe Rómulo Aramayo Schenk von der Heinz-Sielmann-Stiftung nutzt ein Spektiv, um Vögel und Nester zu beobachten.

Quelle: Pförtner

Eichsfeld. „In diesem Jahr startet in der Natur alles etwas später. Dafür aber um so geballter“,  sagt Aramayo Schenk, während zwei Rotmilane über die Gutsgebäude hinwegsegeln. „Mit einer Spannweite von 1,60 Meter sind das die größten Vögel, die wir heute sehen werden“, erklärt der Sielmann-Mitarbeiter.

In Nistkästen brüten am Stall Feldsperlinge, gegenüber Stare. Die Stalltür ist offen, Rauchschwalben fliegen hinein und wieder hinaus. „Sie bauen sich Nester aus Schlamm, Speichel und Haaren.“

60-fache Vergrößerung

Um die Vögel ganz nah heranzuholen, hat der Biologe ein Spektiv dabei, mit dem eine 60-fache Vergrößerung möglich ist. So bleiben auch die Kolkraben nicht unentdeckt, die seit dem Winter im Eichsfeld brüten. „Das ist etwas ganz Besonderes. Kolkraben sind  an vielen Stellen in Deutschland verschwunden“, erklärt Aramayo Schenk. Kolkraben-Männchen und -Weibchen blieben zeitlebens zusammen.

Nebenbei erzählt der Umweltbildner von Krötenwanderungen am Wendebachstausee. Allein an einem Tag habe er zusammen mit anderen engagierten Bürgern dort 500 Tiere über die Straße gebracht. Als Ende März eine Osterferienaktion am Wendebachstausee geplant war, gab es wegen der kühlen Temperaturen nicht ein einziges Tier zu sehen.

Auf Rücken der Weibchen

Seitdem es nachts nicht mehr kälter als 5 Grad ist, sind die Kröten nun aber auch zum Teich der Sielmann-Stiftung gewandert. Rund 150 Stück. „Die Männchen werden von den Weibchen zum Teich getragen. Sie klammern sich auf dem Rücken der Weibchen fest und lassen erst wieder los, wenn dieses die Eier abgelegt hat“, erklärt Aramayo Schenk.

Auf dem Weg hinunter zum Teich fallen auf der Hinterseite des Gebäudes weitere Nisthilfen auf. Daneben das letzte Mehlschwalbennest aus der Zeit vor 2001. Sowohl Nisthilfen, als auch das Nest sind leer. „Seitdem ich hier bin, hatten wir leider keine Mehlschwalben mehr. Das nächste Brutvorkommen ist in Fuhrbach“, erklärt der Biologe.

„Um Natur zu erleben, muss man keinen Zoo besuchen“, sagt Rómulo Aramayo Schenk von der Heinz-Sielmann-Stiftung. Auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt ist der Biologe und Umweltbildner in diesen Tagen häufig mit seinem Spektiv und einem Fernglas unterwegs.

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Unten am Teich gibt es an allen Ecken und Enden Bewegung. Mit einem Kescher will Aramayo Schenk eine Erdkröte aus dem Wasser fischen. Doch erst einmal schwimmt ihm eine Köcherfliegen-Larve ins Netz, danach ein Teichmolch. „Es ist einfacher, Molche zu fangen, weil sie durch ihre Lungen atmen und deshalb regelmäßig auftauchen müssen“, erklärt Aramayo Schenk.

Dann hat er eine Kröte im Netz. Ihre Merkmale: die warzige Haut, eine goldene Iris, ovale Pupillen und die nicht allzu langen Beine. Im Gegensatz zum Frosch seien Kröten eher Läufer als Schwimmer. „Nach dem Laichen leben die Kröten dann auch auf dem Land. Frösche sind viel mehr an das Wasser gebunden.“

„Zilpzalp, Zilpzalp, Zilpzalp“

„Zilpzalp, Zilpzalp, Zilpzalp,“ macht Aramayo Schenk den Vogelgesang nach, der am Teich erklingt. Was ist das für ein Vogel? „Na, ein Zilpzalp. Viele Vögel heißen doch so, wie sie klingen. Zum Beispiel auch Uhu oder Kuckuck“, erläutert der Forscher.
Einen Hang hinauf geht es in Richtung Kika-Baumhaus.

Dort warten ein toller Überblick über das Gelände der Sielmann-Stiftung und die Möglichkeit, von dort aus Vogelnester zu beobachten. Aramayo Schenk kennt viele. In einem davon brüten Krähen, in einem anderen vermutlich Mäusebussarde. Genau weiß er das nicht, denn das Weibchen sitzt neben dem Nest, das Männchen zieht Kreise am Himmel, um das Revier zu markieren.

Nebenbei sagt Aramayo Schenk: „Die Feldlerche findet es bestimmt nicht gut, dass wir gerade hier übers Feld gehen. Sie baut ihr Nest nämlich auf dem Boden.“

Von Kristin Kunze

► Termine: Naturkundliche Wanderungen
Die Heinz-Sielmann-Stiftung bietet naturkundliche Wanderungen an: am Sonntag, 26. Mai , am Grünen Band bei Duderstadt, am Sonntag, 23. Juni, am Grünen Band bei Lichtenhagen, am Sonntag, 7. Juli , am Seeburger See und am Mittwoch, 17. Juli , zum Kerstlingeröder Feld (jeweils von 10 bis 15 Uhr). Mit diesen Angeboten beteiligt sie sich am Projekt „Wandertag biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz und des Umweltministeriums. Anmeldungen im Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen unter Telefon 0 55 27/91 40.  Weitere Informationen: sielmann-stiftung.de.

 

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