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Fachwerk-Liebesgrüße vom Dach der Welt

Duderstädter Rathaus auf Briefmarke aus Bhutan Fachwerk-Liebesgrüße vom Dach der Welt

Wer im Untereichsfeld bisher „Bhutan“ hörte und an das gleichlautende Camping-Gas in Kartuschen dachte, muss umdenken.

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Grüße aus dem 6941,63 Kilometer entfernten Bhutan: Das Duderstädter Rathaus taucht auf dieser Briefmarke des südasiatischen Königreiches auf.

Quelle: Repro: Thiele

Denn das südasiatische Land und die Fachwerkmetropole Duderstadt weisen neuerdings eine Verbindung auf: Seit Ende des letzten Jahres ziert das Duderstädter Rathaus eine Briefmarke des Königreiches im Himalaya-Gebirge.

Grund hierfür sind die Beziehungen des „Fachwerk-Papstes“ Professor Manfred Gerner zum bhutanischen Königshaus. Der Experte zeichnete für die Dokumentation der Baugeschichte des vermeintlich ältesten Rathauses Deutschlands verantwortlich, die im November vergangenen Jahres vorgestellt wurde. Mit diesem Büchlein ist das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Historische Fachwerkstädte auf der bhutanischen Marke abgebildet.

Beruflich ist der Diplom-Ingenieur häufiger in dem Land auf dem „Dach der Welt“, wie man Teile des Himalaya-Massivs auch nennt, unterwegs. „Bhutan ist das einzige Land auf der Erde, in dem noch Fachwerk gebaut wird“, erklärt Gerner. Als Berater in Fachwerkfragen habe er „Kontakte in die höchsten Kreise“. So konnte er den Druck dieses offiziellen Postwertzeichens anregen.

Es sei, so Gerner weiter, nicht das erste Mal, dass deutsche historische Bauten auf bhutanischen Marken zu sehen seien. „Es gab vor Jahren bereits eine ganze Serie zu deutschen Fachwerkstädten“, erklärt er. Duderstadt habe man damals dort jedoch noch nicht gekannt. „Das Land rezipiert die deutsche Geschichte viel intensiver, als man gemeinhin denkt. Die schönsten Briefmarken zur deutschen Wiedervereinigung habe ich beispielsweise in Bhutan gesehen“, so Gerner. Der Grund für das Interesse: „Man schätzt die deutschen Tugenden.“

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) zeigt sich erfreut über die Werbung für die Stadt. „Außergewöhnlich und fantastisch“ sei diese Verbindung zu „einer der schönsten Fachwerkstädte und einem der ältesten Rathäuser Deutschlands.“ Es sei ein mutmachendes Zeichen, wenn auch anderswo diese Reize wahrgenommen würden. Wenn man so will also: Liebesgrüße vom Dach der Welt.

Nun, da Duderstadt auf dem bhutanischen Fachwerk-Radar aufgetaucht ist, hält Gerner es für möglich, dass der Brehmeort dort nicht zum letzten Mal auf einer Marke verewigt wurde. „Jetzt kennt man die Stadt.“

  Bhutan
  Das Königreich Bhutan – in etwa so groß wie die Schweiz – liegt zum größten Teil im Himalaya-Gebirge. Im Süden grenzt es an Indien, im Norden an Tibet. Die Hauptstadt des Staates mit knapp 700 000 Einwohner ist Thimphu, dort lebt mehr als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Die drittgrößte Stadt Gelaphu hat mit fast 10 000 Einwohnern in etwa die Größe der Duderstädter Kernstadt. Staatsoberhaupt ist König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck. Bhutan ist das letzte Land auf der Erde, in dem 1999 das Fernsehen eingeführt wurde. Amtssprache ist Dzongkha, eine Sprache, die außerhalb Bhutans kaum gesprochen wird. Staatsreligion ist eine Form des Buddhismus. Bhutan ist das einzige Land, welches diese als Staatsreligion praktiziert. Ein dunkles Kapitel der Geschichte ist die Zwangsexilierung von mehr als 100 000 nepalesischen Bhutanern ab den 80er-Jahren, die seitdem in Lagern in Nepal und Indien leben.

Von Erik Westermann

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