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Fahrschule Schliesing lässt Betrieb auslaufen

Duderstadt Fahrschule Schliesing lässt Betrieb auslaufen

Die Fahrschule Schliesing nimmt keine Fahrschüler mehr an, weil sie im kommenden Frühjahr den Betrieb auslaufen lässt. Altersgründe und die erfolglose Suche nach einem Nachfolger hätten zu der Entscheidung geführt, erklärt Inhaber Wolfgang Schliesing.

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Renate und Wolfgang Schliesing vor dem Fahrschulstandort an der Duderstädter Steintorstraße.
 

Quelle: art

Duderstadt. „Wir haben drei Generationen zum Führerschein begleitet, sind 24 Autos gefahren, für die rund 5700 Tankfüllungen gebraucht wurden“, nennt Schliesing einige Zahlen. Mit den 9000 Fahrschülern seien 4,6 Millionen Kilometer zurückgelegt worden, was einer Strecke von sechsmal zum Mond und zurück oder 115-mal um die Erde entspreche.

Berufstraum in Duderstadt verwirklicht

„Ich hatte schon immer den Traum, Fahrlehrer zu werden“, berichtet der gebürtige Duderstädter über seinen Beruf, der zugleich auch Berufung war. Nach der Ausbildung zum Großhandels-, Einzelhandels- und Industriekaufmann sei er mehrere Jahre im kaufmännischen Bereich einer Firma tätig gewesen.

Um entsprechende Fahrpraxis für die spätere Tätigkeit zu erlangen, arbeitete er anschließend als angestellter Lastkraftwagenfahrer gearbeitet, bevor er im Jahre 1974 bei der Fahrlehrerfachschule Seela in Braunschweig die Ausbildung zum Fahrschullehrer absolvierte.

„Ich habe danach als angestellter Fahrlehrer in Köln gearbeitet und Fahrschüler in den Bereichen Motorrad und Kfz ausgebildet“, erzählt Schliesing. 1977 dann habe er zusammen mit seiner Frau Renate den Entschluss gefasst, in Duderstadt eine eigene Fahrschule zu eröffnen. Räume dafür habe er in einem Haus an der Steintorstraße gefunden, ein halbes Jahr später wurde auch in Gieboldehausen ein Standort der Fahrschule eröffnet. Einen „großen Schub“ an Fahrschülern habe die Grenzöffnung gebracht.

Schüler werden durch Leistungsdruck unkonzentrierter

Auffallend sei, dass die Fahrschüler heutzutage unkonzentrierter seien, berichtet Schliesing. Er vermutet, dass dies im wachsenden Leistungsdruck in der Schule begründet liege. Außerdem seien die Fahrschüler in aller Regel zeitlich sehr eingeschränkt. Dies spiegele sich auch in den Prüfungen wider. Die Schüler seien aufgeregter, die Durchfallquote steige, „weil die Fahrschüler nicht mehr so belastbar“ seien, wie der langjährige Fahrlehrer meint.

Dies gehe einher mit gestiegenen Anforderungen in den Prüfungen. Es müssten mehr Fragen beantwortet werden als früher. Außerdem seien Videosequenzen hinzugekommen, die den Prüflingen gezeigt würden und zu denen sie anschließend Fragen beantworten müssten.

Schliesing bedauert, dass der Traditionsbetrieb keinen Nachfolger gefunden hat. „Wir hätten uns gefreut, wenn jemand die Fahrschule in unserer Tradition fortgeführt hätte“, betont Schliesing. Für ihn und seine Frau sei die Schließung eine „schwere Entscheidung“ gewesen. An die vier Jahrzehnte der Fahrschule sollen die Aufschriften auf den Fahrschulautos erinnern: „Danke für 40 Jahre Vertrauen.“

Von Axel Artmann

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