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Flexible Fördermaßnahmen für den Berufsstart

EU-Projekt Jugendwerkstatt Flexible Fördermaßnahmen für den Berufsstart

Nicht immer klappt bei Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben beim ersten Anlauf. „Gründe für die Schwierigkeiten gibt es viele: soziale, familiäre, gesundheitliche, schulische oder sprachliche“, weiß die Sozialpädagogin Julia Adler. Mit ihren Kollegen betreut sie das EU-Projekt Jugendwerkstatt „Struktur“ bei der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) in Duderstadt.

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Hier bekommen arbeitslose Jugendliche Hilfe: Jugendwerkstatt bei der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung.

Quelle: Blank

Duderstadt. Die Jugendwerkstatt hat sich die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit von sozial Benachteiligten auf die Fahnen geschrieben, „und da sind wir in den Möglichkeiten sehr flexibel“, so Adler.

Dass dabei jeder Teilnehmer dort gefördert werden soll, wo er Hilfe benötigt, bestätigt GAB-Geschäftsführer Friedrich Bauer. „Manche machen bei uns ihren Schulabschluss nach, andere nehmen an persönlichen Stabilisierungsmaßnahmen teil oder bekommen grundsätzliche Einblicke in berufliche Anforderungen und Hilfe bei Bewerbungen“, nennt er Beispiele.

Von Langzeitarbeitslosigkeit spricht man bei Jugendlichen, wenn die Betroffenen mindestens ein halbes Jahr lang weder einen Job noch eine Lehrstelle haben. Viele werden von den jeweiligen Fallmanagern des Pro-Aktiv-Centers oder des Jobcenters der Arbeitsagentur zur Jugendwerkstatt geschickt, um sich bei ihren individuellen Problemen helfen zu lassen und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden zu können. Einige kommen aber auch selbst, weil sie hier die Chance sehen, auch mit nicht perfekten persönlichen Voraussetzungen den Absprung ins Berufsleben zu schaffen.

Die drei jungen Eichsfelder René Rassfeldt, Daniel Markowski und Tobias Wentzler nehmen am „Struktur“-Projekt teil und arbeiten zurzeit in der Holzwerkstatt der GAB. René und Daniel haben bisher noch keine Lehrstelle gefunden. Tobias hat eine abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker und nach seiner Ausbildung ein paar Monate als Geselle gearbeitet.

Aber der kleine Familienbetrieb konnte ihn nicht weiter beschäftigen. Nachdem er einige Zeit arbeitslos war, stellte er fest, dass sich sein Beruf sehr schnell weiterentwickelt hatte und die großen Autohäuser nun andere Anforderungen stellten. Also entschloss er sich umzusatteln auf Lkw-Fahrer.

Motiviert sind alle drei. „Ich möchte gern einen festen Beruf haben“, lautet Daniels Wunsch nach mehr Sicherheit. René weiß schon länger, dass er gern mit Holz arbeitet, aber mit der Ausbildungsstelle hat es noch nicht geklappt. „Ich finde es wichtig, etwas zu lernen, um sich in einem Fachgebiet auszukennen“, sagt der Tiftlingeröder, der bereits ein Zertifikat besitzt, um die Maschinen in der Holzwerkstatt bedienen zu dürfen.

„Was die jungen Leute hier lernen, entspricht noch nicht den Anforderungen einer Tischlerlehre. Wir versuchen eher, einen möglichst umfassenden Einblick in verschiedene Berufe zu geben“, erklärt Werkstättenleiter Tobias Steinert. So werde beispielsweise in der Holzwerkstatt nicht nur gesägt und gehämmert, sondern es werden auch Möbel auf- und abgebaut, restauriert oder Fußböden verlegt.

Die bisher jüngste Teilnehmerin in der Jugendwerkstatt sei 13 Jahre alt gewesen und wurde hier wegen ihrer Schulprobleme gefördert, aber das Durchschnittsalter liege zwischen 17 bis 19 Jahre, beschreibt Adler die Zielgruppe für das Projekt. Höchstalter sei 25, in Ausnahmefällen 27 Jahre. „Die Teilnahme wurde von sechs auf zwölf Monate erhöht“, freut sich Bauer, denn so sei die Möglichkeit gegeben, flexiblere Pläne umzusetzen.

Er gibt jedoch zu bedenken, dass „nicht alles, was jahrelang schon in der Kindheit und Schulzeit schiefgelaufen ist, in einem Jahr repariert werden kann.“ Daher lege man Wert auf gute Zusammenarbeit mit Therapeuten, mit Schulen und Fahrschulen, der Arbeitsagentur und vielen weiteren Einrichtungen für jugendliche Berufsstarter.

Außerdem betont Bauer: „Jugendberufshilfe bezieht sich nicht nur auf problembelastete Fälle, sondern auf alle, die Schwierigkeiten haben beim Übergang von der Schule in den Beruf.“ Der Einstieg in die Fördermaßnahme sei flexibel, wer Hilfe bräuchte, könne jeden Tag anfangen, ergänzt Adler, „und zwar auch junge Mütter, die auf Teilzeit angewiesen sind.“

Auch die Finanzierung für die Jugendberufshilfe sei für die nächsten Jahre gesichert, so Bauer. Gefördert werde das Projekt vom Europäischen Sozialfonds, dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Göttingen.
Weitere Infos zu den Projekten und Fördermöglichkeiten gibt es im Internet bei gab-duderstadt.de.

Von Claudia Nachtwey

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