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„Kelly-Inseln“ bieten Hilfe für Kinder in Not in Duderstadt

Hilfe in kleiner und großer Not „Kelly-Inseln“ bieten Hilfe für Kinder in Not in Duderstadt

Hilfe für Kinder in Notsituationen soll selbstverständlich sein. Und Kinder sollen wissen, wie sie sich bei Gefahr richtig verhalten und wohin sie sich mit Problemen wenden können. Das sind die Ziele des Projekts „Kelly-Insel“.

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Logo signalisiert Hilfsbereitschaft: 42 Geschäfte in Duderstadt sind mit dem Zeichen der „Kelly-Insel“ als Anlaufstelle für Kinder erkennbar.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Das Erkennungszeichen der Kelly-Inseln, eine Polizei-Kelle mit der Aufschrift „Ich helfe Dir“, weist inzwischen ein dichtes Netz von Rettungsinseln für Kinder in Duderstadt aus. 42 Geschäfte und Institutionen sind beteiligt.

„Wenn Kinder einmal ein Pflaster brauchen – oder auch mit anderen Kleinigkeiten – dann kommen sie zu uns. Irgendetwas ist immer“, berichtet die Leiterin der Kindertagesstätte St. Klaus, Marita Eckermann. Die Tagesstätte ist seit einem Jahr Kelly-Insel und gehört zu den neun Neuzugängen. Vertreter dieser Einrichtungen bekamen jetzt eine Einführung durch den Kontaktbereichsbeamten Karl-Robert Müller.

In den nächsten Tagen werden die Eltern von Zweitklässlern an allen Duderstädter Grundschulen über die Kelly-Inseln informiert. Danach gehen Präventionsbeauftragte der Polizei in den Unterricht, um den Grundschülern Tipps zu geben und in Rollenspielen Verhaltensweisen einzuüben.

Denn die Kennzeichnung von Einrichtungen als Kelly-Inseln ist nur ein Baustein des Projekts. Elternarbeit und Schulbesuche der Polizei gehören ebenso dazu wie Unterrichtseinheiten in den Klassen.

Schutz vor sexueller Gewalt

Der Wandel von einer Wegschau- zu einer Hinsehgesellschaft sei ein Ziel, erläuterte Müller. Anlass für das Kelly-Insel-Projekt sei ein konkreter Fall gewesen: Die Entführung, der sexuelle Missbrauch und der Tod einer sechsjährigen Schülerin im baden-württembergischen Filderstadt. Pädagogen, Psychologen und Polizei hätten daraufhin das Präventionsprojekt entwickelt, das 2007 vom Polizeikommissariat Duderstadt übernommen worden sei.

Der Schutz vor sexueller Gewalt ist wesentlicher Bestandteil des Projekts. Aufgeklärte, selbstbewusste Kinder seien deutlich weniger gefährdet als unsichere. Deshalb werde den Kindern vermittelt, dass sie in für sie unangenehmen Situationen Nein sagen können, so Müller. Auch Grundregeln für einen sicheren Schulweg und im Umgang mit Erwachsenen würden leicht verständlich geschult, nennt er weitere Beispiele.

Sexuelle Gewalt sei in Duderstadt seit Bestehen des Projekts noch nie in einer Kelly-Insel gemeldet worden, so Müller. Dennoch seien die Anlaufstellen für Kinder hier wichtig, denn sie böten auch Hilfe in weniger bedrohlichen Notlagen: Wenn Schüler einen Bus verpasst oder die Fahrkarte vergessen hätten, ein Pflaster bräuchten oder auch nur auf die Toilette müssten.

Duderstadt ist keine heile Welt

Auch in Fällen häuslicher Gewalt bräuchten Kinder Ansprechpartner. Das Logo Kelly-Insel senke die Hemmschwelle und signalisiere, dass Kinder hier mit ihren Sorgen Gehör fänden. Auch sei Duderstadt keine heile Welt mehr. „Wir sind in der Mitte Deutschlands, und es gibt hier alles, was es an anderen Orten auch gibt“, sagte Müller und dankte den Neuzugängen bei den Kelly-Inseln.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, sich der Öffentlichkeit so zur Verfügung zu stellen“, lobte Duderstadts Kommissariatsleiter Otto Moneke. Für eine Stadt von der Größe Duderstadts sei die Zahl 42 teilnehmender Einrichtungen sehr beachtlich, fügte er hinzu. Und: „Scheuen sie sich nicht, die Polizei anzurufen, wenn die Kinder zu ihnen kommen und in Not sind“, sagte er den neuen Kelly-Inseln die Unterstützung der Polizei zu.

Neue Kelly-Inseln

Neun neue Kelly-Inseln gibt es in Duderstadt:

Familienzentrum St. Klaus (Leddergasse 15), Lädchen am Ring (Adenauerring 8), Farbenhaus Schröter (An der Leerenschen Rinne 8), Kinder- und Jugendmedizin im Bahnhof (Bahnhofstraße 1), Eichsfelder Tageblatt (Auf der Spiegelbrücke 11) und die Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe mit ihrem Hauptgebäude (Am Euzenberg 32), dem Kundencenter (Marktstraße 89) sowie Hallenbad (Auf der Klappe) und Freibad (August-Werner-Allee).

Insgesamt gibt es somit 42 Anlaufstellen für Kinder in Duderstadt.

kelly-insel.de

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