Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Gieboldehausen: Windenergie wirbelt Kommunalpolitik auf

Kontroverse geht weiter Gieboldehausen: Windenergie wirbelt Kommunalpolitik auf

Wesentlich weniger, aber immer noch zahlreiche Eingaben hat es bei der zweiten Auslegung der Planänderung zur umstrittenen Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie in der Samtgemeinde Gieboldehausen gegeben. Dazu gehört der Beschluss des Fleckens Gieboldehausen, der vom Grundsatz her seine erste Stellungnahme bekräftigt und sich erneut für eine Konzentration am Höherberg ausgesprochen hat.

Voriger Artikel
Alexander „Sascha“ Richter nimmt erste CD auf
Nächster Artikel
Hans-Georg Schwedhelm: „Ohne Windräder keine Energiewende“

Sorgen nicht nur für Schlagschatten, sondern auch für einen anhaltenden politischen Schlagabtausch: Windräder in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Kunze

Quelle: Kunze

Gieboldehausen. Der Entscheidung, mit der sich die Mehrheitsgruppe Freie Wähler/SPD/Grüne in den politischen Gremien des Flecken durchsetzte, ist insbesondere im Bauausschuss ein heftiger Schlagabtausch mit der CDU vorangegangen. Kritik wurde  dabei auch am Vorgehen der Samtgemeinde geübt.

Wolfgang Nünemann (SPD) knüpfte an die Empfehlung der Potenzialanalyse vom Juli 2012 an, sich auf den Höherberg zu konzentrieren. Die Samtgemeinde habe sich dennoch für zwei Standorte – Höherberg und Pinnekenberg – ausgesprochen. „Befremdlich“ nannte es Nünemann , dass es nun eine neue Potenzialstudie gebe – „ohne die damals von uns unterstützte Empfehlung“.

Das Landschaftsbildgutachten stamme vom gleichen Gutachter wie die Potenzialstudie, die Abwägung der Samtgemeinde zum Flecken-Beschluss sage nichts aus und sei lächerlich.

Befremden darüber, wie die Samtgemeinde mit dem Thema umgehe, äußerte auch  Wolfram Döring (Freie Wähler): „Eine restriktive Steuerung ist möglich, wenn man es nur will – doch das will die Samtgemeinde nicht.“ So werde immer wieder das förmliche Verfahren hervorgehoben, dann aber ein Kriterium aufgeweicht und auf CDU-Antrag die Abstandsgrenze zur Wohnbebauung erweitert, ein anderes Kriterium – die Abstandsgrenze zwischen den Vorrangflächen – nicht berücksichtigt. Eingaben der Bürger seien mit Standardformulierungen weggewischt worden.

Rechtlichen Rahmenbedingungen

Man dürfe nicht Aspekte der Planänderung auf Samtgemeindeebene mit der Stellungsnahme des Fleckens verwechseln, meinte Markus Gerhardy (CDU): „Wir sind nicht in der Situation, frei wählen zu können, sondern unterliegen rechtlichen Rahmenbedingungen und müssen der Windkraft substanziellen Raum einräumen.“ Es nutze nichts, Forderungen aufzustellen, die nicht rechtssicher und auf Samtgemeindeebene nicht umsetzbar seien.

Gerhardy hinterfragte die Abstandsregelung zwischen den Vorrangflächen, warnte davor, dass Windräder auch ohne Planänderung möglich seien und kritisierte die „Nebelkerzen, die die Gruppe immer wieder loslässt“. Dahinter stecke die egoistische Perspektive, selbst nicht belastet zu werden und andere zu belasten.

„Wir haben nicht für Bilshausen, sondern für Gieboldehausen eine Stellungsnahme abzugeben“, hielt ihm Döring entgegen und erteilte einer Doppelbelastung Gieboldehausens durch zwei Flächengruppen eine deutliche Abfuhr: „Rechtssicher ist etwas erst dann, wenn ein Urteil gesprochen wird.“ Maria Bock (CDU) wies die „Diffamierung des Verfahrens“ energisch zurück: „Wir verstricken uns in subjektive Wahrnehmungen.“ Sie maße sich keine Kritik an Fachgutachten an.

Einwohnerfragestunde

In der Einwohnerfragestunde setzte sich die wie ein Windrad im Kreis drehende Diskussion fort. Unter anderem kritisierte Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen die Visualisierungen im Landschaftsbildgutachten. Zudem monierte er, dass die langfristigen Auswirkungen von Windrädern auf die Gesundheit nicht berücksichtigt würden – und warf dabei Stichworte wie Contergan, Asbest und Atomindustrie in den Raum.

Döring fühlt sich durch das Netzwerk von Initiativen gegen Windräder im Landkreis bestätigt: „Bund und Land legen keine klaren Kriterien fest und lassen die Menschen alleine, Investorengruppen machen Druck, Bürger-Windräder bleiben draußen vor.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grundbesitzer gründen Eigentümergemeinschaft
Hier wäre der Bau von Windrädern möglich: Fläche zwischen der Kreisstraße 120 (vorne) und Euzenberg, zwischen Immingerode, Nesselröden und Tiftlingerode.

Südlich des Euzenbergs könnte ein Windpark entstehen. Ausgelöst durch Pläne des Windkraftunternehmens WPD, auf der Fläche im Dreieck der Orte Nesselröden, Tiftlingerode und Immingerode bis zu acht Windräder zu errichten, hat sich ein Großteil der Grundbesitzer in diesem Gebiet zur Gründung einer Eigentümergemeinschaft entschlossen. Initiiert wurde der Zusammenschluss vom Landvolk Göttingen.

mehr
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt