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„Glockengeläut ist Bestandteil der Innenstadt“

St. Cyriakus „Glockengeläut ist Bestandteil der Innenstadt“

Wenige Tage nach der Gründungsversammlung des Glockenbauvereins an St. Cyriakus zu Duderstadt, haben sich einige Mitglieder bei einem Aufstieg in den Kirchturm ein Bild von der Lage gemacht. Mit dabei war auch Helmuth Artmann. Er zeichnet gemeinsam mit seiner Mutter Gisela Artmann, geborene Hollenbach, für eine erste, größere Spende verantwortlich.

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Blick auf Duderstadt: Von den Türmen der St. Cyriakuskirche soll künftig ein Geläut ertönen, das der Bedeutung der Kirche gerecht wird.

Quelle: MW

Der Glockenbauverein verfolgt das Ziel, das vorhandene Geläut zu ergänzen und den Vorkriegszustand wiederherzustellen. „Die Idee dazu reift schon länger in den Köpfen“, berichtet Herbert Pfeiffer, erster Vorsitzender des Fördervereins. Es solle ein Geläut in St. Cyriakus geben, das der Bedeutung der Kirche gerecht werde. „Das Glockengeläut ist ein erkennbarer Bestandteil der Innenstadt“, sagte dazu Artmann. Seine Familie habe sich aus Dankbarkeit und Verbundenheit mit der Region zu der Spende entschlossen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg fehlen die zwei größten aus einem Ensemble von ehemals sechs Glocken der Oberkirche. Die Nationalsozialisten hatten mehrere Glocken zwecks Materialbeschaffung für Kanonen abmontiert. Sie dokumentierten diesen Vorgang mit einem Stempel am Kirchengemäuer. Noch heute ist in der ersten Ebene der Kirchtürme das Datum „2. 8. 1942“ in roten Lettern zu lesen. Erkennbar sind dort auch Spuren vom Einbringen der Ersatzglocken nach Kriegsende. Dafür musste der südliche Turm aufgebrochen werden.

Ein Jahr lang dauert es vom Auftrag bis zur Fertigstellung einer einzelnen Glocke. Kontakte zu einer Gießerei bestehen bereits. Die Glocken würden in den Tönen c sowie dem tiefen as gegossen, um das Klangbild des Geläuts zu vervollständigen, wie Regionalkantor Paul Heggemann berichtete.

Die schwerere der beiden zu gießenden Glocken wird rund 5000 Kilogramm wiegen. Die Glocken müssen in einem Stück von außen durch den Kirchturm von St. Cyriakus eingebracht werden. Dazu gebe es Kontakt zu einer Hebefirma aus Schweden mit Niederlassung in der Region. Schließlich müssen die Glocken auf die richtige Höhe ge zogen werden. Dafür muss die gesamte Holzinnenkonstruktion der oberen Türme bis auf die tragenden Elemente entfernt und anschließend wieder rückgebaut werden. Der Vorstand des mittlerweile 20 Mitglieder starken Fördervereins rechnet mit Kosten von bis zu 130 000 Euro. Frühestens in zwei Jahren könnte das Projekt abgeschlossen sein.

Sparkassenvorstand und Beisitzer des Glockenbauvereins Hermann Vorwald sicherte Unterstützung der Sparkasse zu.

Im Anschluss an die Turmbegehung wurden gemeinsam mit Domkapitular Propst Wolfgang Damm Überlegungen angestellt, ob und wie die Kirche in ein touristisches Konzept der mittelalterlichen Brehmestadt mit einbezogen werden könnte. So seien beispielsweise Turmbegehungen eine Möglichkeit. „Da ist aber die Stadt am Drücker“, so Propst Damm. Auch verfüge die Kirchengemeinde über interessante mittelalterliche Stücke, darunter ein goldenes Kreuz, das er als „Prunkstück aus dem Nordhäuser Dom“ bezeichnete.
Über eine weitere Spende von 937 Euro freute sich der Förderverein. Das Geld war als Türkollekte nach einem Orgelkonzert von Hans-Joachim Trappe in St. Cyriakus zusammengekommen. Der bundesweit bekannte Kardiologe und Kirchenmusiker Trappe plant zudem, im Frühjahr eine Benefiz-CD an der Creutzburg-Orgel aufzunehmen. Der Gewinn aus dem Verkauf der CDs soll dem Förderverein zugute kommen.
Der Glockenbauverein hat Spendenkonten bei der Volksbank Eichsfeld-Northeim und der Sparkasse Duderstadt eingerichtet.

Von Björn Dinges

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