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Göttinger Missbrauchsprozess: Mutter glaubt Tochter nicht

Opfer sexueller Gewalt Göttinger Missbrauchsprozess: Mutter glaubt Tochter nicht

Im Prozess gegen einen 38 Jahre alten Handwerker aus dem Untereichsfeld wegen sexuellen Missbrauchs seiner zehnjährigen Stieftochter ist jetzt die Mutter des Kindes als Zeugin gehört worden. Die 28-Jährige glaubt ihrer Tochter die Vorwürfe nicht.

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Quelle: dpa

Göttingen. Dabei sei sie, so sagte sie vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts aus, selbst als Kind Opfer sexueller Gewalt geworden – einmal als Zehnjährige, einmal als Zwölfjährige. „Und meine Mutter stand in der Tür und hat nichts getan“, sagte sie verbittert im Gericht.

Die Frau, die mit dem Angeklagten zwei weitere Kinder hat, glaubt den Unschuldsbeteuerungen ihres Mannes und hält es für wahrscheinlich, dass sich die inzwischen Zwölfjährige die Vorwürfe zusammen mit ihrer Großmutter ausgedacht habe, damit das Mädchen künftig im Haushalt der Oma leben könne. Tatsächlich wurde das Kind gleich nach den vom Angeklagten selbst angezeigten Vorwürfen im Mai 2011 von den Behörden aus der Familie genommen und wohnt seither bei der Großmutter.

Extrem zugenommen

Dort, so klagt die Mutter, sei das Mädchen in der Schule schlecht geworden und habe „extrem zugenommen“. Sie selbst habe, genau wie ihr Mann, die Tochter streng aber liebevoll erzogen, denn: „Ich wollte nie so werden wie meine Mutter“. Erst als ein Geschwisterchen gekommen sei, habe sich das Mädchen verändert, habe „rumgezickt“ und gar „die Hand erhoben“.

Ob es Schläge gegeben habe, wie es Tochter und Oma behaupten, wollen die Richter wissen: Da zögert die Zeugin, will zunächst nichts sagen, besteht aber schließlich darauf, mehr als „einen Klaps auf den Po“ habe es nie gegeben. Dem Angeklagten wird auch Körperverletzung durch Schläge vorgeworfen. Eine Zeugin, einst Freundin der Familie, will auch von Schlägen mit dem Gürtel gehört haben.

Die 28-jährige Mutter, die das mutmaßliche Opfer selbst mit 15 bekam, hält die Vorwürfe für „ein abgekartetes Spiel von Frau M.“. Sie nennt ihre Mutter nur „Frau M.“. „Sie wollte meine Tochter schon immer haben und hat deshalb auch eine frühere Beziehung zerstört.“

Leicht beeinflussbar

Und sie behauptet: „Meine Tochter ist leicht beeinflussbar.“ Weil eine Klassenkameradin von ihr auf gleiche Weise, wie das Mädchen jetzt behauptet, missbraucht worden sein soll, habe das Kind die gleiche Geschichte auf ihren Mann bezogen. Dabei sei sie „voller Widersprüche“.

Ob das wirklich so ist, soll eine Sachverständige beurteilen, die auf die Glaubwürdigkeit von Opferaussagen spezialisiert ist. An ihrem Gutachten könnte sich der Prozess entscheiden.

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Hat sie den geschilderten sexuellen Missbrauch mit erst zehn Jahren wirklich erlebt, oder hat sie sich die schweren Vorwürfe gegen den Stiefvater ausgedacht? Diese Frage sollte am Freitag eine Glaubwürdigkeitsgutachterin vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts klären.

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