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Greta Werner kommt als einzige Hausgeburt in Duderstadt zur Welt

Geburtsort Wohnzimmer Greta Werner kommt als einzige Hausgeburt in Duderstadt zur Welt

292 Kinder sind im vergangenen Jahr in Duderstadt geboren worden. Sie alle taten ihren ersten Schrei in den Kreißsälen des Krankenhauses St. Martini – bis auf eine Ausnahme: Greta Werner erblickte am 26. März 2013 um 10 Uhr vormittags im heimischen Wohnzimmer in der Haberstraße 18 das Licht der Welt.

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Für Hausgeburt entschieden: Brit und Christian Werner mit Jonathan und Greta im heimischen Wohnzimmer, wo Greta im März vergangenen Jahres geboren wurde.

Quelle: Lüder

Duderstadt. Brit (35) und Christian Werner (40) haben in der Standesamts-Statistik für die einzige Hausgeburt 2013 in Duderstadt gesorgt und sind noch heute froh über ihre Entscheidung. „Zu Hause war es für mich schöner und entspannter“, sagt Brit Werner, während sie die quirlige Greta auf dem Schoß hält.

Von dem Wunsch nach einer Hausgeburt bis zur reibungslosen Entbindung war es allerdings ein nicht ganz einfacher Weg, doch Brit Werner setzte ihren Wunsch entschlossen um.  „Mein erster Sohn Guiliano kam von 15 Jahren im Krankenhaus zur Welt, seinen Bruder Jonathan habe ich dann vor zehn Jahren zu Hause entbunden.

Und Greta sollte ebenfalls zu Haus zur Welt kommen“, berichtet sie. Die Mitteilung, dass Kind Nummer drei zu Haus geboren werden sollte, stieß bei Familie und Freunden nicht auf Begeisterung. „Den Satz 'Seid ihr verrückt?' haben wir mehrfach gehört. Unsere Familie hatte Angst, dass etwas schiefgehen könnte“, schildert Christian Werner die ersten Reaktionen des Umfeldes.

Schwierige Suche

Die Besorgnis habe sich aber schnell gelegt, und alle hätten mitgezogen: während der Geburt die Söhne versorgt oder vorgekocht.

Schwierig gestaltete sich die Suche nach einer Hebamme, die die Hausgeburt begleiten sollte. In Göttingen wurden die Werners dann fündig. Die Hebammen Susanne Haller und Angelika Mehlberg unterstützten die werdende Mutter in ihrem Wunsch, Haller begleitete die Schwangere dann über die gesamte Schwangerschaft. „Nur die Ultraschall-Untersuchungen hat ein Arzt gemacht“, berichtet die junge Mutter.

Fast hätte Greta ihren Eltern aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn noch kurze Zeit vor der Geburt hatte sie sich im Bauch der Mama noch nicht in die richtige Position gebracht. „Beim letzten Ultraschall hatte sie sich dann doch gedreht, und die Hebamme hat das O.k. gegeben“, erinnert sich Christian Werner.

Nach rund vier Stunden Wehen kam Greta mit fünf Kilo Gewicht und einer Länge von 59 Zentimetern zur Welt. „Wir haben den Geburtprozess bewusst als Paar gestaltet und erlebt. Wir konnten uns in der gesamten Wohnung frei bewegen, alles war vertraut. Die Hebammen waren zwar immer anwesend, haben sich aber im Hintergrund gehalten“, beschreibt Christian Werner.

"Da entbinden, wo man sich sicher fühlt"

Seine Frau und er seien füreinander da gewesen. Bei einer Krankenhausgeburt sei das seiner Meinung nach in den Maße nicht möglich. „Für mich war alles viel stressfreier“, ergänzt Brit Werner, „und wir haben gemerkt, wieviel Kraft wir als Paar haben.“

Brit Werner, ausgebildetet Heilpraktikerin, würde sich immer wieder für eine Hausgeburt entscheiden: „Natürlich nur, wenn während der Schwangerschaft alles in Ordnung ist. Und ich weiß auch nicht, ob ich ohne diese Ausbildung mein Kind zuhause bekommen hätte.“ Dadurch habe sie gelernt, ihren Körper zu spüren und ihre eigenen Kräfte einzuschätzen.

Aus diesem Grund würde sie auch nicht jeder Schwangeren zu einer Hausgeburt raten: „Man sollte da entbinden, wo man sich sicher fühlt. Und ich fühle mich nun einmal zu Haus am sichersten. Das Kind kann in Ruhe ankommen, es ist nicht so geschäftig, wie im Krankenhausbetrieb.“

Eins ist den Werners aber auch im Gedächtnis geblieben: „Man muss sich vielmehr kümmern, wenn man nicht im System ist. Da muss man viele Hürden nehmen.“

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