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Händel für Kinder: Musikworkshop im Duderstädter Rathaus

Wie marschieren Helden? Händel für Kinder: Musikworkshop im Duderstädter Rathaus

Komplexe Handlungsstränge, Mord, Rache, Eifersucht und Liebe – mit seiner Oper Siroe, Re di Persia traf Händel den barocken Geschmack seiner Zeitgenossen. Aber lassen sich für solch wuchtigen Stoff Kinder im Jahr 2013 begeistern?

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Üben für den großen Auftritt: Hendrika Ruthenberg (Mitte) zeigt den Kindern mir vollem Einsatz, wie sie sich mit Körpersprache ausdrücken können.

Quelle: Lüder

Duderstadt. An diese Aufgabe wagte sich Hendrika Ruthenberg, Theaterpädagogin aus Berlin, die neben ihrer schauspielerischen Ausbildung ihr Diplom als Puppenspielerin hat.

Im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, die in diesem Jahr unter dem Motto Orient stehen, bot sie einen Musikworkshop für Kinder im Duderstädter Rathaus an.

Nach der dreistündigen Probe sollte eine halbstündige Aufführung des „Siroe, König von Persien“ der Öffentlichkeit, Eltern, Verwandten und Freunden, vorgestellt werden.

„Es hat einige Zeit gedauert, bis ich den Plot der Oper in ein Musikspiel mit Tanz für Kinder umgeschrieben hatte“, sagte Ruthenberg. Neun Kinder, die sich zum Teil vorher nie gesehen hatten, hatten am Sonnabend am Workshop teilgenommen.

Überzeugende Lebendigkeit

Aber der herzliche Humor der Theaterpädagogin brach das Eis schnell. Die Handlung des Stückes wurde gemeinsam besprochen, und schon fanden sich die Kinder in ihren Kostümen wieder.

Außerdem hatte Ruthenberg Masken gefertigt, die trotz ihres starren Ausdrucks überzeugende Lebendigkeit ausstrahlten, sobald die Kinder mit Einsatz ihrer Körpersprache spielten.

Gesprochen oder gesungen wurde nicht, aber musikalische Begleitung gab es während der Proben und des Auftritts von der Duderstädter Musikschule des Landkreises Göttingen.

Die meist jugendlichen Musiker traten in der Besetzung eines klassischen Barock-Ensembles an: Flöten, Geigen, Bratschen und ein Cembalo brachten Händels Musik auf die Rathausbühne.

Was Worte nicht erklären können

Die Kinder übten: Wie stirbt einer, der vom Schwert getroffen wir? Wie marschieren Helden? Wie drückt sich Trauer, Freude, Hinterlist oder Liebe nur mit Körpersprache aus?

Ruthenberg spielte vor, was Worte nicht erklären konnten. Ihr zur Seite standen die beiden Northeimer Jugendlichen Julia und Claricia, die ihr schon öfter assistiert hatten und nun den Kindern bei der Aufstellung halfen oder Requisiten herbei brachten.

Die Kinder lachten viel und spielten konzentriert. Für die Tanzszenen hatte die Duderstädterin Petra Bartosch, Dozentin für orientalischen Tanz, mit den jungen Protagonisten Schritte und den richtigen Hüftschwung einstudiert.

„Hinter den Masken erkennen wir die anderen Kinder nicht mehr so richtig, aber dadurch kann man sich gut in die eigene Rolle hineinversetzen“, beobachtete Prinzessin-Emira-Darstellerin Johanna.

Knisternde Aufregung

Auch Hannah gefiel die Schauspielerei: „Man kann mal sein, was man sonst nicht ist, zum Beispiel ein Junge“, sagte sie zu ihrer Rolle als Soldat.

Knisternde Aufregung machte sich breit, als am Nachmittag Eltern, Freunde und Musikliebhaber zur öffentlichen Vorstellung eintrafen.

Sabine Gottschalk, Leiterin der Musikschule, begrüßte die Gäste, Julia gab vor dem jeweiligen Akt einen kurzen Überblick zur Handlung, und die Kinder stellten mit viel Körpereinsatz die Spiel- und Tanz-Szenen dar.

Der Applaus war riesig, als die jungen Schauspieler nach ihrer Leistung die Masken abnahmen und ihre vor Stolz geröteten Gesichter zeigten.

Im nächsten Jahr wieder

Matteo und Justus, die den Schwertkampf zu Händels Musik gespielt hatten, hatten zwar schon vor dem Workshop mal Klassik gehört, aber Siroe fanden sie richtig gut.

Auf die Frage, ob sie auch in eine Oper gehen würden, waren sich beide sofort einig: „Ja, klar!“

Sabine Holste-Hoffmann, Geschäftsführerin des Mitveranstalters der Theater- und Konzertvereinigung, hofft, im nächsten Jahr den Workshop wieder nach Duderstadt zu holen.

„Dann dürfen ruhig noch mehr Kinder kommen!“, machte sie denen Mut, die sich in diesem Jahr nicht getraut hatten.

Von Claudia Nachtwey

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