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Haftstrafe für Betrug in Bewährungszeit

Als Fahrlehrer ausgegeben Haftstrafe für Betrug in Bewährungszeit

Zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sieben Monaten ist am Duderstädter Amtsgericht 17-Jähriger verurteilt worden. Dort musste er sich gemeinsam mit einem 30-jährigen Duderstädter wegen Betruges verantworten.

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Quelle: dpa

Duderstadt. In das Strafmaß für den 17-Jährigen, gegen das die Verteidigung Rechtsmittel einlegen will, ist ein Urteil des Göttinger Amtsgerichts wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls und versuchter räuberischer Erpressung eingeflossen. Der Arbeitslose ohne Schulabschluss und Ausbildung hatte immer wieder gegen Bewährungsauflagen verstoßen, Sozialstunden nicht abgeleistet, den Schulbesuch verweigert, Mitschüler attackiert, sich allen pädagogischen Bemühungen und Angeboten entzogen. Er habe selten einen derart penetranten Fall von Verweigerung erlebt, sagte sein aktueller Betreuer, der keine positive Sozialprognose abgeben konnte. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Jugendlichen sechs Monate Haft gefordert, die zu vollstrecken seien, die Verteidigung letztmalig eine Bewährungsstrafe mit Erziehungsmaßregelungen.

In dem aktuellen Fall, der angeklagt war, wurde eine 20-jährige Duderstädterin über den Tisch gezogen. Der unerfahrenen Zeugin war suggeriert worden, ihr günstig Fahrstunden zu vermitteln, der 30-jährige Mittäter gab sich als polnischer Fahrlehrer aus. Ihren Vorschuss in Höhe von 400 Euro sah die junge Frau, die schließlich die Polizei einschaltete, nicht wieder. Die Angeklagten schoben sich wechselseitig die Verantwortung zu, am Handy wurde die 20-Jährige blockiert. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betrug von dem 17-Jährigen initiiert wurde, der 300 Euro eingestrichen haben soll. Der geistig eingeschränkte 30-Jährige, der wegen psychischer und gesundheitlicher Probleme betreut wird, wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt und nahm das Urteil an. Beide Angeklagte sind Väter von Kleinkindern. Im Fall des 17-Jährigen, der sieben Geschwister hat, ist die Mutter minderjährig.

Das Verhalten des Jugendlichen in der Bewährungszeit sei an Dreistigkeit nicht zu überbieten, sagte Richter Michael Pietzek in der Urteilsbegründung. Als Einheitsstrafe komme nur eine Jugendstrafe ohne Bewährung in Betracht, der Einbezug des Göttinger Urteils sei zwingend. Der 17-Jährige hatte unter anderem einem Mitschüler bei einer Handy-Abzocke den Kiefer gebrochen. Auch bei dem „leicht beeinflussbaren“ und geständigen 30-Jährigen, der wegen Diebstahls vorbelastet ist, sah das Gericht keine verminderte Schuldfähigkeit.

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