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Hof-Galerie: Moderne Kunst in altem Ambiente

Lütgenhausen Hof-Galerie: Moderne Kunst in altem Ambiente

„Hof-Galerie“ steht auf einem weißen Schild an der Lütgenhäuser Straße. Ein paar zottelige Kühe beobachten den Besucher, der den Weg hinauf zum Eingang des Museums und Ateliers findet, in dem die Künstler Ursula Reimann und Hans-Rainer Milsch ihre Grafiken, Zeichnungen, Collagen, Skulpturen, Objekte und Installationen ausstellen. Das alte Bauernhaus in dem idyllischen kleinen Dorf bildet mit seinen naturnah renovierten, lichtdurchfluteten Räumen, den gekalkten Stallungen und dem verwunschenen Garten ein außergewöhnliches Ambiente für die modernen, teils farbenfrohen, aber auch mythisch-archaischen Exponate.

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Verstörend: Mit der Raumskulptur „Stallung III“ setzt Milsch die Schrecken von Völkermord und Krieg in Szene.

Quelle: Blank

Ursula Reimann experimentiert mit Alltagsgegenständen, die von ihr in andere ästhetische Zusammenhänge gestellt werden. Stillleben zeigen Bestecke und Geschirr, die durch Form und Farbe irritierende Präsenz entwickeln. Alte Eisenwerkzeuge recken sich in der Installation „Beet“ aus ihren Tonfüßen heraus. Die in Göttingen geborene Künstlerin studierte in Kassel Grafik- Design und in Göttingen Kunstpädagogik und war bereits an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.
Hans-Rainer Milsch scheint die Gabe zu haben, ins Innere der Dinge schauen zu können. Bilder von der Rhumequelle ziehen den Betrachter bis tief zum Grund hinab und verströmen eine Ahnung vom Ursprung des Lebens. Erschreckend deutlich dagegen die schwarzen Skulpturen in Stallung III, die an menschliche Gliedmaßen in Brennöfen erinnern. Dem gegenüber strecken knochenbleiche weibliche Leiber dem Betrachter hilfesuchend ihre Arme entgegen. „Frauen sind von Kriegen immer speziell betroffen“, so der Kommentar des Künstlers.
Auch Milsch, der in Wuppertal und in Düsseldorf Kunst studierte, hat sich auf vielen Ausstellungen einen Namen gemacht. Dass einige seiner Werke vergänglich sind, bezieht er in seine Kunst mit ein. So zersetzen sich die Federn in seinen „Ikarusspuren“, und die Skulpturen der „Kindergruppe“ im Garten hatten unter dem Frost im letzten Winter zu leiden. „Bilder verändern sich“, sagt der Künstler.
Für Interessierte hat die Hof-Galerie in Lütgenhausen sonnabends und sonntags zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet, andere Termine sind nach Absprache möglich. Neben der Kunst sind auch alte landwirtschaftliche Geräte sehenswert, die auf dem Hofgelände ausgestellt sind. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Telefon 05529/ 8518.

Von Claudia Nachtwey

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