Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
„Muss für mich auf die Bremse treten“

Duderstadt „Muss für mich auf die Bremse treten“

Der Duderstädter Ortsbürgermeister Hubertus Werner (CDU) hatte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt angekündigt. Jetzt erläutert er die Gründe für seinen Entschluss.

Voriger Artikel
Schüler erforschen im Grenzlandmuseum Eichsfeld Demokratie
Nächster Artikel
Neue Anlaufstelle für Jugendliche

Hubertus Werner

Quelle: Swen Pförtner

Duderstadt. „Ich kann mit dem besten Willen in diesem Ortsrat nicht weiter mitarbeiten und immer wieder zuschauen, was mit und in Duderstadt passiert“, sagt der CDU-Kommunalpolitiker, der 2016 zum dritten Mal in den Ortsrat Duderstadt und als Ortsbürgermeister gewählt worden war.

Das Amt als Vorsitzender des Gremiums verpflichte ihn zur Neutralität, Beschlüsse des Ortsrates müsse er als Ortsbürgermeister vertreten und umsetzen. „Aber ich möchte nicht etwas eröffnen müssen, hinter dem ich nicht stehe“, sagt der 59-Jährige und zielt damit auf einen der in der vergangenen Sitzung gefassten Beschlüsse. So sei er gegen die geplanten Wasserspielzeuge auf der Marktstraße im Brehmelauf und lehne den Bau eines Trampolins ab. Dadurch werde der Charakter der Brehme „völlig verunstaltet“, das Trampolin berge große Verletzungsgefahr, erfordere eine intensive Pflege. „Würde das Geld statt dieser wenig erfolgversprechenden Maßnahmen in die Errichtung einer Toilettenanlage im Bereich der Unteren Marktstraße am Wochenmarkt verwendet, wäre das Geld sinnvoll angelegt.“, begründet Werner weiter.

Entscheidungen „wider jeglicher Vernunft“

Es seien Entscheidungen „wider jeglicher Vernunft“ gefällt und nochmals bestätigt worden, „die sich meiner persönlichen Auffassung völlig wiedersprechen“, fasst Werner zusammen. Daher „muss ich für mich auf die Bremse treten, ehe ich mich in diesem Amt völlig aufreibe.“

Außer inhaltlichen Punkten nennt Werner auch persönliche Gründe für den angekündigten Rücktritt und den Verzicht auf sein Mandat. „Die Zusammenarbeit in der CDU Fraktion wird für mich durch den Fraktionsvorsitzenden mehr als schwierig gemacht“, sagt er. So sei „es dem Fraktionsvorsitzenden zu verdanken, dass die Anträge zur Neugestaltung des ZOB in Duderstadt von der Stadt Duderstadt im Jahr 2014 zurück gezogen wurden und damit eine Neugestaltung des ZOB und der zeitgemäßen Anbindung von Duderstadt an den ÖPNV verhindert worden ist.“

Und schließlich hält Werner es für unverzichtbar, dass die Fußgängerzone weiterhin für den Verkehr erreichbar bleibe. Eine Verkehrsregelung ähnlich wie in Bad Lauterberg, mit einer Verkehrsführung in Einbahnstraße durch die Einkaufsstraße, argumentiert der 59-Jährige, „würde unserer Stadt gut tun“, ist Werner überzeugt. „Leider sind einige Gruppen kompromisslos, und sind nicht bereit, einen Versuch dieser Lösung für eine Probezeit zu testen.“

An anderer Stelle mitgestalten

Bisher sei er zurückhaltend gewesen, sagt Werner, doch „jetzt werde ich meine Meinung äußern“. Und weiter: „Vielleicht kann ich an anderer Stelle, wo ich nicht im Amt an Neutralität gebunden bin, einige positive Entwicklungen im Ortsteil Duderstadt initiieren und mitgestalten.“

Durch seinen Rücktritt wolle er den einen oder anderen im Ortsrat zum Nachdenken anregen, sagt er. Mit der Rückgabe seines Mandats insgesamt ermögliche er das Nachrücken von Harald Lange in den Ortsrat, so Werner.

Von Britta Eichner-Ramm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt