Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Die Geschichte vom „wilden Hubert“

Hubertusmesse in St. Cyriakus Die Geschichte vom „wilden Hubert“

Nicht jeder fand einen Sitzplatz: so beliebt ist die Hubertusmesse in der Basilika St Cyriakus zu Duderstadt. Am Sonntag sprach Propst Bernd Galluschlke über „den wilden Hubert“, es spielten die Jagdhornbläser aus Duderstadt und Worbis.

Voriger Artikel
Krebeck will Grundsteuer erhöhen
Nächster Artikel
Monster und Weihnachtliches

Die Jagdhornbläser gestalten die Hubertusmesse in St. Cyriakus.

Quelle: Arne Bänsch

Duderstadt. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der traditionellen Hubertusmesse in der Duderstädter Basilika St. Cyriakus war kaum mehr ein Sitzplatz zu bekommen. Viele der Gläubigen verfolgten die Veranstaltung im Stehen.

9e3d16de-c22e-11e7-8a50-4b97c91fe96d

Die Jagdhornbläser aus Duderstadt und Worbis gestalteten die Hubertusmesse in der Basilika St. Cyriakus.

Zur Bildergalerie

Es ist schließlich ein ganz besonderer Klang, wenn die Jagdhornbläser aus Duderstadt und Worbis in der jahrhundertealten gotischen Kirche musizieren. „Wir nehmen Ihnen heute die Arbeit ab, Sie müssen nur drei Strophen singen”, sagte Thomas Ehbrecht zur Begrüßung im Gotteshaus. Ehbrecht ist stellvertretender Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt und Mitglied des Bläserkorps. Er freute sich, dass das Gotteshaus auch an diesem regnerischen Sonntag so gut besucht war. Die Jagd, so Ehbrecht, sei ein gesetzlicher Auftrag. Er dankte den Duderstädtern dafür, dass sie auch im vergangenen Jahr wieder „zu den Jägern gestanden haben”. “Schön, dass Sie da sind”, sagte der Jäger und übergab dann an die beiden „heutigen Revierleiter”, Propst Bernd Galluschke und Pfarrer Wilfried Hagemann. Galluschke allerdings nannte Jesus Christus seinen „obersten Revierleiter”.

In seiner Predigt nahm sich der Propst denn auch ein jagdliches Thema vor. Zwei Tage vor dieser besonderen Heiligen Messe wurde der Hubertustag begangen, der Tag des gleichnamigen Heiligen, der Schutzpatron der Jäger ist. Bevor Galluschke mit der Predigt begann, bat er die Gläubigen, die einen Sitzplatz ergattert hatten, doch einfach einmal zehn Minuten aufzustehen und mit einem Besucher auf einem Stehplatz zu tauschen. Zehn Minuten sitzen, zehn Minuten stehen, dass sei dann für alle angenehmer.

Dann erzählte der Propst die Geschichte vom „wilden Hubertus”, der am liebsten und als erstes immer an sich selber dachte. Seine Jagd, seine Reisen, sein durchtrainierter Körper, ein Mann mit Macht und einer Waffe in der Hand. „Das war der wilde Hubert, die Personifizierung des modernen Menschen”, so der Gottesmann. Und weiter: „Hubert kam zwar gut ohne Gott aber nicht ohne sein Handy aus.” Hubertus hatte es aber noch nicht so weit getrieben dass er sich „endgültig aus der Kirche verkrümelt” hatte. So kam es , dass er an einem heiligen Karfreitag auf die Jagd ging und ihm ein Hirsch mit einem Kreuz im Geweih erschien. Gottes Stimme, so der Propst, habe den Jäger gefragt, warum er immer „der coolste” sein wolle. So sei das Weltbild des wilden Huberts in Wanken geraten, er warf die Waffe weg, kam zu sich - und zum Glauben. „Was können wir heute vom wilden Hubert mitnehmen”, fragte Galluschke und antwortete: „Unsere Gaben und Fähigkeiten auch anderen zur Verfügung stellen - beispielsweise ein Lächeln. Na bitte, geht doch.” Ein freundlich Gruß an die Mitmenschen, das sei ein Segen für die anderen. Und dieser Gruß, der dürfe ganz im Sinne von Hubertus ruhig ein bisschen wild ausfallen.

Die Jagdhornbläser ließen immer wieder eindrucksvolle lithurgische Musik erklingen, die die gesamte Basilika erfüllten. Seit vielen Jahren, so Galluschke, gibt es diese Tradition in Duderstadt. Das Interesse der Menschen daran ist offensichtlich ungebrochen. Die Leitung der beiden Bläserkorps der Jägerschaften Duderstadt und Worbis hatte Hans-Adolf Kurth während dieser Messe.

Nachdem die Gläubigen das Heilige Abendmahl empfangen hatten, spielten die Bläser den Hubertusmarsch zum Auszug. Der Brauch der Hubertusmesse geht bis ins Mittelalter zurück. Um diesen alten Brauch zu pflegen und die mehr als 200 Jahre alten Melodien der Hubertusmesse weiterhin präsent zu halten, feiert die Jägerschaft jedes Jahr in Duderstadt eine Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus. Damit werde laut der Jägerschaft nicht nur eine kirchliche, sondern auch eine jagdliche Tradition fortgesetzt.

Von Britta Bielefeld

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt