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In der Freizeit wird der Noteinsatz trainiert

Neue Serie: "Für umsonst" In der Freizeit wird der Noteinsatz trainiert

Freizeit opfern, Verantwortung übernehmen, nichts dafür kriegen und trotzdem Spaß haben? In der Serie „Für umsonst“ stellt das Tageblatt auf seiner Jungen Seite Jugendliche im Ehrenamt vor. Heute: Die Jugendfeuerwehr Obernfeld.

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Bei der Arbeit im Team muss jeder Handgriff sitzen: Übung bei der Obernfelder Jugendfeuerwehr.

Quelle: Mischke

Brände löschen, Menschen aus Unfallautos bergen und auch der Noteinsatz bei Katastrophen gehören zu den abwechslungsreichen und spannenden Aufgaben der Feuerwehren. Weniger dramatisch, aber trotzdem notwendig, sind Hydrantenpflege und die Beseitigung von Ölspuren. Um für die vielfältigen Aufgaben schnell und zu jeder Tageszeit einsatzbereit zu sein, müssen Feuerwehrleute ständig trainieren. Nicht nur die eigene Fitness ist dabei in Form zu halten, auch der reibungslose Ablauf eines Einsatzes und der Umgang mit der Technik müssen so lange geübt werden, bis man jeden Handgriff praktisch im Schlaf beherrscht. Das Training kostet viele Stunden, die die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von ihrer wertvollen Freizeit abknappsen und – im Gegensatz zu ihren Kollegen bei der Berufsfeuerwehr – kein Geld für ihr Engagement bekommen.

„Mich reizt hier die Verbindung zwischen guter Kameradschaft und interessanter Technik“, erklärt Peter Maletzki. Er ist Mitglied der Jugendfeuerwehr Obernfeld. Auch einige Mädchen sind in der Gruppe. Früher hatten die älteren Kameraden ihre Zweifel, ob Frauen richtig zupacken könnten, wenn es darauf ankommt. Die Zweifel wurden ausgeräumt. „Heute gibt es sogar Wettkämpfe nur für Frauen“, sagt Nicole Dreimann, selbst Feuerwehrfrau. Anna Schmiedekind und Sarah Kopp sind in der Jugendgruppe auch als Maschinistinnen ausgebildet. Dabei müssen sie die Wasserspritze TSF (Tragkraft-Spritze-Fox) richtig bedienen und die Leitungen befestigen. Die TSF dient als Motor, um das Wasser nach vorne zum Löscheinsatz zu bringen. Mehr Kraft braucht man allerdings beim Tragen des Schutzanzuges, der vor Flammen und Rauchvergiftung schützt und gute 15 Kilo wiegt. Das betrifft aber erst die volljährigen Brandschützer.

„Man sollte schon einigermaßen fit sein, denn es geht nicht nur im Ernstfall um Schnelligkeit“, sagt Jugendgruppenleiter Godehard Große und verweist auf die Wettkämpfe. Die sind sehr beliebt bei den Jugendlichen. Hier wird von Wettkampfrichtern die praktische Leistung der verschiedenen Trupps geprüft. „Da kann man zeigen, was man gelernt hat und wie gut die Kameradschaft ist“, weiß Lukas Wosnitza. Kameradschaft hat bei der Feuerwehr eine besondere Bedeutung. „Manche Einsätze können gefährlich sein. Wer in ein brennendes Haus geht, um Menschen zu retten, muss sich hundertprozentig auf seine Kameraden draußen verlassen können, die für Wasser und größtmögliche Sicherheit sorgen“, beschreibt Große die Tragweite eines gut funktionierenden Teams. Zu solchen Einsätzen ist die Jugendwehr zwar noch nicht zugelassen, doch das Training zielt darauf ab, mit 18 Jahren gut vorbereitet in die Erwachsenengruppe zu wechseln.

Doch nicht nur der Wille, Gutes zu tun steht im Vordergrund. „Die Aktionen in der Gruppe machen Spaß“, sagt David Ehbrecht und erinnert an die Grillabende und Zeltlager im Sommer und die Spieleabende im Winter. Verantwortung ist allerdings auch bei den Jugendlichen gefragt. Marius Morick ist Feuerwehr-Jugendsprecher der Samtgemeinde Gieboldehausen. Dabei vermittelt er auf Landkreisebene Wünsche und Vorschläge der Jugendwehren. „Zur Zeit setzen wir uns dafür ein, dass bei Wettkämpfen neben der Praxis auch die Theorie zum Pflichtteil gehören sollte“, beschreibt er die Vorschläge, die er an die zuständigen Stellen weiterträgt. So zeigen die Jugendlichen in ihrem Ehrenamt nicht nur Interesse, sondern tragen auf ihre Art dazu bei, die Tradition der Verbände frisch und modern umzusetzen.

Von Claudia Nachtwey

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