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Jäger verletzt Hundehalter

Verfahren eingestellt Jäger verletzt Hundehalter

Begegnungen von Jägern und Spaziergängern mit uneingeleinten Hunden sind konfliktträchtig. Weil ein 80-jähriger Jäger einen Hundehalter mit dem Außenspiegel seines Wagens verletzt hat, musste er sich am Dienstag vor dem Schöffengericht in Duderstadt verantworten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Die Vorwürfe waren schwerwiegend. Der 80-Jährige war wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Körperverletzung und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort angeklagt. Am 9. Januar soll er auf der verschneiten alten Hübentalstraße bei Breitenberg mit Vorsatz einen 53-jährigen Hundehalter mit dem Spiegel seines Geländewagens gestreift haben. Weder der Vorsatz noch die Unfallflucht konnten ihm nachgewiesen werden. Die Vorwürfe verloren sich ebenso im Schneematsch wie die exakte Unfallstelle und die Aussage einer Zeugin, die von dem Vorfall nichts bemerkt haben will. Nach Erörterung der Details, der Inspektion des Autos sowie der Klappfunktion des Spiegels stellte das Gericht das Verfahren ein. "Wir gehen davon aus, dass es zu einem Zusammentreffen von Pkw und Geschädigtem gekommen ist", sagte Richter Michael Pietzek. Das war es dann auch schon. Was blieb, war eine fahrlässige Körperverletzung. Das Verfahren wurde gegen die Zahlung von je 500 Euro an den Geschädigten und an die Verkehrswacht eingestellt. Da der Hundehalter die 500 Euro nicht annehmen will, bekommt die Verkehrswacht jetzt 1000 Euro.

Nicht die erste Begegnung

Der Angeklagte und das Unfallopfer sind sich nicht zum ersten Mal begegnet. Einmal soll es dabei auch zu einem Wortwechsel gekommen sein, weil die Hunde in der Brut- und Setzzeit nicht angeleint gewesen seien. Vor etlichen Jahren sei der Jäger schon einmal aggressiv auf ihn zugefahren, behauptete der Geschädigte, der auch Hunde von Privatleuten betreut. Am 9. Januar war der 53-Jährige mit seinen beiden Dalmatinern unterwegs, als es zu dem folgenreichen Zwischenfall kam. Der Hundehalter habe sich umgedreht, ihn bemerkt, den Hunden etwas zugerufen und sei weitergegangen, sagte der verwitwete Rentner. Durch den Schnee sei er langsam um ihn herumgefahren, von einer Berührung mit dem Auto habe er nichts bemerkt, auch beim Blick in den Rückspiegel sei ihm nichts aufgefallen: "Ich war perplex, als später zwei Polizeibeamte vor der Tür standen und mir die Leviten lasen."

Prellungen an Brust und Schulter

Anders sieht das der 53-jährige Breitenberger. Als er sich weggedreht habe, ausweichen wollte und leicht ins Rutschen gekommen sei, habe ihn der Geländewagen angefahren, der Außenspiegel sei nach der Kollision wieder zurückgeklappt. Er sei wegen des Schmerzes leicht in die Knie gegangen, habe sich wieder aufgerichtet und noch "Du Schwein" hinter dem Fahrer hergerufen. Auf dem Heimweg verständigte er die Polizei, einen Tag später wurde er von seiner Hausärztin an einen Facharzt überwiesen. Der diagnostizierte ein Hämatom sowie Prellungen im Brust- und Schulterbereich. Der 53-Jährige war elf Tage krankgeschrieben. Zunächst hatte er auch einen Rechtsanwalt eingeschaltet, verzichtete dann aber auf zivilrechtliche Schritte wie das Einklagen von Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Sowohl der Jäger als auch der Hundebetreuer sind Grußbekanntschaften der 69-jährigen Zeugin, die zur Zeit des Vorfalls  auf dem Weg spazierenging, aber nichts gesehen haben will und sich aus der Sache heraushalten wollte.  Der Prozess begann übrigens mit einer Stunde Verspätung, weil ein Ersatzschöffe angefordert werden musste: Einer der beiden vorgesehen Schöffen war wegen Befangenheit ausgeschlossen worden, weil er bisweilen mit dem Angeklagten gemeinsam auf Jagd geht.

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