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Junge Eichsfelder helfen Heimkindern in Brasilien

Mit Werkzeugkasten und viel Enthusiasmus Junge Eichsfelder helfen Heimkindern in Brasilien

„In den Ballungszentren Brasiliens gibt es alles, ein paar Meter weiter nichts“, beschreibt der 24-jährige Mingeröder André Schwedhelm die Kluft zwischen Stadt und Land in dem fünftgrößten Staat der Erde. Dort, wo es nichts gibt, betreut Padre Bene aus Hannover mehrere Kinderheime unter schwierigen Bedingungen.

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Freude über das neu gebaute Fußballtor: die fünf Mingeröder mit den Heimkindern und Padre Bene (rechts).

Quelle: Schwedhelm

Mingerode. André hat mit zwei Freunden, Benedikt Beck und Christopher Gatzemeier , seinen Urlaub in Brasilien verbracht.

Allerdings lagen die jungen Mingeröder nicht etwa auf der faulen Haut, sondern sie haben bei mehr als 40 Grad Dächer und Möbel repariert, Fußballtore und Spielgeräte gebaut und einiges instand gesetzt, was in den maroden Heimen der Kinder nicht funktionstüchtig war. „In unseren Koffern hatten wir kaum persönliche Dinge, sondern Werkzeuge, Schweißhelme, Kabel und ein paar Geschenke für die Kinder“, erzählt André.

Bei ihrer Hilfe in Brasilien waren sie nicht allein, denn Benedikts Schwester Linda und ihr Freund Marcel Kurth sind bereits seit Oktober bei Padre Bene und bleiben noch bis Ostern dort.

Linda wollte sich nach ihrer Erzieherausbildung an der Duderstädter Vinzenz-von-Paul-Schule eine Weile im Ausland nützlich machen, und durch Propst Bernd Galluschke ist der Kontakt zu Padre Bene entstanden. Während die 22-jährige Mingeröderin sich um die Kinder kümmert, deren Eltern drogenabhängig, gewalttätig oder tot sind, hat Marcel handwerklich alle Hände voll zu tun, denn das Kinderheim Mäe Rainha in Arapiraca soll renoviert werden.

„Es mangelt an allem, an sanitären Einrichtungen, Bettwäsche oder Spielzeug, vieles ist in einem schlechten Zustand“, schildert André die Lage dort. Die Armut sei gerade bei der ländlichen Bevölkerung groß, die finanziellen Mittel des Heims seien begrenzt, und in der gesamten Umgebung türmten sich zudem die Müllberge.

Im Eichsfeld kommt ein Stein ins Rollen

Linda hat mit ihrer Initiative für die brasilianischen Kinder und mit der Unterstützung ihrer Freunde und Familie aus Mingerode nicht nur in Arapiraca einiges erreicht. Auch im Eichsfeld ist ein Stein ins Rollen gekommen, wobei mehrere Menschen und Einrichtungen beteiligt sind: Ulla Hoffmann , Kinderbetreuerin an der Mingeröder Grundschule, ist gebürtige Brasilianerin.

Sie hatte bereits vor Lindas Abreise Kontakt zu der jungen Erzieherin und hilft jetzt beim Übersetzen von Schriftstücken und ähnlichem. Und auch die Grundschüler zeigten sich so beeindruckt von Lindas Berichten und Briefen aus Brasilien, dass sie mit eigenen Spendenaktionen helfen wollten. 220 Euro haben sie gesammelt und zum Teil ihr eigenes Taschengeld dazugegeben, und von diesem Geld haben die brasilianischen Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben Weihnachtsgeschenke bekommen.

Außerdem haben die Mingeröder Grundschüler eine Ausstellung zum Brasilienprojekt und über die Arbeit von Padre Bene gestaltet und zeigen diese zurzeit im Foyer der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) in Duderstadt.

Hier zieht die Hilfsaktion, die Linda mit ihrem Einsatz angestoßen hat, weitere Kreise. Über das Spendenprojekt SocialBay der GAB ist es möglich, mit Sachspenden die Kinderheime in Arapiraca zu unterstützen. Die Sachspenden werden über Ebay verkauft, und das Geld kommt zu 100 Prozent der Einrichtung zugute, die der Spender ausgewählt hat.

Die Versandkosten der Sachspende übernimmt SocialBay. Während Linda und Marcel noch in Brasilien ihre freiwillige Arbeit fortsetzen, ruhen sich auch die Heimkehrer André, Benedikt und Christopher nicht aus. „Wir suchen weitere Sponsoren und wollen mehr Hilfsaktionen veranstalten, damit den Kindern in Arapiraca langfristig geholfen wird, auch wenn Linda und Marcel wieder zu Hause sind“, verrät André.
Eine Fotostrecke der Mingeröder in Brasilien gibt es bei padre-bene.de unter „Arbeit von Freiwilligen“. Infos zu SocialBay gibt es bei gab-duderstadt.de.

Von Claudia Nachtwey

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Engagement
Lassen die Kinder nicht im Stich: Marcel Kurth, Linda Beck, Christopher Gatzemeier, Benedikt Beck und André Schwedhelm (v. l.).

Linda Beck und Marcel Kurth sind aus Brasilien zurückgekehrt. Die junge Erzieherin und ihr Freund waren ein halbes Jahr bei Padre Bene in Arapiraca und haben  bei der Arbeit in zwei Kinderheimen geholfen, um den Ärmsten der Armen das Leben etwas lebenswerter zu gestalten.

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