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Junge Meisterin startet Karriere im Eichsfeld

Einstieg bei Otto Bock Junge Meisterin startet Karriere im Eichsfeld

Frauen und Technik? „Viele Auszubildende im Bereich Orthopädie-Technik sind Mädchen, die Tendenz ist steigend“, sagt Marlen Sippel. Seit sie im August 2003 ihre Ausbildung bei der Otto-Bock-Healthcare begann, hat sie stetig mit überdurchschnittlichen Leistungen bewiesen, dass Frauen und Technik sehr gut zusammen passen.

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Meisterin ihres Faches: Marlen Sippel sichert die Schrauben an der Prothese mit unterschiedlichen Drehmomenten.

Quelle: Thiele

Nach ihrer Gesellenprüfung wurde sie Kammersiegerin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, kurz darauf Landessiegerin mit Teilnahme am Wettbewerb auf Bundesebene.

Vor wenigen Wochen, im März 2011, hat sie ihre Meisterprüfung als klassenbeste Orthopädie-Technikerin bestanden. Während also viele junge Leute gleich nach dem Abitur das Eichsfeld verlassen, in der Annahme, hier keine Zukunft zu haben, bestätigt Marlen Sippel das Gegenteil.

„Man kann auch hier im Eichsfeld beruflich weiter kommen“, hat sie festgestellt, wobei gelegentliche Auslandsaufenthalte auch bei einer Ausbildung in der Region ihren Reiz haben. Bereits im zweiten Lehrjahr konnte sie einige Wochen in einem Krankenhaus in Melbourne/Australien mitarbeiten und anschließend die Otto-Bock-Niederlassung in Sydney besuchen. „Da die Firma global aufgestellt ist, haben die Auszubildenden in der Orthopädie-Technik die Chance, entweder in einer der Otto-Bock-Filialen oder bei guten Kunden im Ausland Erfahrungen zu sammeln“, sagt sie. Für sie selbst sei die Zeit in Australien sehr wertvoll gewesen. „In jedem Land arbeiten die Physiotherapeuten, Ärzte und Orthopädie-Techniker anders zusammen, was an den unterschiedlichen Regelungen im Gesundheitswesen liegt. Solche Eindrücke bereichern auch die eigene Arbeitsweise“, so die junge Meisterin.

Doch auch in der Orthopädie-Werkstatt in Duderstadt ist die Arbeit abwechslungsreich: aus Metallen, Kunststoffen und High-Tech-Komponenten entstehen Prothesen und Orthesen, die individuell an ihren Träger angepasst werden – jedes Stück ein kleines komplexes Kunstwerk. Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick sind gefragt, nicht nur an der Schleifmaschine, sondern auch an der Nähmaschine.

„Aber das schönste am Beruf ist der Umgang mit den Menschen“, sagt Sippel und geht ein paar Räume weiter, um Fatima Mohammed zu treffen. Die junge Afrikanerin kommt aus Nigeria und übt bereits mit der Physiotherapeutin Daniela Wüstefeld Bewegungsabläufe mit der Beinprothese. Dabei wird auch über gymnastische Übungen die wechselnde Belastung getestet. Die Frauen sprechen englisch miteinander. „Erst im Gespräch mit dem Patienten können wir Verbesserungen vornehmen, die nur der Prothesenträger wahrnehmen kann. Gerade die vielen Kleinigkeiten, die individuell eingestellt werden, sind ausschlaggebend für die perfekt angepasste Prothese oder Orthese“, erklärt Sippel. Die Begeisterung darüber, dass die Verknüpfungen einer medizinischen, technischen und handwerklichen Ausbildung einer jungen Frau die Mobilität zurückgeben, steht der Meisterin im Gesicht.

Diese Begeisterung drückt sich auch in Titeln aus. Sippel erhielt den Preis der niederländischen Stiftung „D. H. Heijne Stichting“. Außerdem trägt sie den Titel Professional Orthopaedic Technologist (POT), Kategorie I. Dieser wird nach bestandener Prüfung verliehen von der ISPO (International Society for Prosthetics & Orthotics). Der internationale Dachverband im Bereich Orthopädie-Technik setzt sich für weltweit einheitliche Qualitätsstandards der Techniker ein.

  Ausbildung und Praktikum bei Otto Bock
  Die Otto-Bock-Firmengruppe bietet zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Die Bandbreite geht vom Dualen Studium über kaufmännische und gewerblich-technische Berufe. Um in 2012 einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sollten die Bewerbungen bis nach den Sommerferien 2011 eingegangen sein. Im Herbst 2011 laufen bereits die Eignungstests für das kommende Jahr. Des weiteren sind verschiedene Praktika im technischen und kaufmännischen Bereich möglich. Wünschenswert sind hier Grundkenntnisse und -fähigkeiten auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet. Bei Praktika für Studenten ist eine Immatrikulation an einer Hochschule/ Fachhochschule Voraussetzung. Bewerber mit bestandenem Vordiplom haben bei der Vergabe Vorteile. Weitere Informationen zur Ausbildung und mögliche Themen für eine Diplomarbeit gibt es auch im Internet unter ottobock.de.

Von Claudia Nachtwey

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