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Katechismus der Neuapostolische Kirche - Zentrum auch in Duderstadt

527 Seiten Katechismus der Neuapostolische Kirche - Zentrum auch in Duderstadt

Am Ende der Zeit wird Jesus Christus auf die Erde zurückkehren und seine „Brautgemeinde“, die Christen, zur „Hochzeit des Lammes“ in den Himmel entrücken. So steht es im neuen Katechismus, dem Lehrbuch der Gemeinschaft, dessen druckfrische Exemplare derzeit verteilt werden. Auf 527 Seiten stellt die Kirche, die auch in Duderstadt ein Gemeindezentrum unterhält, erstmals in ihrer 150-jährigen Geschichte die eigenen Lehren systematisch dar.

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Die ersten Bücherkartons mit dem neuen Katechismus sind eingetroffen: Peter Johanning.

Quelle: MIC

Duderstadt. So wird etwa die Bedeutung des Apostelamts erläutert. Nach dem Glauben der neuapostolischen Christen sammeln und heiligen am Ende der Zeit Apostel die Brautgemeinde. Sie spenden den heiligen Geist unter der Führung eines Stammapostels. Er sieht sich in der Tradition des Jünger Petrus und verfügt über ähnliche Befugnisse wie der Papst. Für Außenstehende hatte es jahrzehntelang den Anschein, als ob sich die Gemeinschaft als alleinseligmachend verstand. „Das ist eine Fehlwahrnehmung“, stellt Bischof Peter Johanning, der Sprecher der Neuapostolischen Kirche mit Sitz in Zürich, klar. Auch für andere Christen gebe es Hoffnung. 

Gaststatus in Göttingen

Das versucht die neuapostolische Kirche seit Mitte der 90er-Jahre im ökumenischen Gespräch deutlich zu machen. In Göttingen hat sie 2009 den Gaststatus bei der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen erlangt. Sie wird also von den dortigen Lutheranern und Katholiken nicht mehr als Sekte eingestuft, die Irrlehren verbreitet. Auf Bundesebene ist die Kirche noch nicht so weit.

Kirche ist im Arbeitermilieu entstanden

Im Zuge der Verhandlungen forderten die anderen Kirchen von den neuapostolischen Christen, dass diese ihre Lehren unmissverständlich präsentiert. Das war bisher nicht der Fall. Die Kirche orientierte sich am „lebendigen Apostelwort“ und mied das „abgestandene Zisternenwasser“ schriftlicher Dokumente. Eigene akademisch gebildete Theologen gab es nicht. „Unsere Kirche ist im Arbeitermilieu entstanden“, erläutert Johanning. Die Mitglieder zogen lange Zeit ihren Stolz daraus, dass jeder, vom Heiligen Geist ergriffen, predigen kann.

Mittlerweile ist das Bildungsniveau auch in der neuapostolischen Kirche gestiegen. Die eigenen Mitglieder erwarten anspruchsvolle Antworten auf ihre Fragen. „Anderenfalls bleiben sie weg“, warnt der Kirchensprecher. Schon vor Jahren hat die Kirche daher die so genannten Leitgedanken eingeführt, ein Grundgerüst für die Predigten, an dem sich nach wie vor frei sprechende Amtsträger orientieren müssen.

Zehn Jahre lange Arbeit

Am Katechismus hat eine Projektgruppe zehn Jahre lang gearbeitet. Nun gilt es, das Wissen den eigenen Amtsträgern, die fast alle ehrenamtlich tätig sind, zu vermitteln. „Wir führen Schulungen durch und sind dabei, ein E-Learning-Angebot aufzubauen“, berichtet Johanning. Vor allem für die Älteren sei das eine Herausforderung.

Neuapostolische Kirche International (Hg): „Katechismus.“ Frankfurt am Main: Verlag Friedrich Bischoff, 527 Seiten, inklusive einer CD-Rom, 24,90 Euro.

Von Michael Caspar

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