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Katholischer Kirche fehlt Priesternachwuchs

Bistum Hildesheim Katholischer Kirche fehlt Priesternachwuchs

Auch unter Papst Franziskus hat offenbar die Begeisterung für den Priesterberuf unter jungen Männern abgenommen. Nur zwei Kandidaten bereiten sich im Bistum Hildesheim auf ihre Primiz, die Priesterweihe, vor. Darunter im Eichsfeld Diakon Benedikt Heimann.

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Duderstadt. „Es bringt nix, eine Anzeige zu schalten ‚Priester gesucht‘“, sagt der 40-Jährige. Seit seiner Kindheit wollte er zwar Pfarrer werden, „aber ich habe es lange vor mir hergeschoben.“ Dann sei ein Aha-Erlebnis gekommen: Ein Nightfever-Abend, Kerzen, Andacht, im Gebet verharren. „So stelle ich mir Kirche vor“, dachte sich Heimann, „diese wunderschöne Atmosphäre.“ Tiefbewegt sei er gewesen. „Das Spannende und Geheimnisumwobene erschließt sich erst, wenn man sich auf den Weg macht“, so der Sauerländer. Acht Jahre saß er da im Pfarrgemeinderat, ein Theologiestudium hatte er mit dem Diplom beendet. „Staubsaugerberufung“ nannte das der Spiritual Heimanns im Frankfurter Priesterseminar St. Georgen: Plötzlich, neben dem Staubsaugen sei da „aus heiterem Himmel“ der Wunsch, Priester werden zu wollen. Das alleine reiche jedoch bei Weitem nicht, so Heimann.

„Es hat was mit einer Lebensentscheidung zu tun, um sich zu prüfen: Trägt das? Ist das was für mich?“, sagt Hei­mann: „Gibt es nicht nur Trost, sondern erfüllt es mich im Tiefsten mit Freude?“ Nach dem Studium in Paderborn machte er ein Praktikum in Wolfenbüttel: „Da ist für mich eine Tür aufgegangen und ich merkte, dass es das ist, was ich machen will, Seelsorger für die Menschen sein.“

Warum es nur so wenige Kandidaten gäbe? „Wir brauchen niedrigschwelligere Angebote.“ Gründe, den Schritt nicht zu wagen, sei nicht nur die berühmte Freundin, sondern meistens grundsätzlichere Dinge: „So vieles ändert sich derzeit in der Kirche, ich glaube, dass diese Unsicherheit auch Menschen abschrecken lässt.“

Nicht nur Entweltlichung, auch das auf die Straße gehen und vorleben, wie Papst Franziskus fordert, gehöre dazu. Das lange Studium und die Zeit im Priesterseminar seien jedoch richtig: „Ich glaube, es ist wichtig, für sich selbst die wesentlichen Fragen zu beantworten.“ Interesse könne nur entstehen, wo ein positives Kirchenbild erfahrbar sei, „dann gibt es ein Gemeinschaftsgefühl, da wird Liebe konkret erfahrbar, weil sie gelebt wird.“ Nur an solchen Orten ließen sich auch Berufungen entwickeln. Geistliche können Türöffner sein, so Diakon Heimann. Darum solle sich niemand scheuen, im Pfarramt anzurufen und ein Gespräch zu vereinbaren.

Man muss Menschen mögen

Duderstadt. Eigentlich hat Bernd Galluschke nach seinem Abitur ein Lehramtsstudium ins Auge gefasst – bis ihm klar wurde: „Gott will mehr von dir.“ Galluschke wurde Priester. Seit sechs Jahren steht er nun als Propst dem Dekanat Untereichsfeld vor.

„Wir müssen den heutigen Menschen Lösungen von heute anbieten“, fordert der Propst. So passten sich auch die Kirchen als Gebäude der Zeit an, wie etwa die neue Gestaltung von St. Cyriakus zeige. Und auch die Kirche selbst werde neue Formen der Seelsorge finden müssen. Dabei sei es wichtig, Berufung nicht alleine zu leben. Er selbst lebe seit mehr als 25 Jahren in Wohngemeinschaften mit Theologen.
Die Weltkirche werde sich verändern: „Da geht es nicht um die Aufhebung des Zölibats, aber vielleicht um andere Wege.“ So könne er sich vorstellen, dass die Rolle der Ehrenamtlichen aufgewertet und „verheiratete bewährte Väter zu Priestern geweiht werden“.

Fragen blieben, doch der Grundgedanke für Priester sei: „Ich folge den vier ‚M‘, die Bischof Norbert Trelle uns bei unserer Einführung auf den Weg mitgegeben hat: ‚Man muss Menschen mögen.‘"

Von Gunnar Müller

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