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Keine Heimat: „Aber hier fühle ich mich zu Hause“

Märchen der Völker Keine Heimat: „Aber hier fühle ich mich zu Hause“

Um Kasachstan, das Land der Steppenreiter, ging es in der jüngsten Veranstaltung des Duderstädter Integrationsprojekts Märchen der Völker. Lora Torderenschuk aus Duderstadt und Andre Steinepreis aus Katlenburg-Lindau schilderten ihre Erinnerungen. Beide stammen aus dem Land in Zentralasien.

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Lesen Märchen vor: Renate Schopferer (links) und Regina Steffens-Grosche.

Quelle: Pförtner

In der Sporthalle des Jufi, wie das Jugendfreizeitheim in Duderstadt genannt wird, bot sich viel Platz. Für eine Veranstaltung am Donnerstag, Beginn 14.30 Uhr, fast ein wenig überdimensioniert. Dennoch fiel die Besucherresonanz ganz beachtlich aus. Drei Dutzend Teilnehmer aller Altersklassen nahmen am inzwischen achten Themen-Nachmittag im Rahmen der Reihe Märchen der Völker teil.

Für Regina Steffens-Grosche, Integrationsbeauftragte der Stadt Duderstadt, und Renate Schopferer von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) ist das ein „positives Feedback“. Mit den Initiatorinnen freute sich auch Ursula Benseler, die auch diesmal wieder tatkräftig und kreativ mitwirkte und mit ihren Töchtern Hannah und Katharina mit einer „Geschichte zum Gucken“ zum Gelingen beitrug.

Vor einer nachgebildeten Jurka, einem Rundzelt, das in Zentralasien typisch ist und in dem Nomaden leben, spielte sich das Programm ab. Die Duderstädter Pfadfinder hatten das Zelt zur Verfügung gestellt und beim Aufbau an der Stirnseite der Sporthalle geholfen. Neben einigen Darbietungen und Märchenlesungen, vorgetragen von Steffens-Grosche und Schopferer, sowie allgemeinen Informationen über das Land Kasachstan stand ein Frage- und Antwortteil mit Lora Torderenschuk und Andre Steinepreis im Mittelpunkt. Die 62-jährige Duderstädterin kam mit 51 Jahren aus Kasachstan ins Eichsfeld, lebte dort in einer ländlichen Region. Sie berichtete über Lebensgewohnheiten, Kochrezepte, alltägliche Dinge, die Kasachstan von Deutschland unterscheiden. Aber auch Fragen übers Wohlbefinden und über Gefühle wich sie nicht aus, beispielsweise, als eine Besucherin nach der Heimat der Wahl-Duderstädterin fragte. Torderenschuk machte keinen Hehl daraus: „Ich weiß nicht, wo meine Heimat ist, aber hier fühle ich mich zu Hause.“

27 Jahre alt ist Andre Steinepreis, der erst ein wenig schüchtern, dann sehr auskunftsfreudig Stellung nahm. Mit acht Jahren sei er mit seiner Familie aus Kasachstan nach Deutschland gekommen, berichtete der junge Mann, der Metallschlosser lernte und sich in Deutschland sehr wohl fühlt. „Mit der Sprache könnte es bei mir besser gehen“, meinte Steinepreis. Erstmals will der junge Mann in diesem Jahr in seine ehemalige Heimat reisen. „Ich bin gespannt, wie es dort aussieht.“

„Ich bin bei jeder Märchen-der-Völker-Veranstaltung dabei, berichtete Ursula Mecke aus Fuhrbach, die sich besonders nach den Berufen in Kasachstan erkundigte. Auch Gertrud Sczlupinski hörte interessiert zu, während sich Irmtraud Wüstefeld aus Mingerode einige Leute aus dem ehemaligen Kasachstan mehr in der Runde gewünscht hätte. „Ich habe vor Jahren viel mit Menschen aus Kasachstan in meiner Nachbarschaft zu tun gehabt“, sagte die Mingeröderin. „Ich bin mit allen gut ausgekommen. Das sind doch alles nette Leute.“
Die Veranstaltungen im Rahmen der Reihe Märchen der Völker werden fortgesetzt. In sieben Wochen ist Italien das Thema.

  Integrationsprojekt
  Menschen unterschiedlicher Kulturen einander näher bringen. Das ist das Ziel der Duderstädter Veranstaltungsreihe „Märchen der Völker“. Veranstalter sind die Stadt Duderstadt und die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB). Inzwischen haben acht Veranstaltungen stattgefunden, in denen jeweils ein Land vorgestellt wurde.
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