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Alternativen zur Abteilungsschließung

Vinzenz-Verbund sagt Runden Tisch zu Alternativen zur Abteilungsschließung

Einen Runden Tisch, um Alternativen zur Schließung der Geburtshilflichen Abteilung des Krankenhauses "auszuloten", kündigt Dr. Gregor Zehle, Geschäftsführer des Vinzenz-Verbundes Hildesheim noch für Januar an. Damit werde ein Vorschlag aus der Kommunalpolitik aufgegriffen.

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Quelle: HW

Duderstadt. "Wir sehen leider zurzeit keine Alternativen zu der harten Entscheidung, die wir treffen mussten", schreibt Zehle in einem Antwortbrief auf die Anfrage des Tiftlingeröder Ortsbürgermeisters und Mitglieds im Rat der Stadt Duderstadt, Gerd Goebel (CDU). Dennoch "möchten wir den von Ihnen und auch anderen kommunalpolitischen Vertretern angeregten Vorschlag aufgreifen, uns gemeinsam an einen Tisch setzen und alternative Lösungsmöglichkeiten auszuloten."

Goebel hatte in einem Schreiben sein Unverständnis über die Diskrepanz einer millionenschweren Investition ins Krankenhaus und der zeitgleichen Schließung "einer der wichtigsten Abteilungen" ausgedrückt und bat darum, die Entscheidung, die viele Eichsfelder für "herzlos" hielten, zu überdenken. Dieser Schritt "einen riesigen Image- und Vertrauensverlust von St. Martini".

Zehle erläuterte den Hintergrund der Entscheidung, die Abteilung zu schließen: "Für einen kostendeckenden Betrieb – wohlgemerkt kostendeckend, nicht Rendite erzielend! – benötigt eine Geburtshilfe mindesten 550 bis 600 Geburten pro Jahr", erklärte er. Um die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft leisten zu können, seien immer dieselben Grundkosten gegeben, unabhängig von der Zahl der Geburten. Daran aber bemesse sich die Fallpauschale der Krankenkassen - bei einer zu geringen Zahl an Geburten komme es also zu einem Defizit, jährlich im sechsstelligen Bereich.

Goebel verwies - bei allem Verständnis für wirtschaftliche Gründe - auf die christlichen Werte, die das Haus seiner Ansicht nach vertreten sollte. "Was sagte einst unser Gesellenvater Adolph Kolping: ,Wer die Menschen gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande einsetzen!'" Außerdem befürchte er negative Folgen durch den Zeitverlust, den Frauen bei der Geburt hinnehmen müssten.

Dem entgegnete Zehle, die Kostenträger seien der Auffassung, "dass den Menschen für spezielle Angebote Wegstrecken von 20 bis 30 Kilometern zuzumuten sind." Auch das Sozialministerium fordere eine bessere Abstimmung des Leistungsangebotes der Krankenhausträger in einer Region. Dass Millioneninvestition und Abteilungsschließung parallel geschähen, liege in den gesetzlichen Regelungen zur Finanzierung des deutschen Krankenhauswesens begründet."Die Betriebskosten eines Krankenhauses sollen über die Kostenträger, also Kranken- und Unfallkassen, gedeckt werden, für die Infrastruktur steht das Land in der Verantwortung, um die Immobilie und Technische Entwicklung mit Investitionsförderung zu unterstützen."

Um den Verpflichtungen gegenüber dem Land nachkommen zu kommen, müsse das Haus schwarze Zahlen schreiben. "Dafür müssen auf Dauer alle Abteilungen des Hauses zumindest kostendeckend arbeiten. Eine Quersubventionierung einer Abteilung durch eine andere ist vor diesem Hintergrund bei der Gesamtgröße des St. Martini nicht möglich."

Seit 2014 schreibe das Krankenhaus schwarze Zahlen, die zehn Jahre zuvor aber sei das Ergebnis negativ gewesen. "Verbindlichkeiten in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber den vinzentinischen Ordensschwestern, die im Glauben an das Haus ihre Altersvorsorge für den Defizitausgleich eingesetzt haben", seien entstanden.
Auf dieser Grundlage sei derzeit keine Alternative zur Schließung der Abteilung zu erkennen, sagte Zehle, ließ sich aber auf ein Gespräch am Runden Tisch ein. Die Idee des Runden Tisches begrüße er, sagte Goebel. "Es müssen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, um die Geburtshilfe auf Dauer zu erhalten", formulierte er sein Ziel. Solidarität sei gefragt, kein Populismus.

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