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Kritik an Pachtpreisen: Bürgerwindpark in Samtgemeinde Gieboldehausen

Windräder Kritik an Pachtpreisen: Bürgerwindpark in Samtgemeinde Gieboldehausen

Noch sind keine Vorrangflächen für neue Windräder in der Samtgemeinde Gieboldehausen ausgewiesen. Hinter den Kulissen hat aber schon lange das Hauen und Stechen um mögliche Standorte begonnen. Und das bremst auch die noch zu gründende Bürgerwindkraft GmbH aus, die sich auf den Bereich Höherberg beschränken will.

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Bei der Energiewende geht es um viel Geld: Pachtpreise für Windenergie-Flächen und der Run auf die Rendite spielen entscheidende Rollen dabei, welcher Akteur das Rennen macht.

Quelle: Schauenberg

Gieboldehausen. Deren Mitinitiator Josef Sorhage, der auch Energiebeauftragter der Samtgemeinde ist, räumt Anlaufschwierigkeiten ein. Im Bereich des Höherberges haben Grundeigentümer bereits Nutzungsverträge mit Projektentwicklern wie der Unternehmensgruppe Umweltgerechte Kraftanlagen und New Energy Networks abgeschlossen. „Auch wir sind dabei, über die Energie Management Agentur Grundstücke anzupachten“, sagt Sorhage: „Das erweist sich aber als immer schwieriger, weil verschiedene Projektierer die Grundstücksbesitzer mit unseres Erachtens völlig überzogenen Pachtpreisen verunsichern.“ Diese Preise ließen für eine Bürgergesellschaft in einem schwachen Windgebiet keinen wirtschaftlichen Betrieb erwarten.

Mehr als 100 Bürger haben Interesse

An der Gesellschaft, die rund 25 Prozent Eigenkapital und unter günstigsten Bedingungen bis zu vier Windräder anpeilt, haben bislang mehr als 100 Bürger Interesse bekundet. Die Einlagen sollen 5000 Euro oder ein Mehrfaches dieser Summe betragen. Ein Windrad koste rund fünf Millionen Euro und werde sich bei schlanken Kosten nach frühestens 15 Jahren amortisieren, meint Sorhage. „Lasst die Kirche im Dorf“, appelliert er an die Grundeigentümer: „Die Anleger brauchen eine vernünftige Renditeerwartung.“

Als Vorteile eines Bürgerwindparks nennt Sorhage in der Region bleibende Wertschöpfung und Steuern, Beteiligungsmöglichkeiten von Einwohnern und örtlichen Institutionen und damit eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung. Andere Projektentwickler würden wahrscheinlich die Windräder nicht selbst betreiben. „Mit welchen Gesellschaften oder Glücksrittern die Grundbesitzer dann zu tun haben würden, ist ebenso ungewiss wie die Einhaltung der propagierten Pachten“, meint Sorhage. Beim Betrieb von zwei Drei-Megawatt-Anlagen durch eine Bürgergesellschaft würden i n 20 Jahren mehr als zehn Millionen Euro in die Region fließen, bei einer Fremdfirma nur rund 1,8 Millionen Euro .

Geld auf mehr Schultern verteilt

Landvolk-Kreisgeschäftsführer Achim Hübner bestätigt, dass noch vor der Festlegung von Standorten und Windmessungen Nutzungsverträge abgeschlossen wurden. Jetzt sei man einen Schritt zurückgegangen und habe eine Grundeigentümergemeinschaft gegründet. Bei diesem Modell für bislang noch vertragslose Grundeigentümer werden alle Flächen im Vorranggebiet berücksichtigt, das Geld auf mehr Schultern verteilt. Auch Hübner als Interessenvertreter der Landwirte würde einen Bürgerwindpark bevorzugen , schränkt aber ein: „Wir führen mit allen Investoren Gespräche – zumal schon Unterschriften geleistet wurden.“

Im Bereich des Pinnekenberges , den er für den lukrativeren Standort hält und aus dem sich die Bürgergesellschaft wegen politischer Turbulenzen heraushält, hätten Grundstücksbesitzer schon vor Jahren Verträge mit einer Energie -Consulting-Gesellschaft abgeschlossen. „Dort stellt sich nicht die Frage, ob, sondern wer da baut“, meint Hübner: „Damit haben wir aber nichts am Hut.“

Zweite Runde

Inzwischen abgeschlossen ist die zweite öffentliche Auslegung der Änderung des Flächennutzungsplanes für Windkraft-Vorranggebiete in der Samtgemeinde. Die will die Verwaltung nach wie vor auf Höherberg und den weiterhin umstrittenen Pinnekenberg beschränken. In der zweiten Runde wurden noch 85 teilweise umfangreiche Eingaben von Bürgern gemacht. Von den 79 beteiligten Trägern öffentlicher Belange haben zudem 26 Behörden und Verbände Stellungnahmen abgegeben, neun davon ohne Bedenken.

Mit der Abwägung der Eingaben befasst sich am Donnerstag, 21. Februar, der Bauausschuss der Samtgemeinde. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in der Mehrzweckhalle in Rüdershausen.
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