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Kunst als universelle Sprache zugänglich machen

Ausstellung von Käthe Charlotte Sablotzki-Weise Kunst als universelle Sprache zugänglich machen

Rund 20 Schülerinnen der Vinzenz-von-Paul-Fachschule für Sozialpädagogik in Duderstadt belegen seit Beginn des neuen Schuljahres den Wahlpflichtkurs Kunst bei Claudia Rackowitz.

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Kunst-Galerie als außerschulischer Lernort: Angehende Erzieherinnen informieren sich bei der Künstlerin.

Quelle: Pförtner

Dass angehende Erzieherinnen im Umgang mit Farben und Formen geschult werden, um Kinder bei ihrer Gestaltungsfreude zu unterstützen, ist nicht neu. Jedoch wird das Thema Kunsterziehung erweitert, seit die Fachschule im August die Zusammenarbeit mit Kunst-Transfer aufgenommen hat.

Dieses Kooperationsprojekt mit dem Kunstverein Göttingen, dem Künstlerhaus und dem Verein Kinder und Kunst will in neuer Form Kindern und Jugendlichen Kunst vermitteln. Dabei soll das Kennenlernen zeitgenössischer Kunst als Sprungbrett in die eigene Gestaltungskraft dienen. „Durch die Wahrnehmung zeitgenössischer Kunst werden Denken, Sensibilität und Flexibilität gefördert. Die Kinder lernen zu sehen, was nicht sofort offensichtlich ist“, erklärt Rackowitz.

Der Zugang zu moderner Kunst solle hauptsächlich durch Berührung ermöglicht werden, also durch den Besuch von Ausstellungen und von Künstlern. Um Kinder in dieser Form des Lernens zu unterstützen, müssen die angehenden Erzieherinnen zunächst selbst diesen Zugang finden. So freuten sich die Kursteilnehmerinnen über die Möglichkeit, das Atelier und die Ausstellungsräume der Obernfelder Malerin Käthe Charlotte Sablotzki-Weise besuchen zu dürfen.

Lichtdurchflutet präsentiert sich die alte Scheune in Obernfeld nach umfassenden Renovierungsarbeiten. Wände, Treppenaufgänge und Balken dienen als Ausstellungsfläche für die zahlreichen, teils großformatigen Bilder. Abstrakte Formen, intensive Farben und verschiedene Stilrichtungen geben einen Eindruck von den Facetten der Malerei. „Mit dem Besuch dieser Ausstellung und der Chance, hier die Malerin selbst zu treffen, wollen wir uns berühren lassen“, sagt die Kunstlehrerin. Die Erfahrung vor Ort sei intensiver als die Theorie im Klassenraum.

„Was würden wohl Kinder in all den Formen und Farben sehen?“ fragt sich Laura Heublein. Was sie selbst und ihre Mitschülerinnen in verschiedenen Gemälden wahrnehmen, wird nach den Fragen der Künstlerin beantwortet. „Da sieht jeder etwas anderes, die Betrachtungsweise ist nicht festgelegt“, erklärt Sablotzki-Weise. Ihre Werke verraten nicht nur ihre Kenntnis unterschiedlicher Techniken und ihr Gefühl für Farbkompositionen, „meine Bilder geben auch einen Einblick in meinen persönlichen Weg und meine Entwicklung“, bekennt die Obernfelderin. Sie vermittelt den Schülerinnen eine Vorstellung von ihrem Arbeitsalltag zwischen künstlerischem Schaffen und Ausstellungen im internationalen Rahmen, von ihrem eigenen Werdegang und von der Möglichkeit, sich über Kunst auszudrücken. Dabei erklärt sie auch historische und gesellschaftliche Aspekte der Malerei.

„Bereits ab dem Krippenalter ist es sinnvoll, einen Zugang zur Kunst zu finden“, sagt Lehrerin Claudia Rackowitz. Kinder würden mit künstlerischem Schaffen Hemmungen überwinden und sich andere Ausdrucksformen neben der Sprache suchen. Gerade durch zeitgenössische Kunst würden sie erfahren, dass es verschiedene Wege gibt, etwas wahrzunehmen oder etwas zu gestalten.

Die angehende Erzieherin Maria Brand zeigt sich von der Galerie als außerschulischen Lernort begeistert: „Man löst sich von Klischees und wird wertungsfreier. Das werde ich in den Beruf mit hinein nehmen. Alles ist richtig, wenn es dazu dient, sich auszudrücken“. Laura ergänzt: „Es ist ein anderes Gefühl, sich ein Bild im Buch anzusehen oder hier vor Ort.“ Sablotzki-Weise hatte in ihrer Schulzeit selbst die Erfahrung gemacht, dass herkömmlicher Kunstunterricht nicht ausreiche: „Da war ich frustriert. Die Zeit war viel zu kurz, um Kunst wirklich zu erfahren“. Heute sollen die Erzieherinnen Kindern Kunst als universale Sprache zugänglich machen und dadurch deren Vermittlungskompetenz fördern.

Von Claudia Nachtwey

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