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Lebendige Schlagergeschichte

Heiligenstadt Lebendige Schlagergeschichte

Auf einen Star hat das Publikum am Sonntag im Eichsfelder Kulturhaus verzichten müssen. Doch auch ohne den erkrankten Christian Anders zeigten die "Schlagerlegenden" während der Neujahrsgala in Heiligenstadt, dass auch Musiker jenseits der 70 noch mitreißen können.

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Lena Valeitis, die im schwarzen langen Mantel auftritt, unternimmt nicht nur eine Zeitreise, sondern präsentiert auch neuere ihrer emotionalen Titel.

Tom Astor (73), der für Anders einsprang, bot dafür ein Paradebeispiel. Seine Version von "Lucille", lässig dargebracht mit einer Hand in der Hosentasche, verleitete das Publikum im ausverkauften Saal zum Mitsingen und -klatschen. Der Sänger mit dem Cowboyhut erntete einen dicken Applaus, auch für seine Versionen von "Red River Rock" oder "Country Roads" und die übrigen Lieder, zu denen sogar Kinderlieder zählten.

Die schlichte Bühne hatte er - wie alle Musiker - allein durch Präsenz und Stimme zum Playback zu füllen. Videoleinwand, wenige Lichteffekte und dezenter Nebel genügten als Bühnenbild der professionellen Auftritte.

Singender Moderator

Die Moderation lag bei Michael Heck, nicht verwandt und nicht verschwägert, wie er klarstellte - und mit 52 Jahren das Bühnenküken.  Sein Vater sei Wilfried gewesen, ein hessischer Polizist, und alles andere als ein Showlegende. Auch er selbst habe die Knarre gegen die Gitarre ausgetauscht, erklärte Heck. Der ehemalige Polizist habe in den USA Musik studiert und sich zurück in Deutschland dem Schlager zugewandt. Heck spielte eigene und "Ronny"-Stücke, bevor er an Astor übergab. Später bot er ein vielbeklatschtes Medley durch 50 Jahre Schlagergeschichte.

Wäre es chronologisch aufgebaut gewesen, hätte "So oder so" einen Platz ganz am Anfang finden müssen. "Können Sie sich vorstellen, dass ich das vor 46 Jahren aufgenommen habe", fragte Lena Valaitis (73), bevor sie ihr wohl berühmtestes Stück außer dem Grand-Prix-Kandidaten "Johnny Blue" spielte, das Lied, das ihre Gesangskarriere eingeleitet habe und das für Sie zum Lebensmotto geworden sei. Doch die Künstlerin, die im schwarzen langen Mantel auftrat, unternahm nicht nur eine Zeitreise, sondern präsentierte auch neuere ihrer emotionalen Titel. Mit "Ein schöner Tag", dem deutschen Amazing Grace verabschiedete sie ein dankbares Publikum: "Es bleibt Dir die Erinnerung an einen schönen Tag."

Starke Sprüche, gackerndes Publikum

Bevor die Gäste aber nach Hause geschickt wurden, bekamen sie das "wandelnde Hit-Festival" zu sehen. So hatte Heck Chris Roberts (70) angekündigt, der im schwarz-roten Gigolo-Outfit die Bühne betrat und schmachtende Blicke ins Publikum warf. Dass er trotz seines Alters noch immer die Frauen um den Finger wickeln kann, zeigte der Mann, für dessen Bild "in Millionen Kinderzimmern die Winnetou-Plakate weichen mussten" - wieder Heck - während seiner Moderationen. "Ich mach' ein glückliches Mädchen aus dir, jeden Tag, jede Nacht" habe ihn schon vor Jahrzehnten in brenzlige Situationen gebracht, so beispielsweise, als eine junge Frau behauptete, dann müsse er auf Knien nach Hause kriechen. Heute bringe es sicher die Männer im Publikum in Erklärungsnöte, wenn nach der Schlagergala die Frauen zuhause sagten: "Du hast gehört, was der Mann gesungen hat." Tatsächlich, gesungen hat er, vor allem aber stark moderiert. Schlagerlegenden bringen eben nicht nur Alter mit, sondern auch viel Erfahrung in Sachen Publikumsführung.

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