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Lehrer, Rektor, Organist und Heimatforscher

Karl-Wüstefeld Lehrer, Rektor, Organist und Heimatforscher

Auf vielen Straßenschildern im Eichsfeld finden sich Namen von Personen wieder, die in ganz besonderer Beziehung zu den Orten stehen. In lockerer Folge stellt das Eichsfelder Tageblatt solche Straßen und Namensgeber vor – heute Rektor Karl Wüstefeld, der aus Obernfeld stammt.

Er ist Lehrer, Schulrektor, Organist und Heimatforscher gewesen: Karl Wüstefeld. Sein Herz schlug dabei stets für die Eichsfelder Heimat.

In manchem Duderstädter Haushalt steht ein altes Buch mit grünem Umschlag im Regal. Der Titel ist in gold-gelb gehalten und lautet „Tausend Jahre Duderstadt“. Rektor Karl Wüstefeld hat das Werk verfasst. Es erschien 1929 zur 1000-Jahrfeier der Stadt Duderstadt. In Obernfeld erinnert die Rektor-Wüstefeld-Straße zwischen Kaltenhagen und Knickweg an den großen Sohn der Gemeinde, der Lehrer, Rektor, Organist und Heimatforscher war.

Geboren wurde Karl Wüstefeld am 19. Januar 1857 als Sohn eines Obernfelder Gastwirts und dessen Ehefrau. Wüstefeld besuchte das Progymnasium in Duderstadt und später das Lehrerseminar in Hildesheim. Von 1879 bis 1922 war er zunächst Lehrer, später Rektor der Volksschule in Duderstadt sowie von 1899 bis 1910 Lehrer und Leiter der Gewerblichen Berufsschule Duderstadt. Von 1884 bis 1937 übte Karl Wüstefeld die Tätigkeit des Organisten der St.-Cyriakus-Propsteikirche in Duderstadt aus. Von 1884 bis 1937 wirkte er hier auch als Kantor und Chorleiter. Sein Vorgänger war der Orgelvirtuose Josef Maria Homeyer, bei dem Wüstefeld Musikunterricht genommen hatte.

Vor allem war Wüstefeld als Heimatforscher und in der Heimatkunde an sich engagiert. Für die Zeitschriften „Heimatland“, und „Unser Eichsfeld“ schrieb er, ebenso wie für andere Publikationen, zahlreiche Beiträge. Bereits 1906 wurde der Verein für eichsfeldische Heimatkunde gegründet, den es auch im Obereichsfeld gab. 1915 schlossen sich die beiden Vereine zusammen, was sehr dem Wunsch Wüstefelds entsprach, der sich stets für das Zusammenwachsen von Ober- und Untereichsfeld einsetzte. Diese Verpflichtung ergab sich für ihn aus der geschichtlich bedingten Zusammengehörigkeit im religiösen und kulturellen Bereich.

Allein 17 selbständige Schriften stammen von Wüstefeld. Dazu gehören unter anderem „Das Kloster der Ursulinen in Duderstadt“, „Der obereichsfeldische Sagenschatz“, „Der Seeburger See“, „Das Kloster Teistungenburg im Eichsfeld“ und „Die Orgel der St.-Cyriakus-Kirche zu Duderstadt“. Der Lehrer, Organist und Heimatforscher Karl Wüstefeld war auch Komponist. Er schuf die Melodie des früher häufig gesungenen „Mein Duderstadt am Brehmestrand, des Eichsfelds Kron’ und Zier“, komponierte das Märchenspiel „Schneewittchen“, Kirchen- und Vereinslieder sowie Lieder für Männer- und gemischte Chöre. 1921 erschien das Gesangbuch für das Untereichsfeld, zu dem Wüstefeld das Orgelbuch herausgab. Am 24. Januar 1937 starb Rektor a.D. Karl Wüstefeld in Duderstadt, wo eine Grabstätte an den Pädagogen und Heimatforscher erinnert. Die Inschrift „Organist AD S. Cyriacum“ weist auf die einstige Tätigkeit hin: Organist an Sankt Cyriakus. Neben der Gemeinde Obernfeld hat auch die Stadt Duderstadt eine Straße nach ihm benannt: den Karl-Wüstefeld-Weg.

Von Heribert Reinhardt

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