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Lehrstunde: Damwild-Fütterung auf Gut Herbigshagen

Zwei weitere Termine Lehrstunde: Damwild-Fütterung auf Gut Herbigshagen

"Ist der Hirsch der Mann vom Reh“, fragt Anja Schemmerling und räumt gleich zu Beginn der Damwild-Fütterung auf Gut Herbigshagen einen Irrglauben aus der Welt. „Dass viele das meinen, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Bambi im Film ein kleines Reh ist und einen prächtigen Hirsch zum Vater hat“, so Schemmerling weiter.

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Nur von Weitem zu sehen: Das scheue Damwild auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt lebt auf einer drei Hektar großen Fläche, zum Rudel zählen rund 30 Tiere.

Quelle: Lüder

Duderstadt. Tatsächlich schaffte der österreichische Autor Felix Salten im Jahr 1923 Bambi als kleines Reh, doch als Walt Disney die Filmrechte am Buch erwarb, wurde aus dem Rehkitz ein Weißwedelhirschkalb, da es in den USA keine Rehe gibt. In der deutschen Synchronfassung des Kinofilms blieb Bambi allerdings ein Reh.

Rehe gibt es bei der Damwild-Fütterung auf Gut Herbigshagen nicht zu sehen. Ein Grund: Anders als Damwild benötigen sie rund 120 verschiedene Wildkräuter zur Nahrung, und diese Kost ist schwer zu ersetzen. Nun aber zum Damwild: Es kam von Dänemark erstmals nach Norddeutschland und breitete sich von dort bis Bayern aus. Eine alte Bezeichnungen für die Tiere ist der Begriff Dahnwild, der auf das Herkunftsland Dänemark hinweist, wie Schemmerling erzählt. Die Mitarbeiterin der Heinz-Sielmann-Stiftung leitet die Führung auf Gut Herbigshagen. Nur drei Mal im Jahr gibt es dort die Möglichkeit, mit den scheuen Tieren auf Tuchfühlung zu gehen. Normalerweise nämlich wird das Damwild von einer Plattform aus beobachtet.

Der Hirsch ist nicht der Mann vom Reh: Das und mehr lernten Besucher der Damwild-Fütterung auf Gut Herbigshagen in Duderstadt.

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Heute geht es direkt in das drei Hektar große Gehege, in dem rund 30 Tiere leben . Dort kann sich das Damwild in einen Wald zurückzuziehen, und so ist erst einmal weit und breit nichts von den mittelgroßen Hirschen zu sehen. Also: ab auf Spurensuche. Der Boden ist ordentlich durchgeweicht, so dass Spuren schnell gefunden werden. Und wir stellen fest: Damwild hat zwei Zehen. „Fachsprachlich werden die Spuren Trittsiegel genannt“, erklärt Schemmerling. Dann plötzlich rauscht es im Wald. Die Besucher-Gruppe dreht sich um und sieht das Rudel Damwild etwas unterhalb des freien Geländes im Wald entlanglaufen und über Äste hüpfen. Und schon ist es wieder weg.

Mit Kastanien werden Versuche unternommen, die Tiere anzulocken . Als diese erfolglos bleiben, geht es hinunter in den Wald. Die Tiere werden zwar nicht gefunden, aber zumindest eine Damwild-Schaufel, die der sechs Jahre alte Florian Spicka stolz präsentiert. Das Geweih darf der Duderstädter als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen. Schemmerling: „Wenn das Damwild einen guten Tag hat, kann es sein, dass es bis auf wenige Meter herankommt.“ Einen guten Tag hat es heute wohl nicht erwischt. „Wildtiere bleiben Wildtiere. Sie können sich zwar an den Menschen gewöhnen, bleiben aber immer scheu“, sagt Schemmerling.

Und am Ende doch noch einmal zurück zum Anfang: Der Mann von Frau Reh ist der Rehbock . Frau Reh heißt Ricke und ihr Kind Kitz. Die Frau vom Hirsch ist die Hirschkuh und ihr gemeinsames Kind wird als Hirschkalb bezeichnet. Genau wie der Damhirsch, das weibliche Damtier und dessen Damkalb gehören aber alle zur Familie der Hirsche.

Noch zweimal in diesem Jahr bietet die Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt eine jeweils einstündige Damwild-Fütterung an. Termine sind Dienstag, 19. Februar, und Freitag, 22. Februar, jeweils ab 14.30 Uhr. Anmeldung unter Telefon 0 55 27/91 40.

Von Kristin Kunze

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Heinz-Sielmann-Stiftung

„Um Natur zu erleben, muss man keinen Zoo besuchen“, sagt Rómulo Aramayo Schenk von der Heinz-Sielmann-Stiftung. Auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt ist der Biologe und Umweltbildner in diesen Tagen häufig mit seinem Spektiv und einem Fernglas unterwegs. Er beobachtet Vögel und ihre Nester oder untersucht die Artenvielfalt im Teich.

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