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Millionenprojekt: Pflegeheim in Duderstädter Innenstadt wird erweitert

Investoren setzen auf Senioren Millionenprojekt: Pflegeheim in Duderstädter Innenstadt wird erweitert

Die Erweiterung des Seniorenheims Am Park im Duderstädter Ortskern nimmt Gestalt an. Nach mehreren Teilgenehmigungen und steiniger Vorgeschichte hat Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) den Investoren jetzt das Gesamtpaket mit grünem Behördenlicht für das Millionenprojekt überreicht.

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Großbaustelle in historischem Umfeld: Zwischen Hinterstraße und Stadtmauer entsteht ein Neubau mit Innenhof.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Von der Hinterstraße aus lässt der Blick auf die Rohbaufassade, die nach Abriss des ehemaligen Hotels Deutsches Haus die Baulücke dort wieder schließt, die Dimension des Vorhabens kaum erahnen. Zwischen Stadtmauer und Hinterstraße  investieren Karl-Heinz Ernst und Hermann Josef Hoppmann eine Summe im hohen einstelligen Millionenbereich.

Das von ihnen erworbene und an den Neubau angrenzende Fachwerkhaus Hinterstraße 31 ist ebenfalls Teil des Großprojektes, wird entkernt und umgebaut.

Die Zahl der Heimplätze soll von derzeit 76 auf mehr als 100 erhöht werden, die Mitarbeiterzahl von 70 auf rund 100  steigen, darüber hinaus fast drei Dutzend seniorengerechte Wohnungen entstehen, für die es schon seit Monaten viele Anfragen gibt. Fast alle Gewerke werden von Firmen aus dem Untereichsfeld ausgeführt.

Nach dem Umbau verfüge die zentral gelegene Einrichtung über 7800 Quadratmeter Nutzfläche, sagt Hoppmann. Der Neubau soll im Herbst, der Gesamtkomplex in den nächsten zwei Jahren bezugsfertig sein. Dann sind sechs Gebäude, die Hinterstraße 21 bis 31, zu einem Wohnkomplex für Senioren verbunden – mit sechs Fahrstühlen, Wintergarten über drei Etagen, Speisesaal, Gemeinschaftsräumen, Dachterrasse, Innenhof und -begrünung.

Zuletzt nur noch eine Bauruine

Für den Lückenschluss, der sich mit Sprossenfenstern und anderen historisierenden Elementen in die Fachwerkzeile einfügen soll, waren zahllose baurechtliche und -technische Fragen zu klären, Überzeugungsarbeit bei Nachbarn zu leisten, mit der Denkmalpflege zu ringen und Kompromisse zu finden.

Dabei war das Deutsche Haus, das jetzt durch einen energetischen Massivbau mit drei Obergeschossen ersetzt wird, zuletzt nur noch eine Bauruine. 2005 waren Einbrecher in das leerstehende Gebäude eingedrungen, hatten Waschbecken herausgerissen und Wasserhähne aufgedreht.

Zudem konnten die Raumhöhen keine Pflege, Betreuung und Sicherheit gewährleisten. „Es gab keine Alternative zum Abbruch“, sagt Nolte und bestätigt „intensivste Gespräche mit der Denkmalpflege“. Die gingen auch nach dem Abriss weiter, als die Fundamente einer mittelalterlichen Brennerei gefunden wurden.

Bedenken zum Neubau

Die Anlage wurde abgetragen und wird jetzt im Bauhof zwischengelagert. Erhalten und ins Baukonzept einbezogen wurden die historischen Gewölbekeller. Zum an die Hinterstraße 31 angrenzenden Amtsgericht müssen die Bauherren eine Brandschutzwand ziehen, die verkleidete Fachwerkfassade wollen sie freilegen und restaurieren.

Bedenken zum Neubau hatten neben der Denkmalpflege auch die Vinzentinerinnen, die auf der anderen Seite der Stadtmauer ihre Fachschule für Sozialpädagogik betreiben.

Der Baukörper sei zurückgezogen, das Nachbarschaftsrecht eingehalten worden, Wirtschaftlichkeit nur mit Nutzung der Dachgeschoss-Ebene möglich, sagt Nolte und zeigt sich begeistert von der „traumhaften Quartiersinitiative“ mit „Bauen im Bestand und barrierefreier Seniorengerechtigkeit“. Das Großprojekt von besonderer Güte sei ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung in der Innenstadt.

Das Grundkonzept des Hauses

Die Fuhrbacher Unternehmer Ernst und Hoppmann hatten bereits 1990 die Häuser Hinterstraße 21 bis 25 erworben und umgebaut. Damals hatte auch die Lebenshilfe Interesse an dem Standort, entschied sich dann aber für den Neubau am Kutschenberg.

Die erste Erweiterung des Altenpflege- und Senioren-Wohnheims Am Park erfolgte drei Jahre später, als die Hinterstraße 27 hinzukam. 2004 übernahmen Hoppmann und Ernst auch das Pflegeheim Haus Elisabeth in Wollbrandshausen und sanierten es energieeffizient, vor zwei Jahren eröffneten sie die Tagespflege Am See in Bernshausen.

Das Grundkonzept des Hauses Am Park bleibe bestehen, die Gerontopsychiatrie werde erweitert, sagt Heimleiter Robert Osburg. Dem Trend zu Ein-Bett-Zimmern werde beim Umbau Rechnung getragen, jede Wohnung mit eigener Lüftungsanlage versehen. „Wir wollen uns auch nach außen öffnen“, sagt Ernst und denkt unter anderem an ein Erzählcafé.

„Sensationelles Energiekonzept“

Das bereits energieeffizient sanierte Seniorenquartier an der Duderstädter Hinterstraße, das seit 2009 mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks eigenen Strom erzeugt, soll nach der Erweiterung noch weniger Energie verbrauchen.

60 Prozent der Elektroenergie werden dann selbst erzeugt, der neue Komplex ohne fossile Energieträger ausschließlich durch Ab- und Erdwärme versorgt. Bürgermeister Wolfgang Nolte schwärmt von einem „sensationellen Energiekonzept“, das die Wärme-Rückgewinnung optimal ausreizt.

Die Erdsonden für die Geothermie werden ergänzt durch Fundament- und Deckenspeicher, alle Räume mit Lüftungsanlagen versehen. Allein die 500 Quadratmeter Bodenfläche im Erdgeschoss des Neubaus sind von 1600 Metern Schläuchen durchzogen. In der Wäscherei im Untergeschoss wird das Waschmaschinenwasser aufgefangen und über Wärmepumpen weiterverteilt.

Die Wäschetrockner können so ohne Strom betrieben werden, Küche und Wäscherei im Sommer für die Mitarbeiter über die Betondecke auf eine angenehme Temperatur abgekühlt werden.

„Durch innovative Speichertechnologie wird eine beispielhafte Energieeffizienz erreicht“, betonen die Bauherren Karl-Heinz Ernst und Hermann Josef Hoppmann.

Die Raumwärme könne komplett durch Eigenaufkommen gedeckt, Wäscherei und Küche mit eigener Prozesswärme und Strom versorgt werden: „Bauteiltemperierung, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Innenbegrünung sorgen für ein angenehmes Raum- und Wohlfühlklima.“

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