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Missbrauch nur erfunden?

Angeklagter schaltet nach Vorwürfen selbst die Polizei ein Missbrauch nur erfunden?

Freitag, der 13., war kein guter Tag für den Angeklagten. Im Mai 2011 erfuhr der 38-jährige Handwerker aus einer Gemeinde im Untereichsfeld, was ihm seine damals zehnjährige Stieftochter seitdem vorwirft: dass er das Kind missbraucht haben soll. „Er hat“, wirft ihm die Anklage vor, „sie hat“, behauptet er, und zwar, ihn zu Unrecht beschuldigt.

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Quelle: ©dpa (Symbolbild)

Göttingen/Eichsfeld. Seit Donnerstag verhandelt die Jugendschutzkammer des Landgerichts Göttingen den Fall. Gäbe es nicht ein aussagepsychologisches Gutachten über die Glaubwürdigkeit des Kindes, würde man dem Angeklagten seine stiefväterlichen Probleme abnehmen, die er schildert.

Er habe anfangs ein gutes Verhältnis zur Stieftochter gehabt. Man habe sie streng und konsequent erzogen. Mehrmals habe man dem Mädchen den Umgang mit der Großmutter verbieten müssen, weil ihr dort alle Freiheiten gewährt wurden. „Sie hat unsere Erziehung unterlaufen“, wirft der 38-Jährige der Großmutter vor. Und: „Probleme hatten wir immer, wenn sie bei der Oma war.“

Zur Oma geflüchtet ist das Kind auch, nachdem es am 13. Mai 2011 sexuelle Übergriffe geschildert hatte. Eine von zwei Taten war so konkret, dass sie als Missbrauch und Vergewaltigung Eingang in die Anklage fand. Dazu eine Körperverletzung in Form von einem Schlag auf den Po.
Letzteren gibt der Angeklagte auch zu – als „Klaps, weil sie die Hand gegen mich erhoben hatte.“

Gegen die Missbrauchsvorwürfe hingegen ging der Handwerker so vor, wie es bei einem schuldigen Täter kaum zu erwarten war: Er selbst informierte die Polizei über die Vorwürfe, und darüber, dass das Kind bei der Oma festgehalten wird.

Inzwischen lebt das Mädchen im Landkreis Göttingen dauerhaft bei der Oma. Weil seine Mutter zu ihrem Mann steht und, wie er, die Vorwürfe für erfunden hält, strebt das Paar nach einem Freispruch die Unterbringung des Mädchens in einer Pflegefamilie an – damit es weg kommt von der Oma. Denn die „steckt nach meiner Meinung da mit drin.“

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