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Mit Sandeimer und Schaufel Physik erklären

Max-Planck-Institut Mit Sandeimer und Schaufel Physik erklären

Was haben hüpfende Tischtennisbälle mit Sand gemeinsam? Wie können sich Sandkörner gegenseitig aufhalten? Und warum liegt in der Weitsprunggrube keine Gummimatte? Was diese Fragen miteinander zu tun haben und wie man sie beantwortet, erklärte Jürgen Vollmer, Professor vom Lindauer Max-Planck-Institut (MPS) bei der letzten Veranstaltung der Vortragsreihe „Wissenswelten für kleine Entdecker“.

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Hüpfender Flummi gegen sandgefüllten Jonglierball: Physikprofessor Jürgen Vollmer zeigt vollen Körpereinsatz.

Quelle: OT

Rund 70 Grundschulkinder waren trotz Beginn der Osterferien gekommen, um Forschung hautnah zu erleben.

„Ich rede gerne über Physik und möchte bei den Kindern das Interesse für die Naturwissenschaften fördern“, erklärte Vollmer seine Motivation, sich an dem Projekt für Nachwuchsforscher zu beteiligen. „Ich versuche sie bei ihrer Alltagserfahrung abzuholen.“

Um zu veranschaulichen, wie sich bewegter Sand verhält, ließ der weißgewandete Physik-Professor verschiedenste ballartige Gegenstände zu Boden plumpsen. Ein Flummi, ein schlapper Fußball, ein Überraschungsei und ein sandgefüllter Jonglierball sausten im Dienste der Wissenschaft ungebremst in die Tiefe. Vollmer stellte gemeinsam mit den Mini-Entdeckern fest, dass letzterer Sturz-Kandidat am schnellsten eine Ruheposition einnehmen konnte.

Wegen der guten Bremswirkung von Sand eigneten sich die 0,06 bis 2 Millimeter großen Krümelchen idealerweise als Landezone für Weitspringer. „Ganz viele Sandkörner stoßen schnell und oft aneinander und bremsen den Abprall“, erklärte der Dozent. Anders verhalte sich dies natürlich bei nassem Sand, so Vollmer. Auch diese These wurde prompt durch einen simulierten Erdrutsch unter Beweis gestellt. Zur Freude der jungen Zuhörer landete dabei eine nicht unerhebliche Portion des unverfestigten Sedimentgesteins auf dem Teppich des Hörsaals.

Den Höhepunkt seiner Reise durch die Welt des Sandes hielt Vollmer bis zuletzt unter einem schwarzen Tuch versteckt. Eine „Rüttelmaschine“ voll mit weißen und orangen Tischtennisbällen, sollte das „Kollisionsprinzip“ der Körnchen demonstrieren. „Das wird ordentlich laut“, warnte Vollmer. „Soll ich aufdrehen?“ – „Jaaa!“, war die einstimmige Antwort aus dem Publikum.

Während die bunten Bälle fröhlich vor sich hin hüpften, lernten die Kinder, dass sie sich trotz trennender Plexiglas-Platte vermischen können und dass, sobald auf einer Seite Ballmehrheit herrscht, kein Ball von dort mehr zurückspringen kann, da er von den „Gegenstoßenden“ aufgehalten wird. Das war nicht ganz einfach zu verstehen, aber sehr beeindruckend für die Mini-Physiker, und so musste sich Vollmer nach Ende seines Vortrags noch vielen neugierigen Fragen stellen. „Wir hoffen, dass wir genug Wissenschaftler finden, um die Reihe im nächsten Jahr fortsetzen zu können“, sagte MPS-Pressesprecherin Birgit Krummheuer.

Von Anna Kleimann

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