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Mit dem Fahrrad von Florenz nach St. Petersburg

Grenzradeln Mit dem Fahrrad von Florenz nach St. Petersburg

5400 Kilometer, fünf Hauptstädte und zehn europäische Länder: Der Italiener Jacopo Bardi reist mit seinem Fahrrad von Florenz nach St. Petersburg am Eisernen Vorhang entlang. Jetzt ist er in Duderstadt angekommen. Gemeinsam mit Freunden hatte der Italiener vor zwei Jahren die Idee zu dem Projekt RiCiclabili.

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Bardi

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. 5400 Kilometer, fünf Hauptstädte und zehn europäische Länder: Der Italiener Jacopo Bardi reist mit seinem Fahrrad von Florenz nach St. Petersburg am Eisernen Vorhang entlang. Jetzt ist er in Duderstadt angekommen.

Gemeinsam mit seinen Freunden Niccolo und Giacomo hatte der Italiener Bardi vor zwei Jahren die Idee zu dem Projekt RiCiclabili. Dabei geht es darum, eine Fahrradtour entlang des Eisernen Vorhangs von Florenz nach St. Petersburg zu machen. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass man mit dem Fahrrad einen nachhaltigen Tourismus machen kann. Die Idee ähnelt der des Jakobsweges, nur auf dem Fahrrad. Man öffnet sich einem Ort und kommt mit den Menschen, die dort leben, in Kontakt - auf eine Art und Weise, die zum Beispiel mit dem Auto nicht möglich wäre“, erklärt Bardi. Die Menschen bauten ständig Mauern, meint der Italiener weiter, physisch wie psychisch. So vor vielen Jahren auch den Eisernen Vorhang. Bardi und sein Freund Niccolo wollen diese ehemalige Mauer abfahren, um zu verstehen, wieso sich die Menschen, die sie erbauten, von anderen abgrenzen wollten. „Wir sind beweglich mit unseren Rädern und können mit ihnen weite Strecken zurücklegen. Warum sollen wir das nicht dafür nutzen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, eine Nachricht von Frieden und Liebe zu verbreiten und zu versuchen, die Leute von damals zu verstehen?“ Der Name des Projekts, „RiCiclabili“, ist ein Wortwitz, mit dem die Italiener auf die Nachhaltigkeit des Fahrrads aufmerksam machen wollen. „Ciclabili“ bedeute auf Italienisch etwas, auf dem man radeln könne. Und wenn vor einem Wort „Ri“ stehe, lasse das auf die Wiederverwendung des Folgewortes schließen. „RiCiclabili“ heiße demnach etwas wie „Recyceln“ nur mit der Anspielung auf ein Rad (im Englischen „bike“), also „Rebikeln“.

Ein halbes Jahr verging, bis Bardi und sein Freund am 17. Juli diesen Jahres zu ihrer Radtour von Florenz nach St. Petersburg aufbrachen. Die beiden Italiener nahmen sich vor, innerhalb von 80 Tagen durch zehn europäische Länder und fünf Hauptstädte zu reisen.

Mittlerweile sind schon 40 Tage vergangen und Bardi ist in Duderstadt angekommen. Hier ist der Italiener allein, sein Freund Niccolo hat eine kürzere Strecke ohne alle Umwege des Eisernen Vorhangs genommen. In Lübeck wollen sich die zwei wieder zusammentun. Danach geht es an der Küste entlang nach Russland. In Duderstadt konnte Bardi bei Brit Werner im Gästezimmer unterkommen. Vor drei Tagen hat der Italiener die Unterkunft per Couch-Surfing entdeckt. Alle vier bis fünf Nächte versucht er nämlich, in einem Bett übernachten zu können. Entweder landet er dann in einem Hostel oder Gasthaus. In Duderstadt hat es das erste Mal mit Couch-Surfing geklappt. Er traf auf Werner, die ihm ihr Gästezimmer anbot. Ansonsten zeltet Bardi auf Campingplätzen oder im Wald. „Da muss man absolut flexibel sein“, sagt er. Meistens bleibe er eine Nacht an einem Ort. Wenn er sehr geschafft sei vom Radeln, werden es auch schon mal zwei wie in Duderstadt. „Ich lege ungefähr 100 Kilometer am Tag zurück, das ist ziemlich anstrengend. Oft ergibt es sich dann spontan, wann ich wo ankomme und wo ich einen Schlafplatz finde.“

Mitte September wollen die Radfahrer in Russland ankommen. Dort können sie eine Woche bei Freunden bleiben und Ende September geht es zurück in die Heimat. Sie wissen noch nicht, ob sie mit dem Flugzeug oder der Bahn zurück nach Italien reisen, sagt Bardi. Es könne sein, dass seine Schule ihn anrufe und er schnell wieder vor Ort zum Unterrichten sein müsse, erklärt der Lehrer. Generell bevorzugen die Italiener aber den Zug, weil sie damit auch Zeit zum Anhalten und Aussteigen haben und über ihre Reise der letzten zwei Monate nachdenken können. Denn zurück in Italien wollen die Radfahrer ein Buch über ihre Erfahrungen schreiben.

Von Kimberly Fiebig

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