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Nabu, GAB und Tabalugahaus bilden Netzwerk in Duderstadt

Pilotprojekt unterstützt Jugendliche Nabu, GAB und Tabalugahaus bilden Netzwerk in Duderstadt

Die 16-jährige Katja dreht mit dem Akkuschrauber die Schrauben in das Holz, Jugendbetreuer Georg hält den fast fertigen Nistkasten, damit die Arbeit leichter geht. Katjas Jugendgruppe kommt aus einem Heim in Bayern, ist zu Gast im Tabalugahaus und besucht heute die Werkstätten der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) in Duderstadt.

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Handwerk für den Naturschutz: Jugendliche bauen unter Anleitung von Andreas Klose (rechts) Nistkästen.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Die ganze Aktion hat der Naturschutzbund (Nabu), Gruppe Untereichsfeld, im Rahmen des Projekts Bürgerarbeitsplätze organisiert. „Wir wollen für Kinder und Jugendliche Natur erfahrbar machen. Darum gehen wir beispielsweise an die Schulen in der Region, bieten Exkursionen an und arbeiten schon länger mit der GAB zusammen“, sagt Reinhard Karlen, Projektleiter des Nabu. Doch heute findet ein Pilotprojekt statt, das ebenfalls Jugendlichen zugute kommen soll, woran aber neben Nabu und GAB auch das Tabalugahaus der Peter-Maffay-Stiftung beteiligt ist. Hier wird Jugendförderung mit Handwerk und Umweltschutz verknüpft.

Speziell für kleine Meisenarten

Die Nistkästen, die von den Schülern gebaut werden und nach Angaben des Nabu speziell auf kleine Meisenarten wie Blaumeisen zugeschnitten sind, sollen am Duderstädter Wall aufgehängt werden. „Meisen fressen Miniermotten und bekämpfen so auf natürliche Weise die Schädlinge in den Rosskastanien“, erklärt Bernhard Wiesemüller, promovierter Biologe und Nabu-Mitarbeiter. Plan sei, den Meisen mit den Kästen eine Nistmöglichkeit anzubieten. „Die Löcher in den Kästen sind so klein, dass die Meise hineinpasst, aber größere Vögel nicht“, sagt Wiesemüller. Das Nahrungsangebot für die Meise sei reichlich am Wall, und wenn sie sich dort niederlasse und vermehre, könnten die Kastanien von den Schädlingen befreit werden, so der Biologe.

Das Angebot, Nistkästen in einer richtigen Holzwerkstatt zu bauen, den Jugendlichen die Möglichkeit zum Handwerken zu bieten und außerdem noch etwas für die Umwelt zu tun, gefiel auch Christina Spohr, Sozialpädagogin und Leiterin des Heims in Bayern. „Mit der praktischen Arbeit erreichen wir die Jugendlichen besser als mit vielen Worten. Und Umweltschutz kommt bei uns eher in Form von Mülltrennung oder gesunder Ernährung vor, daher ist dieses Angebot ein neuer Aspekt für die Heimkinder“, erklärt sie.

Idealer Rahmen

Andreas Klose, Leiter der Holzwerkstatt der GAB, lobt die motivierte Gruppe. „Die sind alle mit großem Eifer dabei.“ Er freut sich über die neue Zusammenarbeit mit dem Tabalugahaus, die über die Kooperation mit dem Nabu entstanden sei: „Unsere Werkstatt bietet den idealen Rahmen für solche Projekte. Wir haben ein eigenes Sägegatter, mit dem wir Stämme in Bohlen schneiden und fertiges Holz in allen Größen anbieten können.  Das spart für solche Jugendprojekte enorme Materialkosten“, beschreibt er die Vorteile.

Dass den Jugendlichen die Arbeiten so leicht von der Hand gehen, liege am Werkunterricht in der Schule, wo oft mit Holz gearbeitet werde, erklären die Schüler Melly und Terence. Aber auch der Rest der Angebote in Duderstadt gefällt den jungen Gästen. „Ist schon cool, der Bärenpark, der Stadtrundgang und das Tabalugahaus“, sagt Katja.

Entgegenkommen der Stadt

Katrin Wüstefeld, Leiterin des Tabalugahauses, freut sich ebenfalls über ein weiteres Netzwerk in der Region, das Jugendliche unterstützt. Und sie bezieht auch die Stadt Duderstadt mit ein: „Die Stadt kommt uns in vielen Bereichen sehr entgegen. Wir können das LNS-Gelände, die Stadtbibliothek oder das Heimatmuseum nutzen. Mit den Nistkästen können wir etwas zurückgeben“, sagt sie.

Von Claudia Nachtwey

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Benno Beckmann

Wer gelegentlich durch die Streuobstwiesen in Fuhrbach oder Seulingen, über den Wall oder in den Wäldern um Duderstadt spaziert, dem werden die Nistkästen von Benno Beckmann sicherlich an einigen Bäumen begegnet sein. In den zurückliegenden vier Jahren fertigte der Rhumspringer mehrere hundert Nisthilfen für den Naturschutzbund Untereichsfeld an, der ihn Ende des vergangenen Jahres ehrte.

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