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Nächtliche Angebote derzeit nicht machbar

Kinderbetreuung im Eichsfeld Nächtliche Angebote derzeit nicht machbar

Kinderbetreuungszeiten an die Anforderungen der Arbeitswelt anpassen will der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP). In einem Interview sprach er sogar von nächtlicher Betreuung. Träger und Kindergartenleitungen in der Region sehen für nächtliche Betreuung noch keinen Bedarf.

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Spielende Kinder in Ebergötzen.

Quelle: Rüdiger Franke

Duderstadt / Gieboldehausen / Radolfshausen. Kinderbetreuungszeiten an die Anforderungen der Arbeitswelt anpassen will der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP). In einem Interview sprach er sogar von nächtlicher Betreuung. Träger und Kindergartenleitungen in der Region sehen für nächtliche Betreuung noch keinen Bedarf.

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erklärt, dass die Stadt das Angebot an Plätzen in Krippen und Kindertagesstätten mit erheblichem Kraft- und großem finanziellen Aufwand ausgebaut habe. Derzeit würden jährlich etwa 2,5 Millionen Euro aus städtischen Mitteln für die Finanzierung aufgewendet. „Ich persönlich sehe die Notwendigkeit, dass zeitliche Angebote im Bereich Krippe, Kindertagesstätte und auch Tagespflege ausgeweitet werden müssen“, so Nolte weiter. Allerdings brauche die Ausweitung erhebliche Unterstützung und Mehrkostenübernahmen durch das Land, wenn Beruf und Familie vereinbart werden sollen. Wie weit das in die Abend- oder Nachtstunden reiche, darüber müsse geredet werden. „Die Stadt wäre unter den jetzigen finanziellen Rahmenbedingungen nicht in der Lage dazu“, sagt er. Allerdings gebe es sowohl für die Bundestags- als auch für die Landtagswahl gute Ansätze in den Programmen der Parteien, dass es zu erheblichen Weiterentwicklungen komme.

„Gerade im ländlichen Raum nützt eine Grundzeit von 8 bis 12.30 Uhr niemandem“, sagt Pfarrer Matthias Kaminski. Die Kirchengemeinde St. Laurentius in Gieboldehausen ist Träger der Kindertagesstätten St. Antonius und Heilige Familie. Eine Zeit von 7.30 bis 17 oder 18 Uhr würde zumindest ein Stück Familienfreundlichkeit bieten, für das viele Eltern dankbar wären. Allerdings müsse eine solche Ausweitung auch von der politischen Seite unterstützt und finanziert werden. „Man kann das auch nicht für jede Gemeinde einfordern“, so Kaminski. „Das muss gut durchdacht werden.“ Derzeit beginne der Frühdienst in unseren beiden Einrichtungen bereits um 7 Uhr, berichtet die stellvertretende Leiterin Monika Nickel. Maximal könnten die Kinder bis 16 Uhr bleiben. „Übernachtungswünsche hat es bei uns noch nicht gegeben“, sagt sie.

Noch keine Anfrage

Petra Sommer, Leiterin des katholischen Kindergartens St. Johannes in Seulingen, erklärt, dass sie im ländlichen Raum noch von keiner Nachfrage zu nächtlichen Betreuungszeiten gehört habe. Anders sei es in Städten, wo Schichtarbeit verbreitet sei. Allerdings gehe es dort meistens auch nur um deutlich verlängerte Öffnungszeiten. Der Seulinger Kindergarten ist von 8.30 bis 15.45 Uhr geöffnet. „Es gibt Anfragen auf frühere oder längere Zeiten“, sagt sie. Auch der Sonnabend sei mal angefragt worden. Allerdings müssten zehn Kinder zusammenkommen, damit der Kindergarten ein solches Angebot leisten könne. Hinzu komme die Tatsache, dass immer auch zwei Betreuerinnen im Kindergartenbereich der Drei-bis Sechsjährigen arbeiten müssten. „Und wenn wir die Ein- bis Dreijährigen nachts betreuen würden, müssten wir drei Leute bereitstellen“, erklärt Sommer.

Auch Ebergötzens Bürgermeister Detlef Jurgeleit (SPD) geht nicht davon aus, dass in naher Zukunft ein solches Angebot im Max-und-Moritz-Kindergarten angeboten werde. „Wir haben bislang nur in Einzelfällen die Anfrage gehabt, ob die Kernbetreuungszeit ausgedehnt werden kann“, berichtet er. Allerdings müsse auch immer die Betreuung sichergestellt sein. Das sei zurzeit vom personellen und auch finanziellen Standpunkt aus gar nicht machbar. Die Möglichkeit zu nächtlicher Betreuung sehe er höchstens in Ballungszentren.

Von Rüdiger Franke

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