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Narren stürmen die Rathäuser im Untereichsfeld

Karneval Narren stürmen die Rathäuser im Untereichsfeld

Für eine gute Stunde wurden Duderstadt und Bilshausen am gestrigen Rosenmontag zum Zentrum des närrischen Treibens im Untereichsfeld. Karnevalisten aus Mingerode, Westerode, Brehme und Desingerode setzten zum Sturm auf das Duderstädter Rathaus an. Der Bilshäuser Verein hingegen musste allein die Verwaltungsräume einnehmen.

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Herzlich: Michael Haase (l.) beobachtet Josef Nolte, der sich über einen Orden und den Kuss der Mingeröder Prinzessin Susanne freut.

Quelle: SPF

Und vorne: Helau, und hinten: Helau, und links: Helau“, skandierten die Karnevalisten bei ihrem Marsch durch die Duderstädter Innenstadt, vorbei an erwartungsvoll blickenden Kindern und Erwachsenen am Straßenrand. Vier Karnevalsvereine bewegten sich, von Böllern und Musik begleitet, in Richtung des alten Rathauses, vorneweg schritten die Gardistinnen. Währenddessen überprüfte Bürgermeister Wolfgang Nolte dort noch einmal den Sitz seiner Narrenkappe, um die Karnevalsfraktionen aus den Duderstädter Ortsteilen und die Gäste aus dem obereichsfeldischen Brehme standesgemäß zu begrüßen.

Die Belagerung des Rathauses, in dem sich eine Mannschaft aus Verwaltung, Rat und Ortsräten verschanzt hatte, verlief denn auch kurz und schmerzlos. Beim Beisammensein mit Musik der Mingeröder Brass and Drum Band gab es jede Menge Orden und noch mehr karnevalistische Grüße. Nur einen Seitenhieb auf die Grünen und ihre vermeintliche Ablehnung der Umgehungsstraße konnte sich Mingerodes Chef-Karnevalist Michael Haase nicht verkneifen. Sein Vorschlag: Der Karnevalsverein finanziert die Straße vor. Dafür flössen die Einnahmen aus der von den Grünen geforderten Mautstelle bei Teistungen, in der Hans-Georg Schwedhelm den Kassierer geben solle, ins Säckel des MCV. Bis alle Orden, Würste und der Schnaps übergeben waren, dauerte es – so lange, dass die Schlüsselübergabe zum Rathaus aus Zeitmangel in Vergessenheit geriet.

Wie in Duderstadt bewegt sich die Narrenfreiheit auch in Bilshausen als eingespieltes Ritual in geordneten Bahnen. Seit die Erstürmung der dortigen Gemeindeverwaltung mit Böllern und Pistolen durch einen Empfang abgelöst wurde, geht es noch gesitteter zu als in der Vergangenheit. Nach dem Sturmklingeln des Kinderprinzenpaares – die zwölfjährigen Zwillinge Laura und Leon Kemmling – konnte Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis unter Bi-Lau-Rufen den Narren ruhigen Gewissens die Gemeindekasse übergeben und anschließend beim BCC-Lied mitschunkeln: Die Goldbarren in der Kasse waren lediglich getarnte Süßigkeiten. Trotz Finanzmisere will Kreis aber auch künftig nichts von einer Narrensteuer wissen: „Tabak- und Sektsteuer reichen schon.“

Vor Übergabe der Kasse war allerdings kollektive kommunalpolitische Erinnerung gefragt: Garden und Männerballett mussten herausbekommen, dass in 52 Jahren BCC-Geschichte sechs Prinzen und drei Prinzessinnen im Gemeinderat vertreten waren. Da sie mit Hilfe von Altvorderen sogar namentlich genannt werden konnten, gab es einen Sonderbonus der Bürgermeisterin.

Auch Kreis und drei weitere Ratsmitglieder hatten sich bei einer von den Jecken ausgeheckten Narretei zu bewähren: In 15 Metern Höhe mussten die Politiker auf einer Hebebühne den Inhalt von Überraschungseiern montieren. Zur Verfügung gestellt hatte sie Prinz Jens-Karl Lange, der in Wulften einen Industrieverwertungsbetrieb mit Arbeitsbühnenvermietung betreibt. Zur Seite stand ihm Prinzessin Johanna Klemme, deren Großvater vor 50 Jahren schon Prinz war. Vor der Verwaltung hatten die Narren bereits Kindergarten, Schule und Seniorenheim „heimgesucht“.

Von Erik Westermann und Kuno Mahnkopf

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