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Neuer Auftrieb für das Ferienparadies Pferdeberg

Kolpingwerk Neuer Auftrieb für das Ferienparadies Pferdeberg

Die finanzielle Talsohle des Kolping-Ferienparadieses Pferdeberg, die zur Insolvenz hätte führen können, scheint überwunden. „Wir sind durch und schauen optimistisch nach vorne“, sagt Klaus Bechtold. Der Ferienwerk-Vorsitzende des Diözesanverbandes Hildesheim ist sich mit Geschäftsführer Josef Teltemann einig, nach Umbau und Umstrukturierung auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu sein.

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Eine runde Sache: Thomas Kleen, Klaus Bechtold, Janine Ley, Talvan von Rauchfuß und Josef Teltemann (unten, v. l.).

Quelle: Blank

Bereits 2009 wurde ein Aktionsplan erstellt und ein neues Leitungsteam mit Aufgabenteilung etabliert. Familien als klassisches Klientel – vor allem mit besonderem pädagogischen Handlungsbedarf – sollten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, zugleich neue Zielgruppen hinzugewonnen, die Übernachtungszahlen mittelfristig gesteigert werden.

So wurde mit dem Goethe-Institut ein Kooperationsvertrag geschlossen, im Juni kommen Jugendliche aus der ganzen Welt zu einem Sprachkurs ins Eichsfeld. Auch das Tagungsgeschäft soll ausgeweitet werden. Erste Anfragen gebe es bereits, sagt Talvan von Rauchfuß, der für das operative Geschäft zuständig ist.
„Die Stimmung im Haus ist gut“, sagt Teltemann. Die Kosten hätten erheblich gesenkt, Entlassungen dabei vermieden werden können. Die zugleich abgeschiedene und zentrale Lage der Einrichtung biete viele Vorteile, der barrierefreie Urlaub sei ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem Rollstuhl-Wandern würden neue Akzente gesetzt. In den vergangenen fünf Jahren seien 1,3 Millionen Euro in die Anlage investiert worden, die von Behindertengruppen stark nachgefragt werde. Zunehmend würden auch Alleinerziehende und Patchwork-Familien das Ferienparadies nutzen.

„Kinderbetreuung ist hier ohnehin Standard“, sagt Teltemann, der auf eine verstärkte seelsorgerische und pädagogische Begleitung von Eltern setzt. Der Familienurlaub solle durch Angebote wie eine Sprachtherapie ergänzt werden. Viele Eltern seien heute mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag überfordert, sieht Teltemann das Kolpingwerk vor neuen Herausforderungen.

Die Kürzung der Förderung für Bildungsmaßnahmen und rückläufige Gästezahlen, die Teltemann auch auf verändertes Urlaubsverhalten zurückführt, haben sich in der Vergangenheit negativ nicht nur auf die Ferienstätte auf dem Pferdeberg ausgewirkt. Von einstmals 240 Ferienstätten verschiedener Träger in Deutschland seien nur noch gut die Hälfte übriggeblieben.

„Um schwarze Zahlen schreiben zu können, war die Einrichtung im Eichsfeld auf 30 000 Übernachtungen jährlich ausgelegt“, berichtet Bechtold: „Diese Zahl wurde in den 90er-Jahren teilweise sogar überschritten, seit der Jahrtausendwende ging es dann bergab.“ Auch 2010 seien lediglich 23 000 Übernachtungen erreicht worden, die durch die Kostenreduktion vom Wareneinkauf bis zur Energieeinsparung aufgefangen worden seien. Für dieses Jahr erwartet Bechtold rund zehn Prozent mehr Übernachtungen und ein positives Gesamtergebnis inklusive aller Abschreibungen.

Damit es weiter bergauf geht, setzen die Verantwortlichen auch auf die hohe Akzeptanz der Einrichtung bei den regionalen Kolpingsfamilien und deren ehrenamtliche Hilfe. Zur Neuausrichtung gehören Arbeitseinsätze bei freier Kost und Logis, um den Gebäudekomplex weiter zu modernisieren. Im Zuge der Aktion „Zeitspenden“ sollen in diesem Jahr vor allem Fußbodenbeläge erneuert werden. „Das spart Kosten und erhöht die Identifikation“, meint Teltemann.

30 Jahre nach dem Spatenstich für die Ferienstätte soll es im September einen Tag der offenen Tür geben. Und Teltemann denkt bereits an Erweiterungsmöglichkeiten von einer Spielscheune bis zu einem Wellness-Bereich: „Das ist aber noch Zukunftsmusik.“

Auch wie sich die geplante Umgehungsstraße in Zukunft auf das Kolping Ferienparadies auswirken wird, steht noch in den Sternen. Bechtold und Teltemann befürchten mehr Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten als durch die Trasse selbst und drängen darauf, dass ihre Interessen auch bei der Abfahrt zum Pferdeberg berücksichtigt werden. „Wir sind in die Planungsgespräche eingebunden“, sagt Bechtold und sieht dem Thema gelassen entgegen: „Eine bessere Verkehrsanbindung bringt auch Vorteile für uns.“

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