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Nun kann die Evangelienglocke wieder läuten

Inbetriebnahme in der Osternacht Nun kann die Evangelienglocke wieder läuten

Mitarbeiter der Karlsruher Firma Bachert haben am gestrigen Dienstag die Evangelienglocke der katholischen Kirche St. Cyriakus wieder betriebsbereit gemacht. Der Glockenbauverein ermöglichte das.

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Arbeitet im Dachreiter auf dem Kirchenschiff von St. Cyriakus: Yannik Widmaier. Die Aussicht ist atemberaubend, der Weg hinauf etwas für Schwindelfreie.

Quelle: Pförtner

Durch enge, staubige Steingänge geht es von der Empore aus hinauf in den Dachstuhl. Dort führen Bretter über das Kirchenschiff. „Vorsicht, Stahlseil“, sagt Günter Reimann vom Glockenbauverein und bückt sich. Dann heißt es, auf Leitern in den Dachreiter über dem Chor hinaufzusteigen: eine, zwei, drei, vier Leitern. „Aus Gründen der Arbeitssicherheit haben wir diesen Zugang im vergangenen Jahr neu gemacht“, erklärt Reimann. In Hamburg war der Mitarbeiter einer Glockenfirma in einer Kirche abgestürzt. Mit viel Glück hat er den Fall überstanden.

Schließlich ist Reimann am Ziel. Auf allen Vieren krabbelt er in die Glockenstube. Die Schall-Luke Richtung Westen steht offen. Fast 50 Meter geht es in die Tiefe. Zwischen den beiden Kirchtürmen hindurch blickt man auf das Rathaus und die evangelische Kirche St. Servatius. Die Aussicht ist atemberaubend. „Habe ich zu viel versprochen?“, fragt Reimann. Gerhard Ufer und Yannik Widmaier von der Firma Bachert sind solche Panoramablicke gewohnt. „Wir waren schon auf vielen Glockentürmen“, meint Ufer.

In Duderstadt installieren die beiden einen Elektromotor für die Evangelienglocke. Sie erhält eine neue Aufhängung, ein sogenanntes Joch. Es ist aus Eichenholz, und nicht wie bisher aus Stahl. „Der Klang wird dadurch wesentlich sauberer und weicher“, kündigt Ufer, ein gelernter Schlosser, an.

„In der Osternacht wird die Glocke das erste Mal zu hören sein“, sagt Peter Menge, der wie Reimann dem Glockenbauverein angehört. Geläutet wird sie immer dann, wenn ein Kind getauft oder während der Messe aus dem Evangelium gelesen wird. Der Küster braucht dann nur noch in der Sakristei auf den Knopf zu drücken. Früher wurde die Glocke mit einem Seil vom Chor der Kirche aus geläutet. Lange Zeit war das so. Dann kam das Zweite Vatikanische Konzil. Ganz vorne im Chorraum nahe der Gemeinde wurde ein zweiter Altar aufgestellt. Der Pfarrer stand nun bei der Evangeliumslesung direkt neben dem läutenden Küster. Dem Kirchendiener behagte es nicht, im Rampenlicht zu stehen. Als das alte Seil riss, wurde es nicht wieder erneuert. Stattdessen läutete der Küster eine andere Glocke. „Liturgisch ist das nicht korrekt“, sagt Menge. Nun, wo der Verein zwei neue große Glocken beschafft, löst er dieses Problem gleich mit.

Von Michael Caspar

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