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Oppermann: Unerträgliche Verhältnisse

Stippvisite in Westerode Oppermann: Unerträgliche Verhältnisse

Der Zeitpunkt für die Stippvisite des SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann in Westerode hätte nicht günstiger gewählt sein können. Gegen 17 Uhr ist rush hour in dem Duderstädter Ortsteil. Die Pendler bewegen sich Stoßstange an Stoßstange im Schritttempo auf den Kreisel bei Otto Bock zu. In Gegenrichtung geht zeitweise nichts mehr. Der Verkehr steht, weil ein Wohnmobil und ein Stück weiter ein Anhänger mit Protestplakat die Ortsdurchfahrt einengt.

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Schenken Engelbert Gatzemeier (r.) Gehör: die Sozialdemokraten Gerald Burghardt, Doris Glahn und Thomas Oppermann (v.l.).

Quelle: SPF

„Da habe ich ja gleich den richtigen Eindruck bekommen“, stellt Oppermann fest, als er mit einigen Minuten Verspätung eintrudelt: „Die Verhältnisse sind unerträglich.“ Rund zwei Dutzend Westeröder, die Engelbert Gatzemeier als Wortführer des Protestes zusammengetrommelt hat, und einige Eichsfelder Genossen warten an der Kirche auf den SPD-Politiker und machen ihrem Unmut über die Zustände und die ausbleibende Ortsumgehung Luft. „Die verarschen uns doch“, meint ein Betroffener. „Manchmal kommt man nicht einmal aus der Garage heraus“ klagt ein anderer und verweist auf das Straßenbau-Tempo in Thüringen. Ein dritter moniert, dass die Bundesstraße als Ausweichstrecke vom mautscheuen Schwerlastverkehr genutzt werde.

„Die Umgehung steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes, ist aber noch nicht finanziell unterfüttert“, teilt Oppermann nichts Neues mit. Das könne auf Landes- und Bundesebene beschleunigt werden, meint der 56-Jährige. Er wolle versuchen, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach Westerode einzuladen. Eine Chance, den Baustart vorzuziehen, sieht Oppermann, wenn es „an einer anderen Straße hakt“. Gemessen am Volumen des Verkehrswegeplanes seien die für Westerode veranschlagten sechs Millionen Euro Kosten drei Sandkörner. Die örtlichen Abgeordneten aller Parteien sollten sich gemeinsam für die „letzte wichtige Ortsumgehung im Landkreis bis zur Landesgrenze“ einsetzen und die Druckkulisse erhöhen.

Bei Hartwig Fischer (CDU) dürfte er damit offene Türen einlaufen. Anders sieht es mit Jürgen Trittin (Grüne) aus. Dem nimmt es Gatzemeier übel, dass er jetzt die Windräder in Reinholterode, aber nicht Westerode besucht hat. Vom Vorschlag der Duderstädter Grünen, die Umgehung Westerode von der um Duderstadt und Gerblingerode zu entkoppeln, hält Gatzemeier nichts. Das würde nur die Bevölkerung spalten. „Politische Schaumschlägerei brauchen wir nicht“, betont der Weste-röder. Seit 30 Jahren sei man an dem Thema dran, seitdem sei viel Vertrauen in die Politik verloren gegangen. Gatzemeier erwägt, als letztes Mittel den Rechtsweg einzuschlagen und zu klagen. Durch Straßenschäden hätten sich Lärmbelastung und Erschütterungen noch erhöht. Eine Sofortentlastung hält er für möglich, wenn zumindest das Teilstück von Nesselröden bis zum Breiten Anger vorgezogen werden könnte. Dann würden täglich 4000 Fahrzeuge weniger von der Abzweigung der Landesstraße auf die Bundesstraße nach Duderstadt rollen.

Gatzemeier nennt eine Zahl von insgesamt 4,68 Millionen Autos, die sich pro Jahr durch den Ort quälen würden. „Großstadtverkehr auf dem Dorf“, knüpft Oppermann an: „Wenn die Straße gebaut ist, wird Westerode wieder ein friedliches und ruhiges Dorf, und wir feiern ein Fest.“

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