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Optimismus bei Landwirten: Über Lebensmittelskandale wächst Gras

Langer Winter und Betrugsfälle Optimismus bei Landwirten: Über Lebensmittelskandale wächst Gras

Einen frostigen Jahresanfang hatten die Landwirte der Region in mehrfacher Hinsicht. Ein langer Winter verzögerte die Aussaat, Lebensmittelskandale reihten sich aneinander, und der Regierungswechsel bescherte den Landwirten einen Fachminister mit dem Ruf eines Bauernschrecks. Wie ist die Situation ein Vierteljahr später?

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„Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun‘ und Fass“: Der Blick auf die Felder zwischen Obernfeld und Mingerode scheint die Bauernregel zu bestätigen.

Quelle: Blank

Eichsfeld. „Alles im grünen Bereich“, sagt Landvolkvorsitzender und Kreislandwirt Hubert Kellner. Er meint damit die Situation auf den Feldern. Doch die sinnige Situationsbeschreibung kennzeichnet auch die positive  Grundstimmung Kellners nach dem holprigen Jahresstart.

Die Skandale um falsch deklariertes Pferdefleisch und vermeintliche Bioeier im Februar haben den örtlichen Produzenten nicht geschadet. Erzeuger aus dem Eichsfeld waren nicht darin verwickelt, und auch der Absatz eigener Produkte ging nicht zurück. „Erst jetzt bröckelt der Schweinepreis. Da freuen wir uns, dass die Grillsaison anfängt“, sagt Kellner.

Skandale im Lebensmittelbereich unvermeidlich

Skandale seien im Lebensmittelbereich unvermeidlich, meint  Kellner: „Vier bis sechs haben wir im Jahr.“ Damit will er die jeweiligen Anlässe nicht bagatellisieren. „Was drauf steht, muss auch drin sein“, sagt Kellner zu den Vorfällen mit falsch deklarierter Ware. Auch fordert er eine harte Bestrafung der Verantwortlichen. Gleichzeitig verweist er darauf, dass es noch nie so sichere Lebensmittel gegeben habe wie derzeit. „Wir führen die Diskussion auf hohem Niveau.“ Im Bekanntwerden der jüngsten Betrugsfälle sieht er einen Erfolg der Eigenkontrolle der Branche. Sie habe die Fälle ans Licht gebracht.

Mehr staatliche Kontrolleure

Mehr staatliche Kontrolleure, wie Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sie fordere, sind aus Sicht Kellners keine Lösung. Das bedeute lediglich höhere Kosten für die Landwirte. Nicht nur bei diesem Thema fremdelt der Landvolkvorsitzende mit dem neuen Fachminister in Hannover. „Wir wissen noch nicht, was wir von ihm halten sollen“, sagt Kellner unumwunden. Er fordert den  Minister auf, mehr mit dem Landvolk zu sprechen: „Wir vertreten 80 000 Mitglieder in Niedersachsen.“

Supermarkt statt Bauernhof

Es sind die großen Dimensionen, auf die Kellner schnell zu sprechen kommt, wird er nach der Situation der Landwirtschaft in der Region gefragt. „Wenn in China ein Sack Reis umfällt, merken wir das auf den Höfen im Eichsfeld“, bringt er es auf den Punkt. Das sieht er nicht negativ. „Wir wollen uns am Weltmarkt bewegen. Da müssen wir auch mit den Schwankungen leben.“ Und letztlich gäben die Kunden diese weltweite Orientierung vor. Die räumliche Nähe von Produzenten und Verbraucher gebe es nicht mehr. „Wir hatten Molkereien in Westerode und Gieboldehausen. Wir hatten den Schlachthof in Duderstadt. Das bekommen wir nicht zurück.“ Der Kunde hole sich Milch und Wurst aus dem Kühlregal im Supermarkt. Was hier produziert wird, muss sich in diesem Umfeld behaupten.

Niederschlag kommt genau richtig

Wie sieht es derzeit auf den Feldern der Region aus? Die Verzögerung nach dem langen Winter werde aufgeholt, der Raps blühe, bei der Gerste kämen bald die Ähren. „Der Niederschlag kommt genau richtig. Der Mais und die Rüben wachsen“, sagt Kellner zu den Regentagen am Wochenende und zu Wochenbeginn. Nur Frost, den darf es jetzt nicht mehr geben.

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Drillen, Düngen und Spritzen steht für die Landwirte auf dem Arbeitsplan, der nur mithilfe von Doppelschichten erfüllt werden kann.

Der extrem lange Winter hat die Natur in Verzug gebracht. Die Landwirte in der Region blickten im März noch sorgenvoll auf den nicht enden wollenden Frost. Düngung, Drillen und Aussaat wurden Woche um Woche verschoben.  „Aber jetzt holt die Natur alles auf“, sagt Hubert Kellner, Kreislandwirt und Vorsitzender des Landvolkverbandes.

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