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Ostern: Kirchenfest oder Eier im Nest?

Religiöser Hintergrund Ostern: Kirchenfest oder Eier im Nest?

An keinem Tag im Jahr sind sich Christentum und Heidentum näher als an Ostern. In vielen Familien folgt auf den Gang zur Heiligen Messe am Sonntagmorgen die Suche der Kinder nach den vom gottlosen Osterhasen versteckten Eiern im Garten. Hat der Jubelruf „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“ noch eine Bedeutung oder ist Ostern nur noch ein schönes langes Wochenende?

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Auch golden, aber kein Kalb: Der Osterhase spielt an Ostern mindestens eine genauso große Rolle wie die Auferstehung Jesu Christi.

Quelle: DPA

Eichsfeld. Das Tageblatt hat nachgefragt, wie das Fest im Eichsfeld gefeiert wird - vier Eichsfelder haben ihre ganz persönliche Meinung dazu abgegeben.

Ein ganz besonderes Erlebnis sei Ostern in ihrer Jugendzeit stets für sie gewesen, sagt Claudia Elges aus Bodenfelde . Als sie noch zur Schule ging und der evangelischen Jugend angehörte, habe sie nach einer durchwachten Nacht zusammen mit ihren Freunden am Ostersonntag um fünf Uhr morgens den Gottesdienst im Kloster Bursfelde besucht. Die gemeinschaftliche Erfahrung und die Atmosphäre dort hätten ihr sehr gefallen, berichtet Elges. „Der Raum in Bursfelde hat eine schöne Akustik, und es werden viele Lieder gesungen“, so die 27-Jährige. Und am Ende sei es dort Tradition gewesen, dass jeder jedem zum Abschied die Hand schüttele und man sich gegenseitig frohe Ostern wünsche. Als sie dann ihr Studium begonnen habe, sei der Kontakt zur Kirche weniger geworden. Mittlerweile feiere sie Ostern lieber in Ruhe mit Freund und Familie. „Schön zusammensitzen und sich erholen“ ziehe sie dann einem Gottesdienstbesuch vor, so Elges.
   
Der Gerblingeröder Karl-Heinz Heine ist „römisch-katholisch“, wie er sagt. Am Ostersonntag gehe er daher selbstverständlich mit seiner Frau Renate in die Kirche. Später komme dann Tocher Susanne mit Enkelkind Sarah vorbei, und dann werde das Osterfest in familiärer   Runde gefeiert. Früher sei Heine vor Ostern auch noch mit der ganzen Clique der Messdiener durchs Dorf gegangen und habe „gekleppert“, da „die Glocken ja noch nicht läuten durften, weil der Herrgott noch nicht auferstanden war“, erzählt Heine von dem alten katholischen Brauch, der in der Zeit zwischen Karfreitag und Ostersonntag das Angelusläuten ersetzen soll.
   
Wenig Bezug zu religiösem Brauchtum hat Silke Johanning aus Gerblingerode . Manchmal schaffe man es an Ostern schon zur Kirche, aber mit ihrem Beruf als Krankenschwester habe man auch oft „einfach nicht so die Muße“, sagt die 43-Jährige. Besonders österlich gehe es daher am letzten Märzwochenende bei Familie Johanning im Übrigen sowieso nicht zu. Ein Osterlamm backen oder Eierfärben sind da schon das höchste der Gefühle. Die Kinder (14 und 18 Jahre) hätten den Schock von der Nicht-Existenz des Osterhasen auch längst „ohne großes Drama“ überwunden und würden dem Ostereiersuchen auch kaum hinterhertrauern.
   
„Ich feiere Ostern nicht“,  macht Friederieke Hövener geradeheraus deutlich. Das erscheint bei der 18-Jährigen auch nachvollziehbar, denn Hövener ist nicht getauft. Mit der evangelischen Mutter und den Geschwistern habe man zu Ostern zwar früher auch Eier versteckt und österliche Aktivitäten gepflegt, aber die Weste-röderin kann dem Fest mittlerweile kaum noch etwas abgewinnen. Sie freue sich über den Feiertag und gehe mit ihrer Mutter frühstücken, das sei alles. Ansonsten beschäftigt sich Hövener eher nur beruflich mit dem Thema Ostern und sorgt in der Parfümerie Kühle für österliche Deko. Rote und türkise Farben sowie große Straußeneier liegen im Trend, weiß die 18-Jährige.

Von Anna Kleimann

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