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Nächster Schritt der Umwandlung

Ottobock präsentiert Aufsichtsrat Nächster Schritt der Umwandlung

Im Vorgriff auf die Umwandlung zu einer Kommandit-Gesellschaft hat die Ottobock Healthcare einen europäischen Aufsichtsrat gegründet. Das Kontrollgremium wählte aus seinen Reihen den ehemaligen Bosch-Manager Bernd Bohr zum Vorsitzenden.

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Der neue Aufsichtsrat der Ottobock HealthCare: (v. l.): Georgia Näder, Dr. Joachim Kreuzburg, Prof. Dr. Christoph H. Seibt, Anja Rupprecht, Marcus Brennecke, Dr. Bernd Bohr, Marcus Eder, Rose-Marie Kammarinen, Jean-Yves Audran.Nicht im Bild ist Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Gesche Joost.

Quelle: Foto: Richter

Duderstadt. Im Vorgriff auf die Umwandlung zu einer Kommandit-Gesellschaft hat die Ottobock Healthcare einen europäischen Aufsichtsrat gegründet. Das Kontrollgremium wählte aus seinen Reihen den ehemaligen Bosch-Manager Bernd Bohr zum Vorsitzenden.

„Heute ist ein historischer Tag für das Unternehmen“, sagte OttoBock-Chef Hans Georg Näder am Mittwoch im Duderstädter Rathaus. Er könne einen europäischen Aufsichtsrat präsentieren. „Das Unternehmen bekommt eine seiner Größe und Internationalität angemessene Governance.“ Nachdem im Juni die EQT Partners einen Anteil von 20 Prozent der OttoBock Healthcare GmbH übernommen habe, wären jetzt die nächsten wichtigen Weichen für einen möglichen Börsengang gestellt.

Von Bosch zu OttoBock

Neben Bohr, der viele Jahre die Autosparte des Bosch-Konzern geleitet hat, sitzen fünf weitere Vertreter der Anteilseigner in dem Gremium, das künftig die Geschäftsführung überwacht. Namentlich sind das als zweiter Vorsitzender Joachim Kreuzburg, Vorstandschef der Sartorius AG, Marcus Brennecke, Deutschlandchef von EQT, Gesche Joost, Professorin für Designforschung an der UdK Berlin, der Hamburger Rechtswissenschaftler und Anwalt Christoph H. Seibt sowie Näders Tochter Georgia.

Von den Arbeitnehmerseite kommt jeweils ein Vertreter aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Schweden hinzu: Anja Rupprecht, Marcus Eder, Jean-Yves Audran und Rose-Marie Kammarinen. Alle Namen sind künftig auch im Goldenen Buch der Stadt zu lesen. „Es ist uns eine große Ehre, dass wir hier von der Stadt Duderstadt auf diese Art empfangen werden“, kommentierte Bohr stellvertretend für den Aufsichtsrat den symbolischen Akt.

Symbiotische Verbindung

Wenn man es von außen betrachte, wirke es manchmal verwunderlich, warum bestimmte international agierende Unternehmen im ländlichen Raum ansässig seien, ergänzte der Industriemanager. Bei näherer Betrachtung allerdings könne man erkennen, dass Unternehmen und Region eine symbiotische Verbindung eingegangen seien, von der beide Seite profitieren. Ein solches Beispiel sei OttoBock in Duderstadt. Er werde diese Firmenstrategie und das starke Standbein im Eichsfeld voll und ganz mittragen, so Bohr.

Und auch Näder unterstrich am Mittwoch das Bekenntnis zu seiner Heimatstadt. Bei aller Veränderung, die es aktuell in dem Unternehmen gebe, bliebe dieser Standort eine Konstante. Und dabei habe sich Duderstadt gegen Städte wie Amsterdam, London, Paris und Berlin durchgesetzt. „Zu meinen Lebzeiten steht der Standort Duderstadt“, konstatierte der 56-Jährige. Und er habe die Hoffnung, dass seine Töchter, die künftig im Aufsichtsrat sowie im Vorstand der Ottobock Global Foundation sitzen werden, diese Linie weiterverfolgen werden.

„DUD“-Kennzeichen

Ein Zeichen für die regionale Verbundenheit setzte auch Oliver Scheel bereits, der ab Mitte Januar Näder auf der Position des CEO folgen wird. Der erste familienfremde Manager in der fast 100-jährigen Unternehmensgeschichte hat bereits seinen Wohnsitz aus Düsseldorf in die Region verlegt. Und wie Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte am Rande des Rathausempfangs schmunzelnd verriet, wird dessen Firmenwagen mit dem Kennzeichen „DUD“ angemeldet.

Näder hatte zuletzt im September angekündigt, die OttoBock HealthCare in eine SE & Co. KGaA., eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umwandeln und sich aus seiner Position zurückziehen zu wollen. Er wird künftig die Funktion als Präsident des Verwaltungsrates übernehmen. Oder wie er es am Mittwoch formulierte: „Ich werde das aus einer etwas anderen Flughöhe weiter begleiten.“

Kommanditgesellschaft

Die Kommanditgesellschaft ist eine spezielle Rechtsform für Unternehmen. Sie vereint Elemente von Aktiengesellschaft (AG) und Kommanditgesellschaft (KG). Diese Form der Kapitalgesellschaft wird häufig von Familienunternehmen gewählt, die an der Börse Kapital aufnehmen wollen. Die Kommanditgesellschaft auf Aktien, eine SE & Co. KGaA, wie sie beispielsweise auch Firmen wie Fresenius, Merck, Bertelsmann oder Henkel haben, sichert der Familie Näder den Einfluss auf das Unternehmen Ottobock Healthcare auch nach einem Börsengang. Denn hierbei haben Fremdaktionäre unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung nur einen begrenzten Einfluss.

Von Markus Scharf

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