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Ottobock-Prozess: Geständnis gegen Bewährungsstrafe

Haupttäter meldet sich krank Ottobock-Prozess: Geständnis gegen Bewährungsstrafe

Eigentlich hätte sich der Hauptverantwortliche seinen Richtern stellen sollen. Jener 51 Jahre alte Duderstädter, der als Prokurist des Orthopädie-Weltmarktführers Ottobock mehrere Millionen Euro veruntreut hat, weil er fingierte oder gänzlich erfundene Rechnungen querzeichnete und auszahlen ließ. Doch der Angeklagte meldete sich krank.

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Quelle: Blank

Göttingen/Duderstadt. Doch die große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts verhandelte nur gegen einen Mitangeklagten. Dem 38 Jahre alten Duderstädter wird vorgeworfen, für 1,049 Millionen Euro des Gesamtschadens mitverantwortlich zu sein. Wenn er am nächten Verhandlungstag gesteht, könnte er mit einer Bewährungsstrafe davon kommen.

Der 51-Jährige aber bleibt vorerst verschont. Er meldete sich Mittwoch krank, auch wenn die Staatsanwaltschaft seine ärztlichen Atteste zunächst für nicht ausreichend hielt. Das Verfahren gegen ihn wurde schließlich abgetrennt.

Der untreue Mitarbeiter, der seit 1986 bei Ottobock arbeitete und zuletzt für das Hauptunternehmen und fünf Tochtergesellschaften die Rechnungsprüfung verantwortete, soll unter anderem den mitangeklagten Inhaber einer Fliesen-Firma angesprochen und um Kredit gebeten haben. Grund war, dass er sich an der Börse verspekuliert habe. Der 38-Jährige gewährte ihm 100 000 Euro Darlehen in bar, nachdem der Ottobock-Mitarbeiter mehrere Rechnungen angewiesen hatte. Viele davon frei erfunden.

So sollen von 2006 bis Oktober 2010 rund 50 falsche Rechnungen in Größenordnungen zwischen 2000 und 61 000 Euro an den 38-Jährigen ausgezahlt worden sein – insgesamt 1,049 Millionen. Diese Summe versucht das Unternehmen in einer Adhäsionsklage von dem Fliesenunternehmer zurück zu erhalten.

Das Gericht bot am Mittwoch im Rahmen einer verfahrensbeschleunigenden Absprache an, dass für den Fall eines Geständnisses eine Strafe von zwei Jahren möglich sei, die zur Bewährung ausgesetzt wird, falls es ein Geständnis gebe. Am kommenden Mittwoch wird weiter verhandelt.

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