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Pistole in Polizei-Briefkasten geworfen

Waffen Pistole in Polizei-Briefkasten geworfen

Mehr als 70 Schusswaffen sind in den vergangenen Wochen in Stadt und Landkreis Göttingen abgegeben worden, fünf davon im Eichsfeld. Dazu gehört auch eine Pistole, die einfach anonym in den Briefkasten der Polizeidienststellte Gieboldehausen geworfen wurde.

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Nach dem Amoklauf von Winnenden und dem Vierfachmord von Eislingen hatte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) die Besitzer illegaler Waffen dazu aufgerufen, diese kostenlos von der Polizei abholen und vernichten zu lassen, ohne dabei strafrechtliche Folgen befürchten zu müssen. Wie in den meisten Fällen handelt es sich auch bei den im Eichsfeld abgegebenen Waffen um so genannte Dachbodenfunde oder Erbwaffen. 

Duderstadts Polizeichef Dieter Thriene bestätigt, dass im Eichsfeld mehrere Kurz- und eine Langwaffe abgegeben worden seien. Bis gestern habe die Polizei in Gieboldehausen eine Pistole, einen Revolver und ein Gewehr entgegengenommen, die Polizei in Duderstadt zwei Revolver, berichtet Kriminalhauptkommissar Karl-Ernst Recha. Die Waffen hätten sehr unterschiedliche Kaliber und stammten sowohl aus der Zeit des zweiten Weltkriegs als auch aus der Nachkriegszeit. Zum Teil seien sie unter einem noch liberaleren Waffenrecht angeschafft worden.

Darüber hinaus habe es bei der Polizei in Duderstadt mehrere Telefonanrufe von Waffenbesitzern gegeben, teilt Thriene mit. Ihnen sei empfohlen worden, sich mit der zuständigen Waffenbehörde in Verbindung zu setzen, sagt Thriene. In Duderstadt ist die Stadt selbst Waffenbehörde, die auch Waffenscheine und Waffenbesitzkarten ausstellt. Für die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen ist das Ordnungsamt des Landkreises zuständig.

Abholtermin vereinbaren

Um Missverständnisse und bürokratischen Aufwand zu verhindern, sollte man sich nicht selbst mit der Waffe auf den Weg zur Polizei oder ins Ordnungsamt machen, rät Thriene. Denn das verbotene Führen von Waffen ziehe eine Anzeige nach sich – auch wenn sie dann in der Regel von der Staatsanwaltschaft eingestellt werde. Stattdessen sollte mit den zuständigen Stellen das Abholen der Waffen vereinbart werden. Die eingesammelten Waffen werden zunächst vom Landeskriminalamt in Hannover begutachtet. Wenn ein Zusammenhang mit einer Straftat ausgeschlossen werden kann, werden sie dann in Hildesheim vernichtet. 

„Bislang ist hier noch keine Waffe abgegeben worden“, sagt Duderstadts Ordnungsamtsleiter Helmut Bernd, bestätigt aber Beratungsbedarf und mehrere Nachfragen zu diesem Thema. Die Anrufer wollten insbesondere wissen, wie, wann und wo Waffen abgegeben werden könnten. Bisher habe die Stadtverwaltung  noch nicht öffentlich zur freiwilligen Waffenabgabe aufgerufen, teilt Bernd auf Anfrage mit. Man wolle noch die bundesweite Diskussion um den rechtlichen Rahmen und die weitere Verfahrensweise abwarten.

Fragen zur Waffenabgabe beantwortet neben den zuständigen Ordnungsämtern auch Polizeioberkommissar Markus Jankowski werktags von 8 bis 15 Uhr unter Telefon 0551/4913037.

Von ku

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