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Plakate prägen Stadtbild vor der Landtagswahl

Tageblatt-Umfrage Plakate prägen Stadtbild vor der Landtagswahl

Wenn Peggy Riechel morgens ihr Haus am Hindenburgring verlässt, wird sie gleich von drei lächelnden Menschen begrüßt. Jeden Morgen, seit dem Weihnachtsfest. Da nämlich haben die großen Parteien begonnen, für sich und ihre Landtagskandidaten zu werben. An manchen Stellen in Duderstadt, beispielsweise auf der Fläche gegenüber dem St. Martini-Krankenhaus, kann man schon von einem richtigen Plakatwald sprechen.

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Schilderwald gegenüber dem St. Martini-Krankenhaus: Parteien nutzen vor der Landtagswahl die freien Flächen in und um Duderstadt für ihre Werbung.

Quelle: Blank

Eichsfeld. Große und kleine Schilder, an Straßenlaternen angebracht, zeigen, wofür die Parteien einstehen. Von großen Wänden, aufgestellt auf einer Rasenfläche, schauen Politiker freundlich und dezent den Betrachter an.

„Ich finde das gar nicht gut“, sagt die 40-jährige Riechel, die sich an Zeiten erinnert, als am Hindenburgring noch eine Plakatwand stand. Heute sind es gleich drei. „Zu viel Werbung wirkt nicht mehr positiv. Außerdem denke ich, dass diejenigen, die ihre Wahl innerlich schon getroffen haben, sich nicht von irgendwelchen Plakaten beeinflussen lassen“, so die Duderstädterin.

P. Riechel

P. Riechel

Eine andere Meinung vertritt Peter Kosenko. Der 54 Jahre alte Duderstädter könnte sich gerade für die Marktstraße noch größere Werbeplakate vorstellen. Die kleinen, hoch oben an Straßenlaternen befestigten Schilder, fielen doch den Wenigsten ins Auge. Die Werbung der Parteien beschreibt der Wahl-Eichsfelder als sehr unscheinbar.

P. Kosenko

P. Kosenko

„Der Ausdruck fehlt bei den meisten. Man weiß nicht wirklich, was die überhaupt wollen.“ Etwas markanter dürften auch Schrift und Fotos für ihn sein. Die Masse von Wahlplakaten an den Straßenrändern hält Kosenko für angebracht, denn schließlich müsste jede Partei auch ihren Platz bekommen.

„Die Parteien sollten ihr Geld lieber sinnvoller einsetzen“, meint Christiane Diedrich aus Rhumspringe. Die 52-Jährige ist der Ansicht: „Wer gute Arbeit macht, muss nicht viel für sich werben.“ Gefühlsmäßig habe sich die Werbung im Vergleich zu vergangenen Wahljahren vervielfacht.

Warum so viel im Eichsfeld geworben wird, ist für Wolfram Stebis ein Rätsel.

W. Stebis

W. Stebis

Denn: „Es wird doch eh die CDU gewählt“, spricht der 68-Jährige deutliche Worte. Er wisse aber auch, dass Werbung eben dazugehöre. „Die Politiker müssen sich ja verkaufen wie jede andere Marke auch“, sagt der Duderstädter. Für ihn, wie im Übrigen für die meisten vom Tageblatt befragten Passanten auch, sei es selbstverständlich, zur Wahl zu gehen.

M. Köber

M. Köber

Nicht zur Wahl gehen wird Mandy Köber (26 Jahre). Was aber nicht mit Wahlmüdigkeit zusammenhängt,  sondern damit, dass für die Heiligenstädterin in Thüringen keine Landtagswahl auf dem Programm steht. Daher sei ihr wahrscheinlich die viele Werbung am Straßenrand auch bislang nicht aufgefallen.

Sie gibt aber auch zu: „Wenn es Konzert-Werbung wäre, hätte ich vielleicht schon mal hingeschaut.“ Konzert-Werbung allerdings gibt es dieser Tage nur selten, beispielsweise in Obernfeld. Dort posieren die „Amigos“ neben den Landtagskandidaten. Deren Auftritt war aber schon am 21. November. Jetzt steht die Landtagswahl am 20. Januar im Mittelpunkt.

Von Kristin Kunze

Parteienwerbung: Kostenfrei mit Auflagen

In der heißen Phase des Landtagswahlkampfs haben die Parteien jede Zurückhaltung aufgegeben. Die allgegenwärtigen Plakate am Straßenrand stoßen nicht nur manchen Bürgern sauer auf. Auch im Gieboldehäuser Bauausschuss wurde Kritik an der übermäßigen Stellwand-Plakatierung laut. Flecken-Bürgermeister Otmar Pfeifenbring (SPD) wies zudem darauf hin, dass Plakate an den historischen Lampen im Ortskern nicht zulässig seien.

Wo das geschehen ist, sind die Plakate inzwischen wieder abgehängt worden. Anders sieht das mit normalen Straßenlaternen aus. An Duderstädter Einfallstraßen hat am Wochenende die NPD als Nachzügler die Lichtmasten in lichter Höhe mit Plakaten gespickt. Einer separaten Genehmigung dafür bedurfte es nicht.

„Für alle zur Wahl zugelassenen Parteien gelten die gleichen Spielregeln“, sagt Bettina Steinmetz von der Stadtverwaltung. Die Lichtmasten dürften im Wahlkampf von den Parteien ohne Sondernutzungsentgelt grundsätzlich für Plakate genutzt werden, auch Doppelbelegungen seien zulässig.

„Das ist aber kein Freibrief“, sagt Steinmetz und weist auf Abstände und andere Auflagen zur Wahrung der Verkehrssicherheit hin, über die die Parteien informiert worden seien. Unter anderem dürfen an Masten mit Verkehrschildern, Fußgängerüberwegen und Kreiseln keine Plakate aufgehängt werden.

Kostenfrei wie die Laternen-Plakate ist auch das Aufstellen von Plakat-Stellwänden, die allerdings einer Einzelgenehmigung bedürfen. Darüber hinaus gibt es die kommunalen Stellwände mit Einzelflächen für Parteienwerbung. ku

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