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Podiumsdiskussion im Rathaus

100 Jahre Caritas Podiumsdiskussion im Rathaus

Seit 100 Jahren ist die Caritas im Eichsfeld und schließlich auch in Südniedersachsen aktiv. Beim Festakt im Duderstädter Rathaus gab es nicht nur historische Rückblicke, sondern auch Einblicke in die aktuelle Arbeit und Zukunftsaussichten. Gäste aus verschiedenen Gremien diskutierten über die Lage.

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Podiumsdiskussion im Rathaus.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Seit 100 Jahren ist die Caritas im Eichsfeld und schließlich auch in Südniedersachsen aktiv. Beim Festakt im Duderstädter Rathaus gab es nicht nur historische Rückblicke, sondern auch Einblicke in die aktuelle Arbeit und Zukunftsaussichten. Gäste aus verschiedenen Gremien diskutierten über die Lage.

Unter der Moderation von Tageblatt-Redakteur Ulrich Schubert wurden Fragen nach dem christlichen Leitbild in Verbindung mit der Wirtschaftlichkeit von karitativen Einrichtungen erörtert. „Man hat sich natürlich ökologischen Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen“, sagte Heinz-Günter Bongartz, Generalvikar und Vorsitzender des Caritasrates im Bistum Hildesheim. Der Unterschied zu anderen Wohlfahrtsverbänden sei allerdings die Notwendigkeit, Räume zu schaffen, wo Glauben gelebt werden könne. „In christlichen Einrichtungen gibt es eine Haltung: Es gibt Gott“, sagte Bongartz.

Auch Christoph Künkel, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, bestätigte die „zunehmenden Wettbewerber-Elemente.“ Aber er betonte: „Dass der bedürftige Mensch Mittel zur Kapitalbildung wird, steht im Gegensatz zur Caritas.“ Thomas Becker, Vorstandssprecher der Caritas im Kreis Soest, meinte, es sei für Wohlfahrtsverbände ein Vorteil, Löhne nach Tarif zu zahlen und damit gut ausgebildetes Fachpersonal zu gewährleisten. Kirsten Weber, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Südniedersachsen, widersprach: „Pflegekräfte arbeiten am Limit, da ändert Tariflohn nicht viel.“ Nicht die drei Euro mehr im Tariflohn hätten Priorität, sondern die Attraktivität der Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Ansehen in der Öffentlichkeit. Sie riet zum Mut, neue Wege zur Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe zu gehen. Künkel sprach in diesem Zusammenhang dennoch die große Identifikation und den karitativen Antrieb der Pflegekräfte an. Trotz Klagen wegen Überlastung blieben die meisten Pflegekräfte ihrem Beruf und den Bedürftigen treu.

Marcel Riethig, Sozialdezernent des Landkreises Göttingen, sprach sich außerdem dafür aus, Kosten in den sozialen Diensten zu sparen, indem mehr in die Prävention investiert werde. „100 Millionen Euro im Jahr werden für soziale Dienste ausgegeben“, nannte Riethig Zahlen und warf auch der Politik einen Mangel an ökonomischem Denken vor. Es müsse eher etwas dafür getan werden, dass junge Menschen nicht die Schule abbrächen, durch soziale Netze fielen, und dann viel Geld für Wiedereingliederung ausgegeben werde. ny

Zitat: „100 Millionen Euro im Jahr werden für soziale Dienste ausgegeben.“ Marcel Riethig, Sozialdezernent des Landkreises Göttingen.

Von Claudia Nachtwey

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