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Polizei und Zoll kontrollieren LKWs in Gerblingerode

„Führerschein und Fahrzeugpapiere“ Polizei und Zoll kontrollieren LKWs in Gerblingerode

„Und jetzt brauchen wir noch Führerschein und Fahrzeugpapiere“, sagt die Polizeibeamtin. Der polnische Lkw-Fahrer schaut sie aufmerksam an und blinzelt. „Die Papiere vom Wagen“, wiederholt sie und klopft auf die Ladefläche, auf der der Fernfahrer steht. Keine Reaktion. „Dokumente“, ergänzt der Kollege vom Zoll trocken.

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Zeit für ein kurzes Gespräch: Einsatzleiter Thorsten Frank (r.) wechselt Worte und Papiere mit dem Lkw-Fahrer Ulrich Rudolph.

Quelle: Thiele

Gerblingerode. Jetzt hat der Mann verstanden. Ebenso wie zirka 70 weitere Fahrer wird er zusammen mit seinem Wagen bei der Schwerlastkontrolle im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche auf dem ehemaligen Grenzparkplatz in Gerblingerode kontrolliert.

„Ja“, murmelt der Fahrer schnell, springt von der Ladefläche und beeilt sich, die gewünschten Ausweise zu holen.  „Dokumenty“ heißen die auf Polnisch – das Wort ist international. In Duderstadt gibt es viel Durchgangsverkehr. „Neben den Deutschen kommen hier auch Ungarn, Tschechen, Niederländer und Rumänen vorbei“, berichtet der Polizeibeamte Udo Napp, der zusammen mit Sandra Dreger die Verkehrssicherheitswoche leitet.

Wollte man sich in den jeweiligen Landessprachen verständlich machen, könnte man also auch nach „Dokumentumok“, „Dokumenty“, „Dokumenten“ oder „Documente“ fragen. Die Zollbeamten kennen die Stichwörter.

Der Pole darf weiterfahren. Die Ladung ist ordnungsgemäß gesichert, und auch an der Fahrerkarte, auf der die erlaubten Fahrzeiten eingetragen werden, ist nichts zu beanstanden. Für den Zollbeamten vom Fachbereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beginnt die eigentliche Arbeit erst später. Er muss überprüfen, ob die Angaben der Fahrzeugführer stimmen.

„So viele Fahrzeuge wie möglich"

Ist der Fahrer sozialversichert? Liegt Sozialbetrug in Form von Unterschlagung von Arbeitsentgelten vor? Werden vom Arbeitgeber die Mindestlöhne eingehalten?  Es müsse viel telefoniert werden, um herauszufinden, ob sich die Angaben decken.

Natürlich gebe es im Vorfeld bestimmte Aspekte, die einen Zollbeamten hellhörig machten und zur Folge hätten, dass man bei der Kontrolle besonders aufmerksam sei – welche das seien, werde man aber nicht verraten. Bei den Lkw-Fahrern gebe es aber mit Sicherheit ein paar „schwarze Schafe“.

Seit 7.30 Uhr sind die Zoll- und Polizeibeamten im Einsatz. Bis 14 Uhr würden sie „versuchen, so viele Fahrzeuge wie möglich rauszuziehen“, sagt Einsatzleiter Thorsten Frank. „Die Hauptunfallursachen sind Übermüdung, unzureichend gesicherte Ladung oder Überschreitung der Beladungsgrenzen“, so Frank.

Der Eichsfelder Helmut Forpel, der mit einem offenen Transporter unterwegs ist, nimmt die Inspektion gelassen. Einzig die Schippe, die lose auf der Ladefläche liegt, wird beanstandet. Nachdem er das „Problemchen“ behoben hat, kann er weiterfahren. „Anders sähe das bei einem 40-Tonner aus“, meint Frank. „Der würde hier sicher noch länger stehen, um seine Ladung entsprechend nachzusichern.“

Von Anna Kleimann

Ergebnisse der Verkehrskontrolle
Bei der Schwerlasttransportkontrolle wurde ein Fahrer festgestellt, der unter der Einwirkung von Betäubungsmitteln stand. Der Vortest war positiv auf Amphetamine und THC. Weiterhin gab es unter anderem drei Verdachtsfälle auf Leistungsbetrug („Schwarzarbeit“), sieben Verstöße im Bereich Ladungssicherung, acht Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten und fünf Mängelmeldungen.
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