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Gläubige erfüllen altes Gelöbnis

Prozession in Desingerode Gläubige erfüllen altes Gelöbnis

Rund 70 Gläubige haben am Sonntag in Desingerode ein Gelöbnis erfüllt. Sie starten zur Jakobus-Prozession, mit der sie an das Erlöschen eines Brandes im Desingeröder Wald erinnerten.

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Die Teilnehmer der Jakobus-Prozession auf dem Weg zur Heiligen Messe.

Quelle: aib

Desingerode. Die Christen versammelten sich zunächst vor der Kirche. Dort nahm sie Pfarrsekretär Reinhard Schulzig mit Worten aus der Apostel-Geschichte in Empfang, weitere Teilnehmer stießen im Ort dazu. "Jakobus ist der einzige Apostel, dessen Märtyrium in der Heiligen Schrift geschildert wird", sagte Schulzig. Am Ort seines Märtyriums in Jerusalem sei später die Jakobs-Kirche errichtet worden. Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zogen die Teilnehmer anschließend zum Waldesrand.
Erste Station nach der Mauritiuskirche war eine Klus, die an Adolph Kolping erinnert. Die Gläubigen erreichten als nächstes ein Gedenkkreuz, das gleich drei Anlässe zum Thema hat: den Fall der innerdeutschen Grenze, das Ende des Zweiten Weltkrieges und das Aufstellen des Kreuzes vor 22 Jahren. Eingeschnitzt sind deutlich sichtbar die Jahreszahlen 1945, 1989 und 1995.
Ideengeber für das Kreuz sei der damalige Pfarrer Paul Selke gewesen, erfuhren die Gläubigen von  Lektorin Annegret Becker. "Es sollte als Station auf dem Weg der Jakobus-Prozession dienen", erklärte sie. Außerdem habe es gut an die ausgewählte Stelle gepasst. Viele Menschen hätten beim Aufstellen geholfen. "So sehr dieses Kreuz in einem geschichtlichen Zusammenhang steht, so ist es doch zuallererst ein Platz für das persönliche Gebet und das Ausruhen von Leib und Seele", betonte Becker.

Messe vor Waldhütte

Anschließend gingen die Christen weiter zu einer Klus für den Schutzpatron der Jäger, den heiligen Hubertus. Letzte Station war traditionell die Heilige Messe vor der Waldhütte der Realgemeinde Desingerode. Dort warteten bereits weitere Menschen auf die Ankunft der Prozessionsteilnehmer. Die Gläubigen nahmen Platz auf Bänken, die im Halbkreis vor der Hütte standen, einige blieben stehen. Zu Beginn sangen die Gläubigen das "Lied zum heiligen Jakobus".
"Freuen wir uns über die Natur", sagte Pfarrer im Ruhestand Albert Stechmann und erinnerte daran, "dass ein Gelübde der früheren Generationen uns zusammengeführt hat". Sie hätten damit auf eine große Gefahr hinweisen wollen, sagte er in Anspielung auf den Waldbrand. "Für die ganze Zukunft sollte etwas abgewendet werden", betonte der Geistliche und erinnerte an die Bedeutung des Holzes, dass in großen Mengen als Brennstoff im täglichen Leben benötigt worden sei.
Gott müsse gelobt werden, weil alles von ihm abhänge, alle Würde, alle Liebe, alle Schönheit und "vor allem alle Kraft, die wir zum Leben brauchen". Viele Menschen würden vergessen, wie reichhaltig und vielfältig die Gaben Gottes seien. "Damit sind auch die vielen Bodenschätze gemeint, die nach und nach erst langsam gefunden werden", betonte Stechmann. Das Leben und Überleben sei "für uns gesichert, wenn wir  die Hände rühren und diese vielen Geschenke annehmen".
Anhand alter Aufzeichnungen, sogenannter Vermeldebücher, lasse sich nachweisen, dass es bereits im Jahr 1903 eine Prozession gegeben hat, erläuterte Pfarrsekretär Schulzig. Sie soll aber bereits nach einem Brand in Desingeröder Wald im Jahrhundert zuvor entstanden sein. Dies lasse sich aus dem mündlich überlieferten Wissen rückschließen. Der Brand soll am 25. Juli erloschen sein,  dem Festtag des Heiligen Apostels Jakobus. Daraufhin hätten die Desingeröder gelobt, jedes Jahr zu seinem Gedenken am Waldesrand eine Messe oder Andacht abzuhalten.

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Von Redakteur Axel Artmann

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